Rosen vom Prinz, Bonbons von der Hexe

Im Hertiquartier waren am Samstagnachmittag die Letzibuzäli los. Und auch sonst noch so allerhand.

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Gute Laune und fasnächtliche Klänge am Umzug der Letzibuzäli Zunft. (Bild: Maria Schmid/Neue ZZ)

Gute Laune und fasnächtliche Klänge am Umzug der Letzibuzäli Zunft. (Bild: Maria Schmid/Neue ZZ)

Zwei Bollerschüsse sind zu hören und in ihrem Nachhall ein schüchternes Kinderstimmchen. «Mami, gehts jetzt los?», fragt der kleine Junge auf der Ehrentribüne in der St.-Johannes-Strasse. Dort haben es sich am Samstagnachmittag gegen14 Uhr nicht nur Mutter und Sohn bequem gemacht. Nein, auch die Prominenz von Politik und Narretei möchte ihn sehen – den Fasnachtsumzug der Zuger Zunft der Letzibuzäli.

Und weil die Sonne den Narren wieder einmal nicht scheinen will, freuen sich sowohl Finanzchef Ivo Romer, Sozialchef Andreas Bossard und Bauchef André Wicky als auch der Fasnächtler des Jahres 2011, Marcel Feuchter, über die dargebotenen heissen Getränke. Von der Eiche-Zunft Hünenberg wirds wenig später Säckli voll Marroni geben und von Letzibuzäli-Ehrenpräsident Georges Felber rosa Rosen, die das Herz erwärmen.

Bild: Maria Schmid/Neue ZZ
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Anhüpfen gegen die Kälte

Doch zunächst einmal treten die Reiterfreunde Baar auf den Plan. Sie eröffnen – hoch zu Ross – den Umzug in der Herti. «Räbedibum, Räbedibum, e Räbe, Räbe, Räbe, Räbe muesch du ha», ruft es da sogleich von der Tribüne – Baarer Narren unter sich. Am Strassenrand gegenüber hüpfen Getigerte und Geringelte, Freibeuter und Freigeister gegen die Kälte an. Es naht der Einschellerverein Wangen, die erste Brauchtumsgruppe. Riesige Kuhglocken haben diese Männer in ihrer blauen Tracht geschultert, der Respekt des Publikums ist ihnen sicher.

Danach schwirrt die Luft. Die Bienchen sind los – zuerst die aus Hedingen (der Konfettiregen darf beginnen), dann die der Spielgruppe Kinderhütte. Auf das Summen folgt das Brummen. Keine Fasnacht ohne Guggen. Die Los Contineros stehen an der Spitze des musikalischen Geschehens, dicht gefolgt von den Susoschmöckern («we all live in the yellow submarine ...») bis zu den Happyguggern, die den Zug beschliessen.

Mittendrin winkt natürlich die Zunft der Letzibuzäli ihren fasnächtlichen Fans zu. Prinz Uni I verteilt Orangen, und vom Wagen zu Ehren von «40 Jahre Pfarrei St. Johannes» erklingt ein Glöckchen – geläutet von einem Teufelchen. Wen wunderts da noch, dass nun die Hexen kommen, Bonbons werfen und Kinder in den Käfig sperren. Ein kleiner Blaumann auf dem Gehsteig schlägt auf seine Trommel, die Hexen haben ihn verschont. Bonbons hat er aber sicher abbekommen, verteilt die Zunft der Letzibuzäli doch nicht weniger als 450 Kilo an Süssigkeiten pro Fasnacht.

Susanne Holz / Neue ZZ