RISCH-ROTKREUZ: Risch will im Zentrum hoch hinaus

Die Entwicklung im Ennetsee geht rasant vorwärts. Darum hat sich die Exekutive eine umfassende Strategie zurechtgelegt.

Rahel Hug
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Auf diesem Areal wird das Informatik­departement der Hochschule Luzern künftig zu Hause sein. (Bild Werner Schelbert)

Auf diesem Areal wird das Informatik­departement der Hochschule Luzern künftig zu Hause sein. (Bild Werner Schelbert)

Rahel Hug

In den letzten Jahren ist Risch kräftig gewachsen. Das Eisenbahndorf Rotkreuz hat sich zur Pharma-Hochburg gemausert, mit seinen über 10 000 Einwohnern ist Risch die viertgrösste Gemeinde im Kanton Zug, die Schülerzahlen sind gemäss Prognosen steigend. Der Entscheid des Konkordatsrates der Hochschule Luzern, die Informatikabteilung in Rotkreuz anzusiedeln, hat der Gemeinde weiteren Auftrieb gebracht. Über 1000 Informatik- und Wirtschaftsstudenten werden künftig das ­Suurstoffi-Areal beim Bahnhof bevölkern.

Dieser dynamischen Entwicklung will der Gemeinderat Rechnung tragen. Er hat deshalb eine Entwicklungsstrategie erarbeitet und das Erscheinungsbild der Gemeinde erneuert. Gestern haben Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher und Gemeindepräsident Peter Hausherr an einer Medienkonferenz über die Neuerungen informiert.

Acht Handlungsfelder

Der Entscheid, eine umfassende Gemeindeentwicklungsstrategie auszuarbeiten, fiel im Frühling 2012. «Weil die Schulraumplanung in der Zwischenzeit dringlicher war, hat es etwas länger gedauert als geplant», erklärt Peter Hausherr. Die eigentliche Gemeindeentwicklungsstrategie umfasst die acht Handlungsfelder Verwaltung und Kommunikation, Siedlung, Wirtschaft, Verkehr, Bildung, Finanzen, Sozialraum und Infrastruktur sowie Kultur, Freizeit und Landschaft. Jedes Handlungsfeld wird durch einen Leitsatz umschrieben und enthält Einzelstrategien sowie die dazugehörigen Legislaturziele 2015 bis 2018. Dabei hat sich die Steuerungsgruppe einiges vorgenommen: So will die Gemeinde im Bereich der Kommunikation in den nächsten Jahren unter anderem ein Kommunikationskonzept sowie eine Gemeindeordnung erarbeiten. Darüber, wie sich Risch siedlungstechnisch entwickeln soll, hat Peter Hausherr eine klare Vorstellung: «Wir wollen verdichten – und das zu Gunsten von Freiräumen.» Ein weiteres Ziel sei, die planerische Entwicklung im Gebiet rund um den Bahnhof voranzutreiben. In den Ortsteilen Risch, Buonas und Holzhäusern hingegen gelte es, die Siedlungsqualität zu erhalten und ortsverträglich zu fördern. Im Bereich der Wirtschaft hat sich die Gemeinde zum Ziel gesetzt, im Netzwerk Zugwest weiterhin eine aktive Rolle zu übernehmen. Eine grosse Chance biete insbesondere die Ansiedlung des Informatikdepartements. «Die Kooperationsbereitschaft der Firmen ist hoch. Diese Möglichkeiten wollen wir nutzen», sagt Peter Hausherr.

Intensiv angeschaut habe man die Themen Mobilität und Verkehr, hält der Gemeindepräsident fest. Die Gemeinde will den Bau einer zusätzlichen Passage östlich der heute bestehenden Unterführung am Bahnhof Rotkreuz forcieren. Weiter soll das Projekt Bügel, ein Autobahnzubringer ab der Industriestrasse, aktiv gefördert und eine Festsetzung im kantonalen Richtplan angestrebt werden. Zudem sei ein kommunales Verkehrskonzept geplant. Eine Herausforderung, die Risch in den kommenden Jahren erwartet, sind die steigenden Schülerzahlen. Für den Ausbau der Schulinfrastruktur haben die Stimmbürger im November 2014 zwei erste Kredite gesprochen. «Die Umsetzung der Schulraumplanung läuft», sagt Peter Hausherr. Es gelte in den kommenden Jahren, das Projekt «Umgang mit Heterogenität» in der Schule umzusetzen. Neben dem Ziel, im Bereich der Finanzen eine Nettoverschuldung zu vermeiden, sind in der Gemeindeentwicklungsstrategie weiter die Entwicklung der institutionellen Strukturen im Bereich «Leben im Alter», die Kultur- und Vereinsförderung sowie die Erstellung eines Freiraumkonzeptes aufgeführt.

«Anschluss garantiert»

Ihren Internetauftritt hat die Gemeinde bereits vor ein paar Jahren erneuert. Seit vergangenem Sommer erscheint die Gemeindezeitschrift unter dem Namen «Riz» in einem neuen Kleid. Mit einem neuen Slogan wird der modernisierte Auftritt nun abgerundet. «Risch – Anschluss garantiert», heisst der Leitspruch, der den alten Slogan «Risch – Agil leben und arbeiten am Dreh- und Angelpunkt» ablöst. «Der Spruch ist kurz, prägnant und anwendbar auf die verschiedensten Bereiche», erklärt Peter Hausherr. Nicht zuletzt widerspiegle er auch die Standortgunst der Gemeinde.

Die Gemeindeentwicklungsstrategie soll als strategisches und öffentliches Kommunikationsinstrument dienen und alle vier Jahre überprüft werden. «Es gilt, die Weichen für die Zukunft zu stellen – und dies mitten im Wandel, in dem wir uns befinden», so Hausherr.