RISCH: Für diese Hirschkuh kommt die Brücke zu spät

Auf der A4 bei Risch ist eine Hirschkuh von einem Kleinlaster angefahren und tödlich verletzt worden. Auf diesem Autobahnabschnitt ist gemäss kantonalem Richtplan eine Wildtierbrücke vorgesehen.

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Die Hirschkuh wurde beim Zusammenprall getötet. (Bild: Zuger Polizei)

Die Hirschkuh wurde beim Zusammenprall getötet. (Bild: Zuger Polizei)

Auf der A4 zwischen Meierskappel und Rotkreiz ist eine Wildtierbrücke (rot eingekreist) vorgesehen. (Bild: PD)

Auf der A4 zwischen Meierskappel und Rotkreiz ist eine Wildtierbrücke (rot eingekreist) vorgesehen. (Bild: PD)

Auf der Autobahn A4 bei Risch ist in der Nacht auf Donnerstag ein Kleinlaster mit einer Hirschkuh kollidiert. Der Fahrer des Unfallwagens blieb unverletzt. Das Tier wollte die Autobahn überqueren und wurde beim Unfall getötet. Am Fahrzeug entstand gemäss Polizeiangaben beträchtlicher Sachschaden.

Die Hirschkuh war vierjährig und wog 97 Kilogramm, heisst es in einer Medienmitteilung der Direktion des Innern. «Das Tier war glücklicherweise nicht führend. Es muss also nicht mit einem verwaisten Kalb gerechnet werden», sagt Wildhüter Felix Ammann.

«Unfälle mit Nutz-, Haus- oder Wildtieren muss man sofort dem Geschädigten oder der Polizei (Notruf 117) melden. Wer einfach weiterfährt, macht sich strafbar und muss damit rechnen, dass die Versicherung einen allfälligen Schaden nicht zahlt», erklärt Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Polizei. Ein Unfall muss auch dann gemeldet werden, wenn das verletzte Tier geflohen ist.

Wichtig ist, dass die Stelle des Zusammenstosses markiert wird, um dem Wildhüter die Suche mit einem sogenannten Schweisshund zu erleichtern.

Im Kanton Zug leben schätzungsweise 50 bis 60 Stück Rotwild. Trotzdem sind Hirsche im Ennetsee und generell im Talgebiet selten. «Der Unfallort liegt aber genau auf einem bedeutenden überregionalen Wildtierkorridor»,  sagt Peter Ulmann, Amtsleiter Wald und Wild. «Während der Zugersee von Hirsch, Gams und Reh durchschwommen werden kann, stellt die Autobahn A4 eine fast unüberwindbare Trennung zwischen den Rigi- und den Rossbergpopulationen dar.»

Mit der Erhaltungsplanung der A4 zwischen Rütihof und Küssnacht soll in den nächsten Jahren die im kantonalen Richtplan vorgesehene Wildtierbrücke verwirklicht werden. Das Bundesamt für Strassen Astra macht derzeit die entsprechenden Vorprüfungen.

pd/zim