Risch: Grüne Ortspartei kämpft für «Kiss»

Das Projekt zur Nachbarschaftshilfe hat sich in Cham und Zug bereits etabliert. Die Grünen Risch-Rotkreuz fordern nun in einer Motion den Aufbau einer Kiss-Genossenschaft in ihrer Gemeinde

Laura Sibold
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Unterstützung im Haushalt ist ein Beispiel für gelebte Nachbarschaftshilfe. (Symbolbild: Keystone/Luis Berg)

Unterstützung im Haushalt ist ein Beispiel für gelebte Nachbarschaftshilfe. (Symbolbild: Keystone/Luis Berg)

Hilfe bei Gartenarbeiten oder beim Einkaufen, eine Begleitung für den täglichen Spaziergang oder für den Besuch einer Veranstaltung: Nachbarschaftshilfe ist auch im Kanton Zug gefragt und kommt gut an, wie die beiden Kiss-Genossenschaften in Zug und Cham zeigen. Seit einigen Jahren können dort Personen Freiwilligenarbeit aller Art leisten und bekommen die geleistete Hilfe auf einem Stunden-Konto gutgeschrieben, damit diese später für den Eigenbedarf bezogen werden kann. Im Rahmen des Chamer Projekts wurden im vergangenen Jahr über 8000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet.

Dass die Nachbarschaftshilfe mit «Kiss» floriert, wird in den Nachbargemeinden mit Argusaugen beobachtet. Die Grünen Risch-Rotkreuz fordern nun in einer Motion, dass ihre Ennetsee-Gemeinde die Möglichkeit einer Kiss-Genossenschaft prüft. «Mit der Nachbarschaftshilfe kann ein wesentlicher Beitrag für die Vernetzung und Unterstützung von älteren Menschen in Quartieren und Ortsteilen geleistet werden», schreibt Hanni Schriber-Neiger, Präsidentin der Grünen Risch-Rotkreuz, in der Motion.

Anliegen stösst auf offene Ohren

Das Projekt Kiss - kurz für «Keep it small and simple» - kann in der Gemeinde Risch laut Motion in zwei Varianten umgesetzt werden. Entweder solle die Gemeinde eine eigene Kiss-Genossenschaft gründen oder sich der Genossenschaft Kiss Cham anschliessen. «Wir haben bereits mit Kiss Cham Rücksprache gehalten und sind auf offene Ohren gestossen», sagt Konradin Franzini, Vize-Präsident der Grünen Risch-Rotkreuz, auf Anfrage. Risch habe so die Möglichkeit, vom bestehenden Chamer Netzwerk zu profitieren und wäre mit einem geringeren finanziellen Aufwand konfrontiert, als wenn man eine eigene Genossenschaft gründen würde.

Motion wird Ende November behandelt

Gemäss Motion soll sich der Rischer Gemeinderat jedoch auch Gedanken über den Aufbau einer eigenen Kiss-Genossenschaft machen. Die Motionäre schätzen den Aufwand dafür auf rund 50 000 Franken im ersten Jahr, während für die Angliederung ans Chamer Projekt lediglich 15 000 Franken angenommen werden. Bei beiden Varianten fordern die Motionäre die Durchführung mehrerer Informationsveranstaltungen, um die Bevölkerung auf das Kiss-Konzept aufmerksam zu machen.

Dies sei wichtig, ist Hanni Schriber-Neiger, Präsidentin der Grünen Risch-Rotkreuz, überzeugt. «Es ist höchste Zeit, dass wir auch in Risch diese Ressourcen nutzen und sich die Idee der Zeitgutschriften weiter etabliert.» Die Motion der Grünen Risch-Rotkreuz wird an der Gemeindeversammlung vom 27. November behandelt.