Risch-Rotkreuz
168,4 Millionen Franken für Investitionen sieht der Finanzplan bis 2027 vor

In Risch werden künftig hohe Summen in Neubauten und Sanierungen investiert. Ein entsprechender Finanzplan wurde an der Gemeindeversammlung vorgestellt. Kritische Fragen stellten die Anwesenden zum Budget und zum Bau des Betagtenzentrums Dreilinden.

Cornelia Bisch
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Der Neubau des Zentrums Dorfmatt im Umfang von schätzungsweise 66 Millionen Franken ist eines der künftigen Bauvorhaben der Gemeinde Risch.

Der Neubau des Zentrums Dorfmatt im Umfang von schätzungsweise 66 Millionen Franken ist eines der künftigen Bauvorhaben der Gemeinde Risch.

Bild: Stefan Kaiser

Es sind eindrückliche Zahlen, die den 201 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern an der Herbstgemeindeversammlung in Risch-Rotkreuz für die kommenden fünf Jahre präsentiert wurden. Der Finanzplan sieht Bruttoinvestitionen von 168,4 Millionen Franken vor. Im Jahr 2023 werden es rund 42 Millionen sein, in den nachfolgenden zwischen 24,5 und 47,5 Millionen Franken.

Das Budget fürs kommende Jahr rechnet mit einem Ertragsüberschuss von 1,8 Millionen Franken. Die positive Prognose sei vor allem auf den sehr guten Geschäftsgang von grösseren ortsansässigen Unternehmen zurückzuführen, sagte Finanzvorsteher Francesco Zoppi. Auf der Aufwandseite falle die Aufstockung des Stellenplans der Verwaltung um 4,4 Stellen sowie desjenigen der Lehrpersonen um 2,6 Stellen besonders ins Gewicht.

Warum kein Steuerrabatt?

Der Steuerfuss wird bei 56 Prozent belassen. Steuerrabatte lehne die Gemeinde ab, so Zoppis Antwort auf eine entsprechende Frage aus dem Plenum. «Wir wollen Kontinuität und eine nachhaltige Finanzpolitik.» Man werde eine Senkung des Steuerfusses in den nächsten Jahren wieder in Betracht ziehen, müsse aber auch den innerkantonalen Steuerausgleich im Auge behalten, ebenso wie die hohen Investitionen in den kommenden Jahren.

Dass die Budgetzahlen gut geprüft werden, zeigten Wortmeldungen, welche einzelne Positionen wie die Spesenentschädigung im Bereich Bildung und Kultur oder den Aufwand von 100'000 Franken für die Verlegung der alten Sagi an der Küntwilerstrasse kritisch hinterfragten. Einwohner Kurt Balmer stellte einen Antrag auf Streichung dieses Ausgabepostens aus dem Budget 2023.

Die Denkmalschutzkommission habe das Objekt zwar als nicht schützenswert bezeichnet, räumte Gemeinderat Markus Scheidegger ein. Dennoch wolle man das Objekt nicht einfach aufgeben. «Die 100'000 Franken im Budget 2023 brauchen wir zur Rettung und vorläufigen Einlagerung des Sägewerks, bis entschieden wird, was damit passiert.» Über den Änderungsantrag wurde abgestimmt. 63 Personen stimmten für die Streichung des Postens, 98 dagegen. Das Budget 2023 wurde daraufhin grossmehrheitlich genehmigt.

Das Hochwasserschutzprojekt wird optimiert

Die Anwesenden akzeptierten einen Zusatzkredit von 950'000 Franken zum bereits bewilligten Planungskredit von 1,6 Millionen Franken für die Optimierung des Hochwasserschutzprojekts Rotkreuz, welches auch für ein Jahrhunderthochwasser-Ereignis wie jenes vom Sommer 2021 konzipiert sei, wie Gemeinderat Patrick Wahl ausführte. Für Sofortmassnahmen wurde ein Rahmenkredit von 450'000 Franken bewilligt.

Eine halbe Million Franken wird für energetische Massnahmen am Gebäude der Musikschule verwendet. Auf der Südseite des Hauses soll eine nachhaltige vertikale Fassadenbegrünung angelegt werden zur Reduzierung der Hitzeeinwirkung während des Sommers, wie Scheidegger erklärte. Zudem wird das Flachdach saniert und für die Installation einer Photovoltaikanlage vorbereitet. Dieses Geschäft winkte die Bevölkerung ebenfalls ohne Einwände durch.

Kritische Fragen der Grünen zum Betagtenzentrum

Zum Bau des neuen Betagtenzentrums Dreilinden, das bis 2025 entstehen soll, hatten die Grünen Risch-Rotkreuz in einer Interpellation kritische Fragen an den Gemeinderat gestellt. Dieser nahm in der Person von Roland Zerr Stellung dazu.

Bei der Konzeption sei dem Thema Demenz grosse Bedeutung beigemessen worden, betonte er. «Die Abteilung für demenzielle Erkrankung wird nicht reduziert, sondern im Gegenteil ausgebaut und mit dem Einsatz von assistiertem elektronischem Schutz flexibilisiert.» Dieses System gewähre den Betroffenen einen höherer Freiheitsgrad und infolge dessen mehr Lebensqualität.

Statt einer Tagesstätte werde im neuen Zentrum das System der integrierten Tagesplätze geschaffen. «Es wird also keine eigene Abteilung gebaut. Die Tagesgäste werden in die bestehenden Strukturen aufgenommen», so Zerr. Dieses System bewähre sich bereits in Cham. Ein Pilotversuch werde noch im alten Zentrum Dreilinden durchgeführt, damit man erkenne, wie ausgeprägt das diesbezügliche Bedürfnis sei.

Sieben Überwachungskameras rund um das Bahnhofareal

Die örtliche SVP beantragte in einer Motion im August 2021 die Prüfung der Installation einer Videoüberwachung am Dorfmattplatz und auf dem gesamten Bahnhofareal. Die Motion wurde an der letztjährigen Herbstgemeinde für erheblich erklärt.

Inzwischen kümmerte sich der Gemeinderat um dieses Anliegen und stellte der Versammlung sieben Kamerastandorte vor. Sie werden beim Kiosk am Dorfmattplatz, im Innenhof bei der Toilettenanlage sowie an den fünf Zugängen der Personenunterführungen aufgestellt. Die Installationskosten belaufen sich auf rund 61'000 Franken, die jährlichen Betriebskosten auf 14'000 Franken. Trotz Antrag des Vizepräsidenten der Grünen Risch-Rotkreuz Konradin Franzini, dieses Vorhaben abzulehnen, wurde ihm grossmehrheitlich zugestimmt.

Für besondere Leistungen geehrt wurden im Anschluss an die Versammlung die Sportler Lorik Emini, Robin Meyer, Noah Hurschler, die Sportlerin Angela Luthiger, die freiwillige Mitarbeiterin des Samaritervereins Irene Staub und der Lokalhistoriker Richard Hediger.