ROTKREUZ: Die grossen Tanks sollen weg

Direkt beim Bahnhof lagert die Armee grosse Mengen an Diesel. Der Rischer Kantonsrat Kurt Balmer will das ändern.

Luc Müller
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Diese Tankanlage am Bahnhof Rotkreuz soll zurückgebaut werden. (Bild Stefan Kaiser)

Diese Tankanlage am Bahnhof Rotkreuz soll zurückgebaut werden. (Bild Stefan Kaiser)

«Ich wurde öfters auf die Tankanlagen in Rotkreuz angesprochen», erklärt der Rischer Kurt Balmer (CVP). «Ich sehe es als Kantonsrat als meine Aufgabe an, aktiv zu werden.» Deshalb hat er nun am 21. Oktober ein Postulat eingereicht – am Donnerstag wird der Kantonsrat entscheiden, ob dieses überwiesen wird. «Der Regierungsrat des Kantons Zug wird hiermit aufgefordert, sich bei den geeigneten Stellen dafür einzusetzen, dass mittel- bis langfristig die Tankanlagen der Armee beim Bahnhof Rotkreuz zurückgebaut oder eventuell verkleinert werden», so die Forderung von Balmer. Neben der personellen Verkleinerung der Armee dürfe davon ausgegangen werden, dass sich auch vermehrt infrastrukturelle Veränderungen der Armee gerade im Siedlungsgebiet aufdrängen würden. Die Tanks, die schon seit Jahrzehnten an den Gleisen stehen, sind einst aus bahntechnischen Gründen hier entstanden.

Gefahrenpotenzial vorhanden

Gemäss Information der Feuerwehr Risch werden in den oberirdischen Tanks Petrol und Diesel gelagert. Von der Armee war gestern nichts Näheres vom Inhalt der Anlagen zu erfahren. Im Internet ist jedoch zu erfahren, dass in den grossen Behältern bleifreies Benzin, Dieseltreibstoff sowie Schmier- und Betriebsmittel für Fahrzeuge gelagert werden.

«Es gilt, die Situation zu überdenken, die vor über 40 Jahren entstanden ist. Denn das Gebiet hat sich massiv verändert – unter anderem ist an den Gleisen die Überbauung Suurstoffi mit Wohnungen und Büros entstanden», sagt Kurt Balmer. Neben ästhetischen Aspekten sei auch zu bedenken, dass die Tanks ein Gefahrenpotenzial darstellen. Gerade im Hinblick auf das zukünftige Güterverkehrsaufkommen nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels müsse man dem Schadenspotenzial genügend Aufmerksamkeit schenken. Und für Balmer steht fest: «Grundsätzlich ist eine Konzentration von Bundesanlagen an geeignetem Standort zu prüfen.» Der aktuelle Bedarf der Armee für die Tankanlagen in Rotkreuz und auch der allfällige sinnvolle Zweck als Pflichtlager müssen gegebenenfalls neu geklärt werden.

Es spreche zwar nichts gegen allfällige Sicherheits- und Bauauflagen in der Nachbarschaft. «Falls wider Erwarten kein Rückbau erfolgt, müssen wegen der Gefahren zusätzliche Sicherheiten in Betracht gezogen werden», betont Kurt Balmer.

Wunsch nach grösserer Sportanlage

Es bestehe in Rotkreuz zudem ein dringlicher Bedarf, die Sportanlage zu erweitern – dies sei wegen der angrenzenden Tankanlage derzeit aber nicht möglich.

Gemäss Informationen von Rischs Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher gehören die Tankanlagen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, vertreten durch die Armasuisse Immobilien. «Vor einiger Zeit fanden Gespräche mit Arma­suisse statt. Eine Erweiterung der Sportanlagen auf dem Grundstück des Bundes wurde abgeklärt», so Krummenacher. Der Bund erklärte jedoch, dass ein Ausbau auf seinem Grundstück nicht möglich sei. Über einen allfälligen Rückbau der Tanks sei nicht gesprochen worden, so der Rischer Gemeindeschreiber.