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RISCH: Neues Kapitel in der «Causa Stockeri»

Nach einem langen Rechtsstreit haben die Verantwortlichen bei der Planung der Deponie Stockeri wieder bei null angefangen. Doch auch jetzt gibt es Widerstand. Die Betreiber wollen trotzdem nicht aufgeben.
Rahel Hug
Das Bild zeigt das Areal Stockeri, auf dem die Deponie entstehen soll (hinter der Autobahn). (Bild: Stefan Kaiser (Risch, 23. Januar 2018))

Das Bild zeigt das Areal Stockeri, auf dem die Deponie entstehen soll (hinter der Autobahn). (Bild: Stefan Kaiser (Risch, 23. Januar 2018))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Lange Zeit war es ruhig um die Deponie Stockeri. Jenes Gebiet neben der Autobahn zwischen Risch und Meierskappel, auf dem sauberes Aushubmaterial abgelagert werden soll. Der Grund für die Verzögerungen: Nachdem gegen das Projekt über 100 Einsprachen eingegangen waren, folgte ein Rechtsstreit, der bis vor das Bundesgericht führte. Die Lausanner Richter erkannten 2010 die Einspracheberechtigung der Anwohner aus Buonas und Risch an. Nach dem Urteil wurde die von der Zuger Regierung erteilte Nutzungsplan- und Errichtungsbewilligung aufgehoben.

Das ist nun fast zehn Jahre her – und ein Deponiebetrieb liegt noch immer in weiter Ferne. Doch es ist Bewegung in die Sache gekommen: Ende 2017 lag das Gesuch um Ausscheidung einer kantonalen Nutzungszone in der Gemeinde Risch und beim Kanton öffentlich auf. Wie der Baudirektor Urs Hürlimann erklärt, haben die Deponiebetreiber – die Firma BVCS AG, bestehend aus den Firmen Büwe AG, C. Vanoli AG, Christen AG und Saredi AG – 2014 beschlossen, das Projektdossier neu aufzubereiten. «Da Unsicherheiten über den konkreten Zeitpunkt einer möglichen Inbetriebnahme der Deponie bestehen, hat sich die Firma im Jahr 2016 entschieden, zuerst ein Gesuch für die Ausscheidung der Zone für Abfallanlagen einzureichen.» Das heisst, dass ein Baugesuch – im Falle einer Deponie ist von einem Errichtungsbewilligungsgesuch die Rede – zurzeit noch kein Thema ist. «Das Gesuch wird wohl erst sehr viel später, voraussichtlich in zehn Jahren, ausgearbeitet und öffentlich aufgelegt werden», sagt Hürlimann.

Erschliessung über die Autobahnausfahrt

In den Zonenbestimmungen wird der Maximalrahmen für ein künftiges Deponieprojekt abgesteckt. Die beantragte Ausdehnung der kantonalen Nutzungszone beläuft sich auf 15,5 Hektaren und lässt ein Deponievolumen von maximal einer Million Kubikmeter zu. Beim letzten Projekt war es unter anderem die Erschliessung, die den Stein des Anstosses bildete. Laut Urs Hürlimann wird nun Folgendes festgelegt: «Die Erschlies­sung erfolgt hauptsächlich via A4 Ausfahrt Küssnacht, Zugerstrasse, Küssnachterstrasse, Stockeristrasse Nord, Deponiezufahrt. Lediglich ein lokales Einzugsgebiet um Buonas und Risch darf über das lokale Strassennetz abgewickelt werden.» Die Einsprecher hatten damals befürchtet, dass die Mehrheit der Baulastwagen durch die wenig befahrenen und ruhigen Ortsteile von Buonas und Risch fahren würden.

Widerstand gibt es auch Jahre später bei den neu aufgelegten Plänen. Laut dem Baudirektor sind während der Auflagefrist Einsprachen eingegangen. Über deren Inhalt äussert sich Hürlimann nicht genauer. Er sagt nur so viel: «Die Einsprachen werden im Rahmen des laufenden Nutzungsplanverfahrens geprüft.»

Die Deponie Stockeri ist im Richtplan enthalten. Wie dringend ist die Errichtung aus Sicht der Baudirektion? «Der Bedarf ist nicht heute, sondern in voraussichtlich zehn Jahren im Rahmen der Errichtungsbewilligung zu prüfen», sagt dazu Urs Hürlimann. Der Bedarf an Deponievolumen werde heute durch die bestehenden Deponien und Kiesgruben gedeckt. Zudem bestehe mit der Aushubdeponie Babilon in der Gemeinde Dietwil im Freiamt eine Gegenrechtsvereinbarung, sodass in den nächsten Jahren auch dort deponiert werden könne.

Aushub landet zurzeit im Kanton Aargau

Martin Christen ist der Verwaltungsratspräsident der BVCS AG und nimmt für die Betreiberfirma Stellung. Der Bedarf sei nach wie vor gegeben, sagt der Chef des Küssnachter Bauunternehmens Christen AG. «Aktuell verfrachten wir den Aushub aus Rotkreuz durch den Kanton Aargau bis fast an die deutsche Grenze. Das macht wenig Sinn», sagt Christen.

Mit dem Bauboom im Kanton Zug falle entsprechend viel Aushubmaterial an. «Das ist eine Seite des Wachstums, die die meisten nicht sehen wollen. Denn keiner will den Lastwagenverkehr vor seiner Haustüre.» Die Verzögerungen sind für Martin Christen «ärgerlich», wie er sagt. Unter anderem, weil die Betreiber seinen Angaben zufolge bereits rund 1 Million Franken in Vorleistungen investiert haben. Dass nun wieder Einsprachen eingegangen sind, war für Christen «zu erwarten». Er sagt: «Wir setzen uns trotzdem weiterhin für die Deponie Stockeri ein, auch wenn sie erst in ein paar Jahren eröffnet wird.»

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