RISCH: Platz für längere Züge schaffen

Wegen der Sperre der SBB-Strecke am Zugerseeostufer werden in Rotkreuz Perrons provisorisch verlängert. Ein SVP-Kantonsrat will eine Dauerlösung.

Marco Morosoli
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Dieses Perron im Bahnhof Rotkreuz soll 2016 provisorisch verlängert werden. Jetzt taucht der Wunsch auf, eine definitive Lösung anzustreben. (Bild Stefan Kaiser)

Dieses Perron im Bahnhof Rotkreuz soll 2016 provisorisch verlängert werden. Jetzt taucht der Wunsch auf, eine definitive Lösung anzustreben. (Bild Stefan Kaiser)

Die Interregio-Züge Zürich HB - Zug - Luzern sind für die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) ein starkes Zugpferd. Zwischen 2003 und 2007 stieg die Zahl der Fahrgäste auf diesem Abschnitt um rund 24 Prozent. Bis 2030 geht die Allianz Bahnausbau in einem neuen Faktenblatt von einem Wachstum des Passagieraufkommens auf diesem Bahnast von rund 80 Prozent aus. Um diese Nachfrage zu befriedigen, gibt es zwei Möglichkeiten: Längere oder mehr Züge. Die Krux: Die um ein paar Wagen verstärkten Züge müssen an den Bahnhöfen auch anhalten können, ohne dass ein Teil der Passagiere im Schotterbett aussteigen muss.

Im Bahnhof Rotkreuz wollen die SBB nun 2016 Perrons verlängern. Notwendig ist dies, damit die Gotthard-Züge dort während der zweijährigen Totalsperre am Zugerseeostufer zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau ab Ende 2016 in Rotkreuz halten können. Die Perronverlängerung zwischen den Gleisen 5 und 6 ist aber nicht von Dauer. Verkehrt der Gotthard-Fernverkehr ab Mitte 2018 wieder über die angestammte Route, werden die Rotkreuzer Perrons wieder zurückgebaut.

Dieser Rückbau macht für den Zuger SVP-Kantonsrat Philip C. Brunner überhaupt keinen Sinn: «Das bringt doch nichts.» Deshalb hat er beim Regierungsrat Anfang Juni ein Postulat mit dem folgenden Antrag eingereicht: «Aufgrund der sehr starken Verkehrszunahme in Rotkreuz wird der Regierungsrat ersucht, anstelle der von den SBB geplanten Perronverlängerung als Holzkonstruktion mit späterer Demontage eine definitive Ausführung anzustreben.» Gleichzeitig macht Brunner beliebt, auch das Perron zwischen den Gleisen 2 und 3 zu verlängern, an welchem die Interregio-Züge Zürich - Luzern halten. «Hier könnte mit wenig Geld viel erreicht werden», sagt Philip C. Brunner. Das geplante Provisorium zum Dauerzustand zu machen bringt laut dem Zuger SVP-Politiker viel: «Die Interregio-Züge könnten um zwei Wagen verlängert werden, was das Angebot um 250 Sitzplätze erhöht.»