Das Roth-Haus in Muri ist bereit fürs Provisorium

Das vergangene Jahr war geprägt vom geplanten Neubau und der vorübergehenden Züglete in die Pflegi. Finanziell kann die Stiftung Roth-Haus ein erfreuliches Jahresergebnis präsentieren.

Eddy Schambron
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Die Profilstangen für den Neubau stehen noch. Die Vorbereitungen für die Realisierung sind weit fortgeschritten. (Bild: Eddy Schambron)

Die Profilstangen für den Neubau stehen noch. Die Vorbereitungen für die Realisierung sind weit fortgeschritten. (Bild: Eddy Schambron)

Ganz im Zeichen des bevorstehenden Neubaus stand im letzten Jahr das Wohnheim für Schwerstbehinderte Roth-Haus in Muri. Nachdem Ende 2017 das Ergebnis des Projektwettbewerbs feststand, wurde im November 2018 das Baugesuch eingereicht. «Langsam beginnt die Spannung in unserer Institution zu steigen, nicht zuletzt auch bei unseren Bewohnerinnen und Bewohnern», schreibt Stiftungsratspräsident Harold Külling in seinem Jahresbericht. «Die wohl aufregendste Zeit steht uns noch bevor: die eigentlichen Bauarbeiten, verbunden mit dem Umzug in ein Provisorium.» Noch stehen allerdings die Profilstangen – weil eine Einsprache hängig ist.

Weiter hat der Stiftungsrat das Personalreglement überarbeitet und den neusten Entwicklungen angepasst. Dabei sei es vom Gedanken getragen, dass der Rückhalt im Personal entscheidend für das Funktionieren der Institution ist. «Deren unspektakuläre und manchmal schwierige tägliche Arbeit trägt ganz entscheidend zum guten Ruf des Roth-Hauses bei.»

Auch für Uwe Tischer, Geschäftsleiter des Roth-Hauses, stand das Bauprojekt, der An- und Umbau des Wohnheims, im Zentrum. So mussten unter anderem die vielen Details für einen befristeten Umzug aller Wohngruppen in das Provisorium der Pflegi Muri geklärt werden. «Ein Heimbetrieb ist ein hoch komplexes Gebilde mit vielen voneinander abhängigen Abläufen und Bedingungen.»

Umzug ins Provisorium wirft viele Fragen auf

Es sei das Ziel, den inzwischen eingespielten Betrieb im Roth-Haus auch im Provisorium zu gewährleisten. Dabei stellen sich viele Fragen: Welche Wohngruppe wird wo untergebracht? Wo entspricht die Zimmersituation den Bedürfnissen der Klienten oder wo nicht? Welche Anpassungen müssen vorgenommen werden? Wie können die Klienten auf den Umzug vorbereitet werden? Was benötigen die Mitarbeitenden der Wohn­gruppen für ihre Tätigkeit im Provisorium? Worauf kann oder muss verzichtet werden? Zusätzlich zu allen Aspekten der Wohngruppen müsse aber auch die grundsätzliche Aufrechterhaltung der gesamten Infrastruktur beachtet werden. Was etwa bedeutet der Umzug ins Provisorium für den Technischen Dienst, die Administration, den Medizinischen Tagesdienst, die Wäscherei oder die Küche? Wie viel Anpassung ergibt für die befristete Zeit für jeden einzelnen Bereich organisatorisch und finanziell Sinn?

Und nicht zuletzt: Wie werden die Zusammenarbeit und das Zusammenleben mit den Gastgebern, der Pflegi Muri, gestaltet? «Die Zusatzbelastung war für alle hoch», hält Uwe Tischer weiter fest. «Zum Glück mussten nicht alle Fragen auf einmal beantwortet werden.» Einiges sei geklärt, anderes noch offen. Von allen Beteiligten sei aber nach wie vor eine hohe Prozesskompetenz gefordert.

Ausserordentlicher Einsatz

Die Jahresrechnung schliesst mit einem kleinen Gewinn von knapp 400 Franken ab. Der Nettoertrag beläuft sich auf 4,696 Millionen Franken, davon 4,667 Millionen Franken aus Pensionsgeld inklusive Hilflosenentschädigung. Der Personalaufwand beträgt 3,632 Millionen Franken, der Betriebsaufwand 680000 Franken. Damit beläuft sich das Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Wertberichtigung und Finanzerfolg auf 383772 Franken. Das erfreuliche Jahresergebnis 2018 sei nur durch den ausserordentlichen Einsatz vieler Menschen zu Stande gekommen, wird von Tischer unterstrichen.