RISCH: Den Kandidaten wird auf den Zahn gefühlt

Der Gewerbeverein hat ein Wahlpodium organisiert. 22 Mitstreiter standen dabei Red und Antwort.

Rahel Hug
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«Auf dem roten Sofa mit Dani Steigmeier» – so hätte der Anlass, der am Donnerstagabend im Dorfmattsaal in Rotkreuz stattgefunden hat, auch heissen können. Doch es war keine Folge von «Wetten, dass ...?», die für einmal aus dem Kanton Zug übertragen wurde, sondern ein Wahlpodium, organisiert vom Gewerbeverein Risch-Rotkreuz. Der Anlass lockte rund 120 Interessierte ins Dorfzentrum. Den Rest der Stühle füllten etwa 100 Schüler der Oberstufe, die das Podium gemeinsam mit ihren Lehrern besuchten.

Erreichtes und Herausforderungen

Anwesend waren alle sieben Kandidaten für den Gemeinderat und 15 von insgesamt 20 Kantonsratskandidaten. Nach einer kurzen Anleitung «Wie wähle ich richtig?» durch Oskar Freimann vom Gewerbeverein fühlte Dani Steigmeier, Radiomacher bei Sunshine, den Kandidaten auf den Zahn. In einem ersten Teil waren die Gemeinderatskandidaten Peter Hausherr, Ruedi Knüsel, Rémi Odermatt, Flavio Roos, Markus Scheidegger, Roland Zerr und Franz Zoppi an der Reihe. Jeder Kandidat musste während sieben Minuten auf dem roten Sofa Red und Antwort stehen. Die bisherigen Gemeinderäte fragte der Moderator über Erreichtes, Herausforderungen, Teamarbeit und die Ressortverteilung im Gemeinderat aus. Von den neuen Kandiaten wollte er vor allem wissen, was sie motiviere, in bereits relativ fortgeschrittenem Alter noch in die Politik einzusteigen (Rémi Odermatt und Roland Zerr) oder gleichzeitig als Kantonsrat und Gemeinderat zu kandidieren (Flavio Roos). Die Fragen stammten aber nicht nur aus der Feder des Radio-Manns, sondern auch von den Schülern der Oberstufe. Sie wollten beispielsweise von Gemeindepräsident Peter Hausherr wissen, was er machen würde, wenn der Gemeinde das Geld ausgehe. Die beste Antwort gab daraufhin Steigmeier gleich selber. «Man könnte in diesem Fall Strassennamen an Firmen verkaufen», sagte er und hatte die Lacher auf seiner Seite. Peter Hausherr gab zu, dass sich der Gemeinderat im Fall Porscheplatz «etwas die Finger verbrannt» habe. Insgesamt waren sich die Kandidaten einig, dass das Wachstum und die Folgen für Verkehr und Bildungssystem die grössten Herausforderungen sind, die in den kommenden Jahren auf Risch zukommen.

Frauenanteil und Facebook

Auch die Kantonsratskandidaten nahmen im zweiten Teil des Abends auf dem roten Sofa Platz – sie hatten je vier Minuten Zeit, sich zu äussern. Mit ihnen diskutierte Dani Steigmeier unter anderem den Frauenanteil, die Kommissionsarbeit im Parlament, die Motivation und die Parteizugehörigkeit. Zudem sprach er spezifische Themen wie die Kanti Ennetsee, Facebook oder den Zuger Finanzausgleich an.

Der zweistündige Anlass bot eine gute Gelegenheit, die Kandidaten kennen zu lernen. Die Klingen wurden jedoch nicht wirklich gekreuzt – es war eher eine Fragerunde als ein Podiumsgespräch.