RIEDMATT: Stadt Zug rechnet mit 17 Millionen Franken

Das Schulhaus soll bis 2019 mit einem zusätzlichen Gebäude erweitert werden. Ein erster Schritt wird wohl im Frühsommer getan.

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Die Stadt wird für die Erweiterung des Schulhauses Riedmatt einen Projektwettbewerb durchführen. Das freut womöglich einst auch Timon Troppmann, der sich auf dem Trampolin austobt. (Bild Stefan Kaiser)

Die Stadt wird für die Erweiterung des Schulhauses Riedmatt einen Projektwettbewerb durchführen. Das freut womöglich einst auch Timon Troppmann, der sich auf dem Trampolin austobt. (Bild Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

Im Westen der Stadt wird es eng zumindest in den Schulhäusern. Der Stadtrat rechnet damit, dass die Zahl der Kinder im Schulkreis Zug West in den nächsten zehn Jahren um rund 30 Prozent zunehmen wird. Das ging aus dem Ergänzungsbericht zur Schulraumplanung hervor, den er Ende April 2014 vorgelegt hatte. Am meisten brennt es dabei im Schulhaus Riedmatt. Gemäss dem Bericht wird dort bereits ab dem Schuljahr 2016/17 mehr Platz benötigt. Im Herti wird ab dem Schuljahr 2019/20 mit Engpässen gerechnet.

Nun ist man einen Schritt weiter. Der Stadtrat hat eine Machbarkeitsstudie für den Ausbau des Schulhauses Riedmatt erstellen lassen. Grundsätzlich soll es so erweitert werden, dass es für zusätzliche Primarklassen Platz bietet und dass der Kindergarten, der sich heute im Kleinschulhaus befindet, integriert werden kann. Der Bestand würde von heute acht auf zwölf Klassenzimmer erweitert werden. Die Ergebnisse der Studie hält die Stadt in ihrem Bericht fest. Aufgezeigt werden zwei Lösungen: ein Ergänzungsbau oder ein Erweiterungsbau. Bei der ersten Version würde das bestehende Schulhaus um einen viergeschossigen, frei stehenden Neubau im Osten des Grundstücks ergänzt. Die zweite Version sieht einen dreigeschossigen Anbau an das bestehende Gebäude vor.

17 Millionen Franken

Seitens der Stadt erachtet man den ersten Ansatz zwar als «weniger vorteilhaft». Trotzdem will man diese Türe noch nicht zuschlagen. «Um eine optimale Gesamtlösung bei den Kosten, beim Landverbrauch und bei den Nutzungssynergien zu erzielen, muss eine möglichst grosse Bandbreite an Optionen vertieft geprüft werden», heisst es im Bericht. Dies im Rahmen eines offenen einstufigen Verfahrens. Die Stadt wird dazu im Frühsommer einen Architekturwettbewerb ausschreiben. Dazu benötigt die Stadt nun einen Projektierungs- und Wettbewerbskredit in der Höhe von rund 1,9 Millionen Franken. Über diesen wird das Parlament voraussichtlich Anfang Mai befinden.

Für den eigentlichen Ausbau des Schulhauses geht der Stadtrat heute von Kosten von ungefähr 17 Millionen Franken aus. Dabei handle es sich um eine «Grobkostenschätzung», heisst es im Bericht. «Wir schaffen mit der Erweiterung keinen Luxus, sondern Schulraum, der dringend benötigt wird», betont denn auch Bildungschefin Vroni Straub-Müller. Über die effektiven Baukosten werden allerdings sowohl das Stadtparlament wie auch das Stimmvolk noch befinden können voraussichtlich Anfang 2017. Bei einem Ja könnte anschliessend mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der Stadtrat geht davon aus, dass diese rund zwei Jahre in Anspruch nehmen, so dass die Räume gegen Ende 2019 bezugsbereit wären. Die Engpässe, die bis dahin entstehen, sollen laut Stadtrat mit Pavillons überbrückt werden.

Betreuung im Kleinschulhaus

Mit der Erweiterung würde der Kindergarten aus dem Kleinschulhaus ausziehen. Die frei werdenden Räume sollen für die schulergänzende Betreuung genutzt werden, die ebenfalls mehr Platz brauchen wird. Die Betreuung befindet sich heute in provisorischen Schulpavillons, wo auch ein Teil verbleiben soll. Das Kleinschulhaus ist laut Angaben der Stadt ebenfalls sanierungsbedürftig. Die Arbeiten sollen dann vorgenommen werden, wenn der Kindergarten ins erweiterte Schulhaus umgezogen ist. Die Kosten für den Umbau des Gebäudes werden heute auf rund 2,1 Millionen Franken geschätzt.

Gegen ein Schulhaus Unterfeld

Die Schulraumplanung Zug West hat bisher nicht nur den Stadtrat beschäftigt. Es wurden zum Thema auch zwei Vorstösse eingereicht: eine Motion von der Fraktionen CVP, FDP und SVP sowie eine Einzelinitiative von Patrick Steinle. Die beiden Vorstösse verfolgten ein ähnliches Ziel. Sie forderten ein Quartierschulhaus im Gebiet Unterfeld zwischen Zug und Baar. Der Stadtrat hat inzwischen Stellung genommen und lehnt beide Vorstösse ab: Er befürworte zwar nach wie vor das Quartierschulhausprinzip. Dem Bau weiterer Kleinschulhäuser stehe er aber skeptisch gegenüber. «Es sprechen wichtige Gründe wie etwa die Landverfügbarkeit oder die Wirtschaftlichkeit dagegen.» Trotzdem gibt die Stadt in einem Punkt nach, und zwar unterstütze man die Idee, im Unterfeld einen Doppelkindergarten zu realisieren.