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ROSSBERG: Wildspitz: Auch der Weg ist das Ziel

Wer die Wege hoch zum Wildspitz regelmässig benutzt, findet zahlreiche Orte mit herrlichen Trouvaillen. Eine Liebeserklärung.
Charly Keiser
Das «Gatterbild» verrät das Wetter, die Tages- und Jahreszeit der Aufnahme. Und der Weg dahin noch einiges mehr. (Bild Charly Keiser)

Das «Gatterbild» verrät das Wetter, die Tages- und Jahreszeit der Aufnahme. Und der Weg dahin noch einiges mehr. (Bild Charly Keiser)

Charly Keiser

Mein Lieblingsplatz im Kanton Zug ist unsere Wohnung. Und darin genauer das Bett, in dem sich in der Nacht und in Träumen jeder noch so geheime Wunsch erfüllt. Doch auch der Tisch, an dem ich am Morgen mit meiner Frau den ersten Kaffee oder am Abend einen Apéro geniesse, bekommt von mir den Status «Lieblingsplatz». Genau so, wie «mein Platz» auf der Terrasse und «mein Teil» des Sofas vor dem Fernseher. Nun. Obige Beschreibung trifft wohl auf die meisten Leute in ähnlicher Form zu. Darum interessiert wahrscheinlich mehr, wo denn der «keiserliche» Lieblingsplatz ausserhalb meiner «Homebase» ist.

Und die Sache wiederholt sich: Denn mein Lieblingsplatz ist der Rossberg, und auch dort gibt es verschiedene Orte, die ich ganz besonders mag. Genau genommen steht über allem ein übergeordnetes Ziel. Und dieses heisst: Wildspitz. 105 Mal bin ich im letzten Jahr dort oben gewesen und habe die Besuche jeweils mit einem Bild am immer gleichen Ort dokumentiert. Daraus ist ein Bild aus 105 verschiedenen Aufnahmen entstanden. Maximal 105 werden davon gedruckt. Als eine Art erweitertes Jahreszeitbild mit karitativem Zusatz.

Sonntagsspaziergang

Auch am letzten Sonntag habe ich das Gatter abgelichtet, als meine Frau, einer unserer Söhne, Jagd- und Hütehund Bex und ich von der Halsegg via Türlistock auf den Wildspitz spaziert sind. Auf dem Bild mit dem Gatter ist gut zu erkennen, dass der Rossberg auf seinem Kopf eine dunkle Wolke trägt. Und unten am Zugersee scheint die Sonne, und das üppige Gras verrät die Jahreszeit.

Der Weg ist das Ziel, soll Konfuzius einst gesagt haben. Und ich geb ihm Recht. Denn auf dem Weg hoch zum Wildspitz sind viele Orte und Dinge, die es zu bewundern gibt. Im Winter ist es meist das Wasser, das in Form von Schnee oder Eis das Auge entzückt. Die Spuren auf dem weissen Untergrund oder das Eis an Bäumen und Pflanzen zaubern unvergleichliche Momente für Wanderer, Skitourengänger und Schneeschuhläufer.

Im Frühling sind es die Pflanzen, die Rossberg-Besucher staunen lassen. Es beginnt mit Gräsern, die aus der braunen Wiese emporlugen, und Knospen, die allenthalben zu sehen sind. Wer sieht jetzt vor seinem geistigen Auge Farn, das sich in die Höhe entwickelt, um sich dann in voller Grösse zu entfalten? Der Höhepunkt folgt im Mai, wenn die «Fraueschüeli» mit ihren gelben Blüten den Goldauer Bergsturz in ein Orchideenparadies verwandeln.

Immer grüner wird der Rossberg bis im August – und kurz zuvor quellen die ersten Speisepilze aus dem Boden. Danach beginnt die Jagdzeit für mich – und der Stress für unseren Dörrapparat. Immer voller werden die Leinensäcke, immer mehr die Steinpilze, die zu Wild, glasierten Marroni und «Chnöpfli» zusammen mit Rahm die perfekte Sauce liefern.

Jeder Aufstieg ist anders – fast immer gleich hingegen der Empfang und die «keiserliche» Bewirtung im «Stammlokal» im Berggasthaus Wildspitz. Ob heiss, kalt, windig oder stürmisch. Ob bei Regen, Sonnenschein – am Tag oder schon beim Einnachten: Mein Lieblingsplatz besticht durch seine unglaubliche Vielfalt.

Mein Lieblingsort: Alle Beiträge gibt es auf www.zugerzeitung.ch/serien

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