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ROTKREUZ: Aus dem Leben gegriffen

Monika Dettwiler präsentiert am 11. April ihren neusten Roman «Zürcher Machtspiele» in der Gemeinde- und Schulbibliothek Rotkreuz. Die Leser erwartet Krimifieber, Amore und Sozialkritik.
Wolf Meyer
Präsentiert ihr mittlerweile sechstes Buch: Monika Dettwiler. (Bild: Maria Schmid (Rotkreuz, 29. März 2017))

Präsentiert ihr mittlerweile sechstes Buch: Monika Dettwiler. (Bild: Maria Schmid (Rotkreuz, 29. März 2017))

Wolf Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

Mit dem historischen Roman «Berner Lauffeuer» feierte sie ihre ersten Erfolge als Schrift­stellerin und schaffte es in die Bestsellerlisten des Landes. Am 11. April präsentiert sie ihr mittlerweile sechstes Buch in der Bibliothek Rotkreuz. Zum ersten Mal legt Monika Dettwiler mit dem Roman «Zürcher Machtspiele» ein modernes Werk vor. Ein Krimi, eine Liebesgeschichte und eine Reise nach Italien. Aber auch sozialkritische Facetten schimmern durch bei den Schicksalen der Charaktere: Martina Iten steht kurz davor, die Enthüllungsstory des Jahres zu veröffentlichen. Bei ihren Recherchen ist sie einem Anlagebetrüger auf die Schliche gekommen, der ein altes Ehepaar um 30 Millionen erleichtert hat. Doch als die Journalistin mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit will, brandet ihr die Macht ihres Antagonisten entgegen. Ihre Redaktion stellt sie vor die Tür. Und auch andere Zeitungen weigern sich, ihre Geschichte zu drucken. Aber Martina gibt nicht auf und macht sich auf die Suche nach dem Betrüger.

«Eines der Motive, das mir beim Schreiben sehr am Herzen lag, war das Schicksal der über 50-Jährigen, die ihre Arbeit verliert und sich neu orientieren muss.» Dettwiler hat selber ähnliche Erfahrungen gemacht, als sie ihren Lebensmittelpunkt von Rom zurück in die Schweiz verlegte und hier nach langer Tätigkeit als selbstständige Journalistin und Organisatorin von Kulturreisen in Rom eine neue Stelle suchte. «Manche Stimmen in der Schweiz wollen das Rentenalter erhöhen, aber der Arbeitsmarkt für über 50-Jährige ist ein hartes Pflaster, die Auflagen des RAV für viele entwürdigend.»

Ihre bisherigen Werke waren allesamt historische Romane, und Dettwiler investierte stets viel Energie in gründliche Recherchen der damaligen Umstände. In «Zürcher Machtspiele» schöpft sie jedoch aus eigenen Erfahrungen. Schauplätze, die ihr lieb sind, und Motive aus ihrem eigenen Leben. «Spannend war für mich auch, über eine Frau der heutigen Zeit zu schreiben. Meine Generation von Frauen hat die gesamte Entwicklung der Gleichstellung der Frau miterlebt. Als ich jung war, konnte eine Frau nicht einmal einen Kühlschrank kaufen, ohne befürchten zu müssen, dass der Mann ihn am Abend wieder zurückbrachte. Heute sind Frauen und Männer praktisch gleichgestellt.» Auf den letzten Metern müssten sich nun beide Geschlechter entgegenkommen, die tiefen Gräben seien aber geschlossen, ist die Schriftstellerin überzeugt.

Ein Millionenbetrug liess sie nicht los

Zwischen der Protagonistin und der Autorin gibt es mehrere Parallelen: Der Journalismus, die Arbeit mit Touristen in Rom, die Unterstützung der Karriere des Sohnes, während die eigene stagniert. Und auch der Fall des Krimis selbst ist aus Dettwilers Leben gegriffen. Als sie noch für eine Presseagentur in Zürich arbeitete, begegnete sie im Treppenhaus ihres Büros einem alten Ehepaar, das in ärmlichen Verhältnissen lebte, und erfuhr von ihrem Unglück. Die beiden waren Erben eines Vermögens aus der Lebensmittelbranche. Doch ihr Anlageberater hatte sie um ihr geerbtes Glück betrogen. «Die Geschichte liess mich bis heute nicht los.» Auch die Ge­gensätze der beiden Lebenswelten Schweiz und Rom durchziehen ihre eigene Biografie ebenso sehr wie die 240 Seiten ihres neuen Werks, in dem sie die südländische Lebensfreude, guten Kaffee und Amore spielen lässt.

Zwei Gläser Wein lösten die Blockade

Spielend ging ihr bei «Zürcher Machtspiele» auch das Schreiben von der Hand. «Ich schreibe immer im Winter», erzählt sie. Im Sommer widmet sie sich lieber anderen Dingen. «Früher habe ich jeweils Teilzeit an meinen Büchern gearbeitet. Nun, da ich pensioniert bin, kann ich blockweise meine ganze Aufmerksamkeit dem Schreiben widmen.» Im Winter 2015/16 floss ihr der zeitgenössische Krimi in einem Rutsch aus den Fingern. Bis auf eine Episode, als sie zwei Wochen lang an einer Schreibblockade nagte. Bis sie sich eines Morgens mit zwei Gläsern Wein hinsetzte und einfach drauflos schrieb. «Auf einmal fand ich alles wunderbar gelungen, was ich schrieb. Und auch wenn ich im Nachhinein vieles davon wieder herausstreichen musste, half es mir trotzdem, die Blockade zu überwinden», schmunzelt sie heute.

Am kommenden Dienstag, 11. April, lädt Monika Dettwiler nun zusammen mit der Bibliothek Rotkreuz zur Vernissage von «Zürcher Machtspiele» (19 Uhr, Gemeinde- und Schulbibliothek). Die Autorin freut sich auf die Lesung. «Ich mag den Kontakt mit meinen Lesern und freue mich immer über direkte Rückmeldungen zu meiner Arbeit.» An der Vernissage erzählt sie über die Hintergründe des Buches, liest einzelne Textstellen vor und signiert die Exem­plare der Gäste. Aufgelockert wird der Abend mit einer musikalischen Darbietung vom Musikschullehrer Thomas Schicker und seinen beiden Schülern Leandra Niggli und Benjamin Koch – ein Klavierstück zu sechs Händen und etwas Chopin.

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