Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RISCH: «Erfolgreiche Integration ist kein Zufall»

Seit Anfang Jahr beschäftigt die Gemeinde zehn Schlüsselpersonen, die gezielt auf fremdsprachige Migranten zugehen und ihnen die ersten Schritte in der neuen Heimat erleichtern. Obwohl das Projekt noch in der Pilotphase steckt, ist das Feedback bereits positiv.
Wolf Meyer
Mila Stutz (links) ist eine von aktuell zehn Rischer Schlüsselpersonen. Werner Lehmann, Bereichsleiter Jugend und Gesellschaft, und Koordinatorin Susana Zingg sind von der Notwendigkeit des Projekts überzeugt. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 22. Februar 2017))

Mila Stutz (links) ist eine von aktuell zehn Rischer Schlüsselpersonen. Werner Lehmann, Bereichsleiter Jugend und Gesellschaft, und Koordinatorin Susana Zingg sind von der Notwendigkeit des Projekts überzeugt. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 22. Februar 2017))

Wolf Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

Die Ennetseegemeinde Risch verbucht jährlich rund eintausend Neuzuzüger. Gleichzeitig ziehen rund neunhundert Einwohner pro Jahr weg von Risch. Einige der Neuzuzüger bauen sich hier langfristig einen neuen Lebensmittelpunkt auf. Für sie ist gerade der Anfang oft am schwierigsten. Besonders wenn sie aus einem anderen Land stammen und die deutsche Sprache nicht beherrschen. In solchen Fällen besteht die Gefahr, dass die Neuzuzüger auch langfristig schlecht vernetzt bleiben. Sie kennen nur Menschen aus der alten Heimat, haben Mühe mit Kontakten im öffentlichen Leben.

Diesem Problem will die Gemeinde mit dem Projekt Schlüsselpersonen vorbeugen. Mit dem neuen Angebot geht die Gemeinde aktiv auf Migrantinnen und Migranten zu und vernetzt sie mit Rischerinnen und Rischern, die selbst einen Migrationshintergrund haben, hier aber bereits gut integriert sind. Diese fungieren für die Neuzuzüger dann als sogenannte Schlüsselpersonen und helfen ihnen dabei, sich hier zurechtzufinden und Kontakte zu knüpfen. «Das beginnt manchmal bei ganz banalen Dingen», erzählt Susana Zingg. Sie ist die Koordinatorin des Projekts, das seit Januar läuft. «Wir erklären den Leuten zum Beispiel, was die blaue Zone ist oder wie wir bei uns die Entsorgung des Hauskehrichts geregelt haben. Wir zeigen ihnen aber auch, wie unsere Demokratie funktioniert oder begleiten sie an Elternabende oder Termine bei Behörden.»

Die Hemmschwellen überwinden

«Unser Ziel ist es, diesen Menschen ihren Einstieg in unsere Gesellschaft zu erleichtern.» Werner Lehmann ist Bereichs­leiter Jugend und Gesellschaft in Risch und begann vor gut einem halben Jahr damit, das Projekt Schlüsselpersonen im Auftrag des Gemeinderats aufzubauen. «Für viele nicht deutschsprachige Zuzüger ist die Hemmschwelle extrem hoch, etwa den Elternabend ihres Kindes zu besuchen oder sich in einem der vielen örtlichen Vereine zu engagieren», berichtet Lehmann. «Dabei bilden viele dieser Angebote einen sehr wertvollen Knotenpunkt, bei dem sich Migranten besser vernetzen könnten.»

Eine der momentan zehn Schlüsselpersonen, die die Gemeinde engagiert hat, ist Mila Stutz. Stutz übernimmt Italienisch, Spanisch und Portugiesisch sprechende Personen. Aber auch Albanisch, Englisch oder Tamilisch sprechende Migranten finden bei dem Projekt eine geeignete Schlüsselperson. Obwohl das Projekt erst vor knapp zwei Monaten angelaufen ist, hat Stutz schon gut 20 Jahre Erfahrung darin, Leuten dabei zu helfen, hier Fuss zu fassen. «Ich bin hier gut vernetzt und spreche die Sprache dieser Leute. Da helfe ich natürlich, wenn ich kann.» So etwa in einem Fall, bei dem sie die Schule an die Mutter eines Kindes vermittelte. Diese brauchte Unterstützung, um sich für einen geeigneten Deutschkurs einzutragen, da ihr die eigene Familie entsprechende Hilfe versagte. «Da tritt man manchmal auch an schwierige Situationen heran, aber ich habe mit der Zeit gelernt, mich von diesen Dingen abzugrenzen. Nur so kann ich wirklich helfen.»

Die Gemeinde Risch als Vorreiterin

Der Gemeinderat Risch budgetierte das Programm für die nächsten zwei Jahre. Danach soll das Projekt evaluiert werden, um den Kurs des Angebots neu zu bestimmen. «Wir sind also noch in einer Pilotphase», erklärt Werner Lehmann und fügt an: «Ich bin stolz darauf, dass wir dieses Angebot aufbauen. Im Kanton Zug sind wir neben Baar die einzige Gemeinde, die sich diesem Anliegen annimmt.» Im Kanton Luzern hingegen gibt es bereits seit 2014 mehrere Netzwerke von Schlüsselpersonen in den Gemeinden. Auch Susana Zingg ist überzeugt von der Notwendigkeit des Projekts. «Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Integration geht nicht ohne Menschen, die helfen und unterstützen – im Beruf oder im Alltag.»

Und die Rückmeldungen, die das Team bisher bekommt, sind durchs Band positiv. «Besonders Fachpersonen wie Lehrer haben lange auf einen Partner wie uns gewartet», meint Lehmann.

Hinweis: Weitere Informationen zum Projekt sowie eine Broschüre, in der die Schlüsselpersonen aufgeführt sind, gibt es auf der Gemeindehomepage von Risch Rotkreuz.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.