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ROTKREUZ: Er fiebert seit 40 Jahren mit

Als kleiner Knirps faszinierte José Huwiler der rote Dress des FC Bayern München. Es war der Beginn einer Leidenschaft, der er seither alles unterordnet.
Martin Mühlebach
Markus Huwiler unterstützt «seinen» Klub, wann immer er kann. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 19. Juli 2017))

Markus Huwiler unterstützt «seinen» Klub, wann immer er kann. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 19. Juli 2017))

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

Man kann erahnen, dass hier ein eingefleischter Fan des FC Bayern München haust, wenn man bei Markus «José» Huwiler in Rotkreuz an der Wohnungstür klingelt. Auf dem Türvorleger mit dem Logo des deutschen Rekordmeisters ist nämlich zu lesen: «Hinknien, Füsse küssen und um Einlass betteln. Hier wohnt ein FCB-Fan!» Und das ist unübersehbar, wenn der in den Farben der Münchner Bundesligisten gekleidete Hausherr die Tür öffnet. An den Wänden hängen grosse, eingerahmte Konterfeis und handsignierte Dresses von Torhüter Manuel Neuer und Kingsley Coman. Auf dem Sofa und auf dem Bett liegen FCB-Kissen und Decken, und in einer Glasvitrine wimmelt es von unzähligen Fanartikeln. Von der Allwetterjacke über Caps, Schals, Schlüsselanhänger, Dosenöffner und Bier­gläser bis zur Zahnbürste – alles mit dem Logo des FC Bayern München versehen – ist alles vorhanden.

Der 45-jährige Markus Huwiler, der beruflich als kaufmännischer Angestellter im Rechnungswesen arbeitet, erzählt sichtlich stolz: «Ich bin seit 40 Jahren ein grosser Fan des FC Bayern München. Begonnen hat diese Leidenschaft, als ich mich im Alter von fünf Jahren in den roten Dress des Vereins verliebte.» Von da an habe er an jedem Samstag die ARD-Sportschau geschaut, bis er im Alter von 16 Jahren seine Lieblinge erstmals im Münchner Olympia-Stadion live vor Ort angefeuert hat. «Danach», erzählt Huwiler mit strahlenden Augen, «nutzte ich jede Gelegenheit, um die Bayern im Olympia-Stadion spielen zu sehen. Seit der Eröffnung der Allianz-Arena im Jahr 2005 habe ich fast alle Meisterschafts-, Pokal- und Cham­pions-League-Spiele im wohl schönsten Stadion der Welt gesehen.» Um die Kosten in Grenzen halten zu können, die sich für die Tickets und die Reisen pro Person jährlich auf rund 2400 Euro belaufen, werde meist ein Auto gefüllt.

Ein Händedruck bleibt in Erinnerung

«Der FC Bayern München hat mir mehrere unvergessliche Erlebnisse beschert», versichert Markus Huwiler. Ein Highlight sei der Gewinn des Triple 2013 unter Trainer Jupp Heynckes gewesen. «Die launige Meisterfeier in der prall gefüllten Allianz-Arena und tags darauf auf dem Rathausplatz werde ich nie vergessen. Genauso wie darauffolgenden Feiern nach dem Gewinn des Deutschen Pokals und der Champion League.» Am meisten beeindruckt hat den ausgewachsenen Bayern-Fan aber ein Händedruck. «Als ich mit einem VIP auf dem Weg zum Stadion war, begegnete uns Uli Hoeness. Er wechselte ein paar Worte mit meinem Begleiter, ehe er uns zum Abschied die Hand gab.» Es ist wohl kaum ein Schelm, wer glaubt, dass Markus Huwiler seine Hand am liebsten nie mehr gewaschen hätte.

Ein besonderes Erlebnis sei für ihn jeweils der Besuch des grossen Fan-Shops in der Arena, in dem man sich stundenlang in die fantastische Erfolgsgeschichte des Vereins vertiefen könne. Freude und Spass würden die Berichte von den Siegen gegen den Erzfeind Borussia Dortmund «BVB» machen, der von den Bayern-Fans bloss als BXB bezeichnet werde. Und der am Ende der vergangenen Saison aus der 2. Bundesliga abgestie­gene Lokalrivale 1860 München sei für sie bloss 1859 + 1.

Ein ganz grosser Wunsch

Ist es dieses an Arroganz grenzende Auftreten der Anhänger des FC Bayern München, dass der doch so solid aufgestellte Verein nicht überall geliebt und verehrt wird? Markus Huwiler stört das nicht. Er sagt: «Es ist immer schön, gegen die gelb-schwarz gekleideten Borussen aus Dortmund einen Sieg einfahren zu können.» Frei und frank bekennt er: «Wenn Dortmund gegen ‹uns› gewinnt, können schon mal Tränen fliessen. Und sicher ist, dass mich eine solche Niederlage noch tagelang beschäftigt. Ich hinterfrage dann oft die von ‹uns› gewählte Aufstellung und Taktik.» Ganz schön aufgewühlt habe ihn die im Jahr 2012 im eigenen Stadion im Penaltyschiessen erlittene Niederlage im Champion-League-Final gegen Chelsea.

Markus Huwiler bezeichnet Thomas Müller als seinen der­zeitigen Lieblingsspieler, weil er «aus dem eigenen Nachwuchs stammt, weil er unermüdlich antreibt, weil er in fast unmöglichen Situationen den Torerfolg anstrebt und weil er stets einen kernigen Spruch auf Lager hat». Mit Thomas Müller hängt auch ein Herzenswunsch von Markus Huwiler zusammen. Denn um ihn spielen zu sehen, müsse er ständig den Vorverkauf im Auge behalten, um Tickets erwerben zu können. Das ist nicht so einfach, weil seit der Eröffnung der Allianz-Arena jedes Heimspiel von Bayern München ausverkauft sei. «Mein sehnlichster Wunsch wäre, eine oder zwei Jahreskarten erwerben zu können.» Ebenso sehr wünsche er sich, den einen oder anderen Spieler seines Lieblingsvereins persönlich kennen lernen zu dürfen.

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