RISCH: Für diesen Bauer geht die Sonne auf

Landwirte haben es schwierig. Nahrungs­mittel werden immer billiger, Subventionen fliessen nicht mehr so wie früher. Franz Blaser hat ein neues Standbein.

Wolfgang Holz
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Erzeugt Solarstrom auf dem Stalldach: Bauer Franz Blaser aus Holzhäusern. (Bild Stefan Kaiser)

Erzeugt Solarstrom auf dem Stalldach: Bauer Franz Blaser aus Holzhäusern. (Bild Stefan Kaiser)

Die Szenerie wirkt eindrücklich. Auf der einen Seite des Rütihofs in Holzhäusern steht ein wunderschönes altes Zuger Bauernhaus. Es ist über dreihundertjährig und im Inventar der erhaltens- oder schützenswerten Objekte. Direkt gegenüber vom altehrwürdigen Bauernhaus, hat die Moderne Einzug gehalten. Auf dem Dach des riesigen Kuhstalls ebenso wie auf einer kleineren Scheune glänzen die Module einer grossen Solaranlage in der Sonne. «Die Fotovoltaik-Zellen sind auf den Dächern in drei verschiedenen Himmelsrichtungen platziert –nach Osten, Westen und Süden», erklärt Franz Blaser, Landwirt auf dem elterlichen Hof, den er allein bewirtschaftet. Er gehört mit seiner Solaranlage auf dem Dach, die 724 Paneele zählt, zu den grössten landwirtschaftlichen Solarstrom-Erzeugern im Kanton Zug. Mit seiner Anlage speist er Strom für umgerechnet 40 Haushalte ins Netz der Wasserwerke Zug ein. Mit der KEV-Vergütung von 35 Rappen pro Kilowattstunde Solarstrom fliessen dem Landwirt pro Jahr rund 50 000 Franken ins bäuerliche Budget. Ein sattes Zusatzeinkommen. Blaser räumt ein: «Das ist ein lukrativer Betriebszweig.»

Laut Martin Pfister, Rektor am landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Schluechthof Cham, kann die Produktion von Solarstrom ein interessanter Nebenerwerb für Bauern sein. Er glaubt allerdings, dass nach dem Boom bis Ende letztes Jahr nun eher weniger Bauern auf Solarenergie setzen werden.