RIEDMATT: Im Mai wird wohl abgestimmt

Der Stadtrat beantragt einen Baukredit von 16,8 Millionen Franken für den Erweiterungsbau des Schulhauses – zusammen mit einem straffen Zeitplan.

Samantha Taylor
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So soll der Erweiterungsbau in der Riedmatt aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll der Erweiterungsbau in der Riedmatt aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

16,8 Millionen Franken: So viel kostet der Erweiterungsbau des Schulhauses Riedmatt. Das geht aus der entsprechenden Vorlage des Stadtrates mit dem Antrag für den Baukredit hervor. Damit werden die Kosten für den Neubau unter dem vom Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) auferlegten Kostendach von 17,6 Millionen Franken bleiben.

Zur Erinnerung: Im Schulkreis Zug West, zu dem neben der Herti auch die Riedmatt gehört, wird es eng. Der Stadtrat geht davon aus, dass bis im Jahr 2025 im Vergleich zu heute rund 30 Prozent mehr Kinder dort zur Schule und in den Kindergarten gehen werden. Zur Überbrückung der Raumknappheit wurden die Schulanlagen Herti und Riedmatt bereits mit Provisorien ergänzt. In einem nächsten Schritt soll nun das Schulhaus Riedmatt mit einem Erweiterungsbau ergänzt werden. Im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens wurde im April 2016 das Projekt «Laurentia» der Zürcher Architekten Niedermann Sigg Schwendener als Sieger auserkoren (Ausgabe vom 12. April).

Kindergarten im Erdgeschoss

Der Erweiterungsbau entsteht auf der freien Fläche südöstlich des bestehenden Schulhauses. «Er besteht aus zwei zueinander versetzten Kuben unterschiedlicher Höhe», führt der Stadtrat in seinem Bericht aus. Das neue zweigeschossige Schulgebäude verfügt im ersten und zweiten Obergeschoss insgesamt über vier Klassenzimmer und je einen Gruppenraum. Im ersten Obergeschoss sind zudem ein Vorbereitungs- und ein Sitzungszimmer für Lehrpersonen, ein Singsaal, zwei Handarbeitszimmer ein Werk- und ein Maschinenraum, ein Zimmer für die Heilpädagogik, ein Lern-/Pausenraum, ein Putzraum sowie zwei Sanitärräume angesiedelt. Das zweite Obergeschoss verfügt neben den Klassen- und Gruppenzimmern über ein Fachzimmer, einen Raum für die Schulleitung, einen Lern-/Pausenraum und zwei Sanitärräume.

Im Erdgeschoss befindet sich der Kindergarten mit vier Haupt- und vier Gruppenräumen. Hinzu kommen dort unter anderem Besprechungszimmer und Sanitärräume. Je zwei Einheiten des Kindergartens teilen sich einen Vorraum mit Garderobe. «Die Kindergarteneinheiten können räumlich unabhängig von der Primarschule organisiert werden», führt der Stadtrat aus. Die Obergeschosse sind laut Stadtrat in ihrer Grundstruktur analog zum Grundriss des Kindergartengeschosses gegliedert. Die beiden Vorräume zu den Klassenzimmern sind als Ergänzung zu den Gruppenräumen gedacht und können als «flexible mit Lehr- und Lerninseln möblierbare Zonen genutzt werden». Die Erweiterung mache auch in Zukunft weitere bauliche Entwicklungen möglich. «Die über die Geschosse einheitliche räumliche und statische Struktur sowie die Fassadenteilung des Erweiterungsbaus erlaube es, das Raumprogramm mit einer hohen Nutzungsflexibilität umzusetzen, um so auch auf künftig sich verändernde Bedürfnisse reagieren zu können», erklärt der Stadtrat. Das äussere Erscheinungsbild des neuen Schulhauses orientiert sich am bestehenden Gebäude. «Die beiden Bauten sollen eine städtebauliche und architektonische Einheit bilden und gleichzeitig eine eigene Identität entwickeln», erklärt der Stadtrat. Der Erweiterungsbau wird mit dem Minergie-Standard zertifiziert.

Aufgrund der archäologischen Bedeutung des Gebiets Riedmatt – bei der Überbauung Riedpark kamen 2006 archäologische Funde von internationaler Bedeutung zum Vorschein – wird das Bauprojekt vom kantonalen Amt für Denkmalpflege und Archäologie begleitet.

Neue Räume sollen ab August 2019 genutzt werden

In einem nächsten Schritt sind nun die beiden vorberatenden Kommissionen des Grossen Gemeinderats am Zug. Der Bericht der Bau- und Planungskommission soll gemäss stadträtlichem Zeitplan Ende Januar, jener der Geschäftsprüfungskommission Anfang März vorliegen. An seiner Sitzung vom 21. März soll dann der Grosse Gemeinderat über das Projekt befinden.

Aufgrund der Höhe des Baukredits wird ausserdem das Volk zum Bauvorhaben befragt. Vorgesehen ist eine Urnenabstimmung am 21. Mai. Bei einem Ja will der Stadtrat bereits im Juli mit den Vorbereitungsarbeiten auf dem Areal beginnen – dies sofern keine Einsprachen gegen das Projekt eingehen. Der Baubeginn ist dann für November, die Inbetriebnahme des neuen Schulbaus für August 2019 vorgesehen.