Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ROTKREUZ: Eine Reise in die Vergangenheit am Bahnhof Rotkreuz

Schwarz-weisse Bilder zeigen den Bahnhof vor 1972 – damit wird ein Stück Lokalgeschichte für die Öffentlichkeit fassbar.
Andrea Muff
Zwei 16 Meter lange Blachen zeigen Bilder des Rotkreuzer Bahnhofsgebäudes und des Stellwerks vor 1972. (Bild Werner Schelbert)

Zwei 16 Meter lange Blachen zeigen Bilder des Rotkreuzer Bahnhofsgebäudes und des Stellwerks vor 1972. (Bild Werner Schelbert)

Andrea Muff

Ein schmuckes Holzhaus mit Giebeldächern und zwei Balkonen, auf dem einen blühen Pflanzen, steht neben dem Bahngleis in Rotkreuz. Ebenerdig ein Kiosk, in dem Reisende Postkarten und Zeitungen kaufen können. Das Hinweisschild «Buffet» zeigt ihnen, wo sie mit einer Erfrischung rechnen können. Und natürlich die unverwechselbare grosse Uhr, fast schon ein Markenzeichen von Schweizer Bahnhöfen.

Die Rede ist hier aber nicht vom heutigen Rotkreuzer Bahnhof, sondern vom Bahnhofsgebäude, wie es vor 1972 ausgesehen hat. Um den Bogen von damals zu heute sichtbar zu machen, hat die Gemeinde Risch etwas Neues installiert: Seit dem 23. Juni hängen zwei 16 Meter lange Blachen an den Schallschutzwänden bei der Begegnungszone Nord. Darauf zu sehen sind das ehemalige Bahnhofsgebäude, das vor 1972 auf der Nordseite lag, das Stellwerkgebäude, der Bahnübergang mit den Barrieren und ein Bahnbillett nach Luzern. «Eine Fahrt kostete lediglich 40 Rap-pen», sagt Nikolaus Jud, Kulturverant-wort­licher der Gemeinde Risch.

Blachen halten vier Jahre

Schon vor zwei Jahren kam es in der Gemeinde zur Sprache, wie die hohen, tristen Schallschutzwände beim Bahnhof verschönert werden könnten. Urs Egloff, Präsident der CVP Risch-Rotkreuz, hatte die Idee, dafür Bilderblachen zu verwenden. «Ursprünglich wollten wir etwas Farbiges hinhängen, beispielsweise Landschaften», erzählt Jud. Zusammen mit dem Initianten und dem Gemeindehistoriker Richard Hediger hat sich die Gemeinde für Bilder zur Lokalgeschichte entschieden. «Wir wollten etwas Historisches machen. Es sollte einerseits auffallen, andererseits auch gut eingebettet sein.» Daher passe das Gegenüberstellen von damals und heute. Mit den Infrastrukturverantwortlichen der SBB sei es schnell zu einer Übereinkunft gekommen. «Wir konnten einen Vertrag für acht Jahre abschliessen.» Die Blachen selbst werden wahrscheinlich nur vier Jahre halten, könnten aber allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt mit neuen Motiven ersetzt werden, weiss Jud.

Die Bilder erzählen ein Stück Lokalgeschichte: Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Zürich–Luzern am 1. Juni 1864 durch die Nordostbahn (NOB) wurden in Ebikon, Gisikon, Rotkreuz und Cham identische Stationsgebäude erstellt, erzählt Richard Hediger. Zur Eröffnung der Gotthardbahn am 1. Juni 1882 wurde der Bahnhof auf der öst­lichen Seite spiegelbildlich verdoppelt. «Die privaten Bilder stellen somit den Zustand des Bahnhofs Rotkreuz von 1882 bis 1972 dar», erklärt Hediger.

Bald werden Tafeln montiert

Es ist das erste historische Projekt, das die Dorfgeschichte öffentlich zur Schau stellt. «Bis jetzt sind die Reaktionen durchwegs positiv. Vor allem die Kinder zeigen sich daran sehr interessiert», freut sich Nikolaus Jud. Ein weiteres Projekt steht aber in den Start­löchern. So ist der Kulturverantwortliche zudem Vorsitzender der gemeindlichen Geschichtsgruppe: «Wir möchten im Verlauf des nächsten Jahres Tafeln mit geschichtlichen Informationen zu gewissen Gebäuden und Plätzen montieren», erklärt er. Die Standorte seien bereits klar, nur was auf die Tafeln geschrieben werde, müsse noch besprochen werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.