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RISCH: Droht den Hobbypiloten eine weitere Bruchlandung?

Eine Modellfluggruppe hofft, in der Stockeri eine neue Landepiste zu erhalten. Doch nun hat die Gemeinde einen Baustopp verfügt.
Silvan Meier
Die Modellfluggruppe Rigi hat ein schwieriges Jahr hinter sich (Symbolbild). (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Die Modellfluggruppe Rigi hat ein schwieriges Jahr hinter sich (Symbolbild). (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Die Modellfluggruppe Rigi hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Im März haben die Stimmbürger des Bezirks Küssnacht am Rigi Umzonungen im Industriegebiet Fänn klar angenommen. Damit war das Aus für den Landeplatz der Modellfluggruppe besiegelt. Die Hobbypiloten müssen dem geplanten Medtech-Cluster weichen. Eine Lösung hatte der Club damals noch nicht.

Im Juli folgte der nächste, äusserst tragische Schlag: Der Vereinspräsident verletzte sich bei einem Unfall tödlich. Der 41-Jährige wurde von den Rotoren seines ferngesteuerten Helikopters tödlich an Kopf und Armen getroffen.

Nach zwei Tiefschlägen folgte im Sommer ein Lichtblick: Der Club wurde bei der Suche nach einem neuen Landeplatz fündig – nur rund zwei Kilometer nördlich der alten Piste. Bauer Erich Stadelmann erklärte sich bereit, den Modellflugpiloten auf seinem Hof in der Stockeri und damit auf Rischer Boden eine Wiese zur Verfügung zu stellen. Der Landwirt wollte sowieso eine Drainage in die Wiese legen – die ideale Voraussetzung, um später eine Graspiste zu betreiben. Zudem erweiterte Stadelmann einen Vorplatz um rund 40 Quadratmeter, um dort Futtermittel und Heuballen zu lagern. Gleichzeitig hätte die Fläche den Modellflugpiloten als Parkplatz dienen können.

Die Arbeiten wurden Mitte August abrupt unterbrochen. Ein Unbekannter hatte die Verwaltung über die Bautätigkeiten informiert. Die Gemeinde Risch verfügte einen Baustopp. Bei einem Augenschein stellte die Abteilung Planung/Bau/Sicherheit fest, dass der Modellfluglandeplatz ohne Baubewilligung erstellt worden war. Vom Parkplatz war damals noch nicht die Rede.

Illegales Granulat?

Mitte Oktober stellte sich schliesslich heraus, dass die Landepiste legal ist. Für eine geebnete und rekultivierte Wiese brauche es keine Baubewilligung, schrieb die Gemeinde in einer weiteren Verfügung. Doch aufatmen konnten die Modellflieger und Bauer Stadelmann deswegen nicht. Denn nun bemängelte die Bauabteilung den Parkplatz. Die Gemeinde verlangte ein nachträgliches Baugesuch. Insbesondere forderte sie genaue Informationen zum Material, das für den Parkplatz verwendet wurde. Angesichts des Wortlauts im eingeschriebenen Brief, scheint die Bauabteilung zu vermuten, dass sogenanntes Asphaltgranulat verbaut wurde. Und für dieses Material gelten besondere Bestimmungen. Allerdings, so weiss Stadelmann, ist das Granulat auf anderen Bauernhöfen in der Umgebung schon bewilligt worden.

Die Gemeinde machte klare Vorgaben: Bis am 29. November hätte Bauer Stadelmann entweder ein nachträgliches Baugesuch einreichen oder den Parkplatz zurückbauen müssen. Gleiches gilt für einen Wanderweg in Richtung Landhus, den Stadelmann saniert und verbreitert hat. Entfernt hat Stadelmann bis heute nichts, wie er auf Anfrage bestätigt. «Ich will mir die Bauten nachträglich bewilligen lassen», erklärt er. Allerdings hat die Gemeinde bis heute von ihm kein Gesuch erhalten, wie Patrik Birri, Leiter der Abteilung Planung/Bau/Sicherheit, bestätigt.

Die Aufregung wegen des Platzes kann Stadelmann nicht verstehen. «Vorher wuchsen dort nur Unkraut und Brennnesseln», sagt er. Stadelmann hat auch ein wirtschaftliches Interesse daran, dass die Modellfluggruppe bald in der Stockeri fliegt. Der Verein würde für die Piste Miete zahlen. «So verdiene ich mehr, als wenn ich das Land selber nutzen würde.»

Hoffen auf die Bewilligung

Und was sagt die Modellfluggruppe zur ganzen Geschichte? Sie fürchtet um eine der ganz wenigen Optionen, die den Verein retten könnten. «Der Platz wäre für uns ideal», sagt Präsident Gerd Schroff. Stadelmann sei zudem bis jetzt der einzige Landbesitzer, der zugesagt habe. Die Sache mit der fehlenden Baubewilligung könnte nun eine der letzten Hoffnungen zerstören, bevor es richtig losgegangen ist. «Für uns wäre es das Grösste, im nächsten Jahr einen Versuchsbetrieb zu starten», sagt Schroff.

Erich Stadelmann hofft, dass die Gemeinde ein Einsehen hat und ihm nachträglich die Bewilligung erteilt. «Andere dürfen auch solche Sachen bauen», sagt er. «Und man sollte jeden gleich behandeln.» Dass er für den Platz eine Bewilligung brauche, leuchte ihm unterdessen ein. «Aber im Nachhinein ist man ja immer schlauer.»

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