Rotkreuz

15 Jahre nach dem Nein an der Urne: Gemeinde und Kirchenrat schmieden neue Pläne für ein Pfarreizentrum

Bei der katholischen Kirche in Rotkreuz soll ein Gebäude in «parkähnlicher Umgebung» entstehen. Wegen einer zusätzlichen Nutzung ist dafür eine Umzonung nötig.

Raphael Biermayr
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Aus «zwei, drei Jahren», wie es damals hiess, sind über 15 geworden. So lange hat man in der Öffentlichkeit nichts mehr von einem katholischen Pfarreizentrum in Rotkreuz gehört. Im April 2005 lehnten die Rischer Stimmenden den Kredit in der Höhe von 4,6 Millionen Franken für ein solches ab. Dem Urnengang vorausgegangen war ein ungewohnt heftiger Abstimmungskampf.

An der kürzlich abgehaltenen Gemeindeversammlung sprach der Gemeindepräsident Peter Hausherr ein neues Projekt für ein Pfarreiheim an, angereichert durch eine sogenannte Mantelnutzung mit Wohnungen. Auf drei Parzellen nördlich der Kirche, von denen zwei der Kirche und eine der Gemeinde gehören, soll ein Gebäude entstehen, dass «innen wie aussen zum Verweilen einlädt», teilt Peter Hausherr auf Nachfrage unserer Zeitung schriftlich mit. Er antworte auch im Namen des Kirchenrats.

Auf dieser Fläche bei der katholischen Kirche in Rotkreuz soll dereinst ein Pfarreizentrum mit Wohnungen stehen.

Auf dieser Fläche bei der katholischen Kirche in Rotkreuz soll dereinst ein Pfarreizentrum mit Wohnungen stehen.

Bild: Matthias Jurt (3. Dezember 2020)

Es ist eine Umzonung vonnöten

Das äussere Verweilen soll durch eine «parkähnliche Umgebung» erreicht werden. Im Innern sind Räume für eine Begegnungsstätte, Unterricht, Versammlungen sowie für die Verwaltung der Kirchgemeinde vorgesehen. Weitere Angaben zum Bau – wie etwa das Volumen oder die Zahl der Wohnungen darin oder die Kosten – sind nicht zu erfahren. Die Detailplanung würde erst im Anschluss an die erfolgreiche erforderliche Umzonung erfolgen, schreibt Peter Hausherr.

Die Umzonung ist vonnöten, weil auf allen drei Grundstücken derzeit ausschliesslich Gebäude im öffentlichen Interesse entstehen dürfen. Ein Pfarreizentrum erfüllt diese Anforderung zwar – Wohnungen jedoch nicht. Jene seien laut dem Gemeindepräsidenten vorgesehen, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Die Abstimmung über die Umzonung wird keine einzelne sein, sondern Bestandteil der Abstimmung über die Ortsplanungsrevision sein.

Im Zentrum Dorfmatt würden Räume frei

Gegenwärtig belegt die katholische Kirche in Ermangelung eigener Räumlichkeiten gemäss Peter Hausherr eine Fläche von rund 400 Quadratmetern im gemeindeeigenen Zentrum Dorfmatt. Diese würden für andere Nutzer frei werden. Auf die Frage, ob überhaupt Nachfrage danach besteht, antwortete er nicht. Ebenso nicht auf die Frage, wie dieser Nachfrage Abhilfe geschaffen würde, wenn das Pfarreiheim nicht gebaut würde.

Die Rischer Stimmbürger werden spätestens im Jahr 2024 über die Ortsplanungsrevision und damit über ein mögliches Pfarreizentrum befinden – fast 20 Jahre nach der ersten Abstimmung.