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RISCH: Novartis will kein Ausbildungszentrum in Risch

Der Pharmakonzern Novartis will nun doch kein Ausbildungszentrum in Risch bauen. Man prüfe Alternativen näher beim Hauptsitz Basel, teilte Novartis am Montag mit. Der Kanton Zug ist enttäuscht.
Modell des geplanten Novartis Ausbildungszentrums am Zugersee. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Modell des geplanten Novartis Ausbildungszentrums am Zugersee. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der Verzicht auf das Projekt in Risch sei eine «schwere Entscheidung» gewesen, die Novartis bedaure, heisst es in der Mitteilung. Novartis hat weiterhin ein Ausbildungszentrum für Führungskräfte aus aller Welt im Auge.

Allerdings soll es kostengünstiger sein und näher bei Basel liegen. Im Gespräch mit Behörden und Projektpartnern will Novartis die nächsten Schritte definieren.

Der Entscheid sei letzte Woche getroffen worden, sagte Novartis-Sprecherin Isabel Guerra auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Unternehmen sei daran, seine «Ressourcenzuteilung» zu überdenken und seinen «strategischen Fokus» neu zu setzen. In diesem Zusammenhang sei der Verzicht auf das Projekt in Risch eine von verschiedenen Massnahmen weltweit.

Der Kanton Zug bedauert den Entscheid von Novartis, heisst es in einer Mitteilung der Zuger Baudirektion. Zweifellos hätten sowohl der Kanton als auch die Standortgemeinde Risch vom Ausbildungszentrum profitiert.

Auch nach dem Entscheid von Novartis hält der Kanton Zug die laufenden Beschwerde- und Genehmigungsverfahren vorderhand pendent. Nach der Klärung offener Fragen werde Anfang 2014 festgelegt, wie die Verfahren weiter behandelt würden, heisst es in der Mitteilung.

Zumthor-Projekt am Zugersee

Das 100-Millionen-Franken-Projekt sollte in Risch direkt am Zugersee entstehen. Laut Baudirektion hätte das «aussergewöhnliche Bauprojekt des renommierten Architekten Peter Zumthor und des Landschaftsarchitekten Günther Vogt» wohl weit über die Region hinaus Interesse gefunden.

Baudirektor Heinz Tännler (SVP) rief in Erinnerung, dass die eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission das Projekt als sehr positiv gewürdigt und es als Aufwertung der Zuger Seenlandschaft bezeichnet hatte.

«Privatisierung der Uferlandschaft» bekämpft

Das Gut Aabach wurde 1930 in dem noch heute vorhandenen Park angelegt. Gemäss den nun aufgegebenen Plänen sollten auf dem rund 12,4 Hektaren grossen Gelände das aus mehreren Neubauten bestehende Zentrum entstehen.

Die Gegner des Vorhabens hatten sich unter anderem gegen das riesige Bauvolumen und die «Privatisierung der Uferlandschaft Aabach» gewehrt. Schliesslich aber genehmigten die Rischer Stimmberechtigten im November 2011 eine Änderung des Zonenplans und der Bauordnung zum Gut Aabach.

Keine zwei Kilometer von Risch entfernt, auf der Halbinsel Buonas bei Rotkreuz, betreibt das Pharmaunternehmen Roche ein Tagungszentrum für seine Kaderleute.

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