RISCH: Er hat den Anschluss gefunden

Es gibt im Kanton Zug eine neue Lernplattform mit dem Namen Berufsbildung International. Lehrlinge berichten an einem Informationsabend, wie sie den neu angebotenen Lehrgang beurteilen.

Vanessa Varisco
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Der Südkoreaner Junhyeok Han hat in zwei Jahren schon recht gut Deutsch gelernt. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 3. Mai 2017))

Der Südkoreaner Junhyeok Han hat in zwei Jahren schon recht gut Deutsch gelernt. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 3. Mai 2017))

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

Internationale Unternehmen sind im Kanton Zug häufig vertreten. Oftmals kennen diese Firmen das Schweizer Berufsbildungssystem jedoch nicht ausreichend. Der Kanton Zug hat deshalb die Initiative ergriffen. In der dualen Berufsbildung werden die Lehrlinge einerseits im Betrieb gefördert und andererseits an einer Berufsfachschule ausgebildet. So geschieht hierzulande die Vorbereitung auf das spätere Arbeitsleben.

Besonders ist, dass die Jugendlichen in einem international orientierten Unternehmen ihre Ausbildung absolvieren und diese oft auch in Englisch stattfindet. Am gestrigen Informationsabend in Rotkreuz sind viele Jugendliche und Eltern aufgeklärt worden, was diese Berufsbildung beinhaltet und worin ihre Vorteile liegen. Junhyeok Han ist vor zwei Jahren aus Südkorea in die Schweiz gekommen, absolviert die Lehre bei Roche als Informatiker Applikationsentwicklung und ist begeistert. «Für mich war es eine tolle Chance, in der Schweiz eine Ausbildung zu machen. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Menschen bereitet mir grosse Freude», sagt Han. Seine Ausbildung dauert noch bis 2018.

Nicht nur für die Schule gelernt

In den vergangenen zwei Jahren hat Han neben der Lehre auch viel Deutsch gelernt und kommt inzwischen in dieser Sprache gut zurecht. «Die Berufsbildung In- ternational Zug bereitet mich gut auf die Zukunft vor. Meine Erwartungen von einer guten theoretischen Ausbildung, gekoppelt mit einem Praxisplatz, wurden erfüllt», sagt er rückblickend.

Die Berufsbildung International Zug ist herausfordernd, aber wer sich engagiert und fleissig mitarbeitet, profitiert ungemein. Davon sind auch die Lehrlinge überzeugt. «Es klingt alles kompliziert und anstrengend, aber wir sind nicht nur zu Hause am Lernen. Wichtig ist vor allem, dass man Spass an der Ausbildung hat», findet Yannick Burkart, der auch eine Ausbildung als Informatiker macht. Die Vorteile einer solchen Ausbildung sind im Weiteren, dass die Jugendlichen schnell selbstständig werden und ein Kulturaustausch stattfindet. So haben Lehrlinge der Roche auch schon die Möglichkeit erhalten, beispielsweise in der Roche in Boston (USA) Arbeitsluft zu schnuppern. «Meiner Meinung nach bringt Berufsbildung International einen enormen Mehrwert, weil alle Lehrlinge – auch jene, die keine zweisprachige Ausbildung machen – mitgezogen werden», berichtet Markus Kälin. Er ist Leiter Berufsbildung bei Roche Dia­gnostics in Rotkreuz. Die Firma Roche ist immer sehr motiviert an diesem Projekt dabei gewesen und hat sich auch stark engagiert. «Zu hoffen ist natürlich, dass mehr Jugendliche und auch internationale Unternehmungen sich für dieses Projekt interessieren und sich daran beteiligen, weil es eine wachsende Plattform für eine spannende, abwechslungsreiche Ausbildung ist», sagt Kälin.

Je früher die Jugendlichen her­angeführt würden, desto besser seien sie anschliessend integriert und fähig, sich am Arbeitsplatz auszudrücken. «Die Berufsbildung International hilft mir bestimmt sehr, und ich würde in Zukunft gerne in der Schweiz arbeiten», sagt Han und bestätigt damit die positiven Resonanzen anderer Lehrlinge.