Risch will in den nächsten Jahren über 100 Millionen Franken investieren

Die Gemeinde schliesst die Jahresrechnung 2019 mit einem ordentlichen Polster. Dies ist Mehreinnahmen bei den Steuern zu verdanken.

Andrea Muff
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In Anbetracht der jetzigen Coronakrise stimmt die Jahresrechnung den Rischer Finanzchef Francesco Zoppi nicht euphorisch, aber dennoch zufrieden. Denn aus der Jahresrechnung 2019 resultiert ein Ertragsüberschuss von 11,1 Millionen Franken. Dies wegen eines um 1,4 Millionen Franken tieferen Aufwandes und eines um 9,6 Millionen Franken höheren Ertrages. Damit übersteigt der Ertrag um 9,6 Millionen Franken das Budget. «Finanziell riecht es nach Zukunft, aber wir haben einige Investitionen vor uns», erklärt der SVP-Gemeinderat.

Im Finanzplan 2020 bis 2024 sind Bruttoinvestitionen von insgesamt 112,5 Millionen Franken geplant. Dabei fallen in erster Linie die Schulraumplanung, der Hochwasserschutz und die Sanierung Binzmühle ins Gewicht. Letzteres Sanierungsprojekt wurde zwar im November von den Stimmbürgern nicht gutgeheissen, wird aber dennoch weiter geplant. An der selben Abstimmung sprach sich das Volk für den Kredit von 15,6 Millionen Franken zur Aufstockung des Waldegg-Schulhauses 4 in Rotkreuz aus.

Damit die Gemeinde die Investitionen aus eigenen Mitteln stemmen kann, sollen mit dem Plus die «Reserven für zukünftige Abschreibungen» um 8 Millionen Franken aufgestockt werden. «Es sieht momentan so aus, als könnten wir die geplanten Investitionen aus eigenen Mitteln finanzieren», ist Zoppi zuversichtlich.

Gemeinde Risch will weiter vorsichtig budgetieren

Der beachtliche Überschuss von rund 11 Millionen Franken hat die Gemeinde dem rund 8 Millionen Franken höheren Fiskalertrag als budgetiert zu verdanken. Die Steuererträge der natürlichen Personen liegen um 3,1 Millionen Franken und die übrigen direkten Steuern um 2,2 Millionen Franken über Budget. Einmalige Effekte, ein sogenannter Sondereffekt, liessen die Steuereinnahmen der juristischen Personen netto um 2,7 Millionen Franken höher als budgetiert ausfallen. Ein Sondereffekt resultiere etwa aus einer Kapitalausschüttung einer Firma oder auf deren Umwandlung in eine andere Geschäftsform. «Die Mehreinnahmen bei den Steuern, derjenigen der natürlichen und juristischen, sind generell auch auf die Aufarbeitung der Steuern aus den letzten Jahren zurückzuführen», sagt der Finanzchef und fügt hinzu:

«Solche Einnahmen sind nicht vorhersehbar und waren daher nicht budgetiert.»

Die Gemeinde Risch budgetiere vorsichtig und wolle dies auch weiterhin tun. Mit den vergangenen drei Budgets hat die Gemeinde den Steuerfuss von 63 auf heute 57 Prozent (Budget 2020) gesenkt. «Unsere Finanzpolitik beruht darauf, dass wir über einen Steuerfuss verfügen, der im Vergleich mit den anderen Zuger Gemeinden unter dem Durchschnitt liegt», erklärt Zoppi.

Auswirkungen erst 2021 zu spüren

Die Massnahmen des Bundes zur Eindämmung der Coronapandemie wird wohl auch Auswirkung auf die Unternehmen in der Gemeinde Risch haben. Die Ennetseegemeinde ist als Boom-Gemeinde bekannt und verzeichnet einen starken Bevölkerungszuwachs, dennoch heisst die Devise für den Finanzchef abwarten. «Wir beobachten und helfen, wenn und wo das sinnvoll ist», sagt er und erklärt weiter, dass man in dieser Angelegenheit auf Kanton und Bund schaue. Auswirkungen auf die Steuereinnahmen werde die Coronakrise erst im 2021 haben, vermutet Zoppi.

Ob die Gemeindeversammlung am 8. Juni durchgeführt werden kann, stehe noch nicht fest, heisst es in der entsprechenden Mitteilung der Gemeinde. Voraussichtlich werde sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt: Als Verschiebedaten sind der Montag, 29. Juni sowie der Mittwoch, 9. September, im Gespräch.