RISCH
Die Gemeinde will mit der Kirche ein Tauschgeschäft abschliessen

Immobilie gegen Parzelle: Diesen Tausch zum Vorteil beider Parteien soll das Volk an der Gemeindeversammlung absegnen. Daneben werden Kredite beantragt für die Erweiterung des Friedhofs und des Abwassernetzes. Ein Vorstoss verlangt mehr Transparenz bezüglich der Strategie Wohnen im Alter.

Cornelia Bisch
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Die katholische Kirchgemeinde tritt der Gemeinde Risch ihre Stockwerkeinheit im Zentrum Dorfmatt ab und erhält im Gegenzug ein Grundstück nördlich der katholischen Kirche, wo sie beabsichtigt, einen Neubau zu realisieren. Damit könnten die strategischen Absichten beider Parteien abgesichert werden, schreibt die Gemeinde Risch. Mittelfristig plant sie ihrerseits den Neubau des Zentrums Dorfmatt mit Rathaus und Gemeindesaal, nach Vollzug des Tauschgeschäfts in ganz eigener Regie.

Die Traktanden

An der Gemeindeversammlung Risch vom 7. Juni, 19.30 Uhr, im Saal Dorfmatt in Rotkreuz stehen folgende Traktanden auf dem Programm: Protokoll der Gemeindeversammlung vom 24. November 2020, Rechnung 2020, Vorvertrag mit der Katholischen Kirchgemeinde Risch, Änderung des Reglements über den Schulzahnarztdienst, Baukredit Erweiterung Friedhof, Rahmenkredit für den Unterhalt und Ausbau des gemeindlichen Abwassernetzes, Teilrevision des Reglements über die familien- und schulergänzende Betreuung.

Für ihr Stockwerkeigentum erhält die Kirchgemeinde eine Summe von rund zweieinhalb Millionen Franken, die Parzelle tritt sie für knapp eine halbe Million Franken an die Gemeinde ab. Ein Vorvertrag mit der katholischen Kirchgemeinde wurde bereits unterzeichnet. An der Gemeindeversammlung wird dieser nun dem Volk zur Genehmigung unterbreitet. Ebenfalls wird damit dem Gemeinderat die Kompetenz erteilt, den Hauptvertrag abzuschliessen.

Die CVP Ortspartei legt den Einwohnern Rischs dieses Traktandum besonders ans Herz: «Der Vorvertrag mit der Katholischen Kirchgemeinde Risch eröffnet eine interessante Perspektive für die Aufwertung des Zentrums wie auch für das kirchliche Leben», schreibt Parteipräsident Andreas Battiston. Von dieser Konstellation könnten die Bevölkerung und viele Vereine profitieren.

Mittelfristig plant die Gemeinde Risch den Neubau des Zentrums Dorfmatt.

Mittelfristig plant die Gemeinde Risch den Neubau des Zentrums Dorfmatt.

Bild: Stefan Kaiser

Die Jahresrechnung 2020 schliesst mit einem Überschuss von 6,6 Millionen Franken. Dabei schlagen sowohl Aufwand als auch Ertrag in unerwartet positiver Weise zu Buche. Der Aufwand ist um 3,1 Millionen Franken tiefer ausgefallen als budgetiert, was auf nicht verwendete Mittel für Dienstleistungen und Honorare, auf geringere Abschreibungen sowie auf einen tieferen Sach- und Betriebsaufwand zurückzuführen ist. Die nicht budgetierte Mehrwertbeteiligung für die Überbauung Chäsimatt, höhere Erbschafts- und Schenkungssteuern sowie höhere Grundstückgewinnsteuern als budgetiert sorgen für ein Plus an Erträgen von 3,4 Millionen Franken.

Kredite im Umfang von über fünf Millionen Franken

Der Souverän stimmt über einen Kredit von 2,1 Millionen Franken für die Erweiterung des Friedhofs sowie über einen weiteren von 3,25 Millionen Franken für den Unterhalt und Ausbau des Abwassernetzes ab.

Die Gemeinde will die modulare Tagesschule für Kindergarten- und Primarschulkinder auf einen Teil der Schulferien ausdehnen. Um dies zu ermöglichen, muss das Reglement über die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung angepasst werden. Ebenfalls soll das Angebot insgesamt ausgebaut und ein Gutscheinsystem analog jenem anderer Zuger Gemeinden eingeführt werden. «Wir freuen uns insbesondere, dass die Teilrevision des Reglements Familien und schulergänzende Betreuung alle wesentlichen Punkte aufnimmt, die wir in unserer Interpellation im letzten Jahr gefordert hatten», stellt Clemes Schmid von der FDP Ortspartei fest. Auch die SP äussert sich positiv zu diesem Traktandum. Die beiden Parteien sowie die CVP Risch-Rotkreuz unterstützen sämtliche Vorhaben der Gemeinde.

Details zum Alterswohnen sind veröffentlicht worden

Ausserdem reichte die IG Zukunft Alter Risch-Rotkreuz unter Federführung von Josef Kaufmann zuhanden der Gemeindeversammlung eine Interpellation ein, «damit die Bevölkerung mehr über die Strategie sowie das Projekt Wohnen und Leben im Alter erfährt», wie er in seinem Schreiben betont. Mit der Ankündigung der Gemeinde, ein neues Alters- und Pflegezentrum gleichzeitig mit Alterswohnungen an der Buonaserstrasse zu bauen, habe sie die Bevölkerung überrumpelt. Die IG Zukunft Alter Risch-Rotkreuz stellt Fragen zur Altersstrategie 2040, zur Bauetappierung, zum Raum- und Betriebskonzept sowie zu Mietkosten und Finanzen der Stiftung Alterszentrum Risch/Meierskappel.

Die Gemeinde hat – wie bereits angekündigt – schon im Vorfeld reagiert und gestern Details zu den geplanten Vorhaben veröffentlicht.