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In Rotkreuz wächst die Lust am Süden

Die Gemeinde Risch-Rotkreuz wächst. Dazu gehört, dass auch die Frequenzen der Bahn ansteigen. Grund ist nicht nur das Wachstum.
Marco Morosoli
Mit der Überführung Ost über das Gleisfeld des Bahnhofs Rotkreuz sind die Wege zwischen den Ortsteilen jetzt kürzer.Bild: Patrick Hürlimann (14. September 2019)

Mit der Überführung Ost über das Gleisfeld des Bahnhofs Rotkreuz sind die Wege zwischen den Ortsteilen jetzt kürzer.Bild: Patrick Hürlimann (14. September 2019)

Der Rischer Gemeindepräsident Peter Hausherr vergisst das Jahr 2019 mit Bestimmtheit nie. Bei drei Projekten in Rotkreuz das rote Band zu durchschneiden, sichert ihm in einer noch zu schreibenden Rischer Chronik eine Hervorhebung. Der Sportplatz ist saniert, die Hochschule Luzern am richtigen Ort platziert und eine neue Fussgängerüberführung Ost verkürzt die Wege innerhalb Rotkreuz merkbar. Mit drei Über- respektive Unterführungen hat der Bahnhof Rotkreuz fast den Level des Bahnhofs Zug erreicht. Dort gibt es vier Gleiszugänge, wobei einer davon nur zwei Perrons abdeckt.

In der aktuellen Ausgabe der RiZ («Rischer Zeitung») schreibt Peter Hausherr: «Drei Projekte, alle mit ihrer eigenen Entstehungsgeschichte. Projekte, die alle auf ihre Art stattliche Hürden nehmen mussten auf dem Weg zur Realisierung – und schliesslich in einer Punktlandung zum Abschluss gebracht werden konnten.»

Der Rischer Gemeindepräsident – welcher dieses Amt seit zehn Jahren ausübt – sagt, dass «erste Reaktionen» zum Brückenschlag positiv seien. Die Distanz zur Suurstoffi sei nun deutlich kürzer. Die SBB hätten die Frequenzen, so Hausherr, erstmals erhoben, aber die Auswertung liege derzeit jedoch noch nicht vor. Eines weiss Peter Hausherr, auch ohne eine Statistik konsultieren zu müssen: «Tatsächlich haben die Frequenzen über den Bahnhof Rotkreuz erheblich zugenommen.» Der Treiber ist hier die Totalsperre der SBB-Linie am Ostufer des Zugersees. Dadurch wenden seit dem 8. Juni 2019 die Züge auf der Nord-Südachse zwischen Zürich und dem Tessin respektive Mailand im Bahnhof Rotkreuz.

Den zweiten Interregio-Halt mit Ablaufdatum erhalten

Im Bahnhof Rotkreuz halten derzeit 340 Züge, vor der Sperre sind es 250 Züge gewesen. In Rotkreuz halten nun auch Intercity-Züge. Mehr noch: Der von den Rischern schon längere Zeit angeregte Halbstundentakt mit Interregio-Zügen in Richtung Zürich ist nun temporär Tatsache. Diesen zweiten Halt haben die SBB bislang immer wieder aus Gründen der Fahrplanstabilität für nicht möglich gehalten.

Vor allem aber sind die Rischer nun während noch etwas mehr als einem Jahr schneller im Tessin und in Norditalien als die Zuger. Die schnelle Fahrt ins Tessin, um im Bahnhofbuffet in Bellinzona – ja, das gibt es dort wirklich noch – einen richtigen Caffè zu trinken oder auch nur Sonne zu tanken, haben schon den einen oder anderen Rischer auf den Plan gerufen.

Der Rischer Gemeindepräsident sagt, dass er «bis jetzt noch keine direkte Reise ins Tessin» habe antreten können. Aber in einer Hinsicht hat er seine Position schon festgelegt: «Im Verbund mit den Freiämter Gemeinden setzen wir uns selbstverständlich für den Weiterbestand einer direkten Verbindung in den Süden ein.» Er hat auch schon eine Vorstellung, wie dies funktionieren könnte: «Im Vordergrund steht ein Wochenendangebot morgens und abends, sodass Züge aus dem Freiamt über Rotkreuz direkt nach Arth-Goldau geführt werden können.» Eine weitere Forderung stellt Peter Hausherr auch noch zur Disposition: «Weiter machen wir uns auch dafür stark, dass die neue SOB-Linie (Schweizerische Südostbahn) in den Süden von Basel via Luzern über Rotkreuz fährt und hier Halt macht.»

Auch die Freiämter fahren fleissig in den Kanton Tessin

Die SOB fährt im Auftrag der SBB nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels im Dezember 2020 auf der Gotthard-Bergstrecke. Heute verkehren dort Flirt-Züge aus dem Hause Stadler Rail, wie sie auch für Zuger Stadtbahn unterwegs sind. Die SOB setzt auch auf Züge von Stadler, allerdings erfüllt der für diese Strecke vorgesehene Triebzug «Traverso» den aktuellsten Stand der Fahrzeugindustrie.

Bereits heute bilden Traverso-Kompositionen den neuen Voralpen-Express von Luzern nach St.Gallen. Die Freiämter Supporter haben dabei sogar die Website www.abindensueden.ch aufgeschaltet. Auf dieser finden Interessierte Tipps und statistisches Material. Zudem zählen Freiwillige regelmässig die Reisenden, welche mit der Bahn aus der Region übers Freiamt nach Rotkreuz gelangen, um in den Süden aufzubrechen. Ein SBB-Sprecher erklärt, dass sich der Verkehr in Richtung Süden «weiterhin positiv» entwickle, und dies trotz «leicht längerer Fahrzeit».

Lückenschluss

(mo) Die seit Pfingsten geltende Sperre der SBB-Strecke am Zugersee-Ostufer hat praktisch eine neue Bahnreisekette installiert: Rotkreuz–Lugano ohne Umsteigen. Diese Schnellverbindung hat allerdings ein Ablaufdatum: Mit der Wiedereröffnung der Strecke von Zug nach Arth-Goldau im Dezember 2020 dürfte es mit dieser Herrlichkeit vorbei sein. Die Strecke am Westufer des Zugersees ist, wie auch die Strecke durchs Freiamt, im Jahre 1882 in Betrieb genommen worden. Im gleichen Jahr wie im Gotthard-Tunnel von Göschenen nach Airolo fahrplanmässig Züge verkehrten. Den Charakter als Zulaufstrecke zu den beiden langen Tunnels durch den Gotthard und den Monte Ceneri (Eröffnung 2020) behält die Strecke Rotkreuz und Arth-Goldau. Erwähnenswert ist hierbei, dass den Streckenabschnitt von Rotkreuz nach Immensee einst nicht die Gotthardbahn, sondern die Aargauer Südbahn gebaut hat - wie übrigens auch diejenige durchs Freiamt. Daher stammt auch die Bezeichnung «Südbahn». Noch heute ist er bei Bähnlern in Gebrauch.

Interessant ist in Bezug auf die Wünsche der Freiämter Gemeinden, dass zum Beispiel Muri in der Hauptverkehrszeit einen direkten Anschluss an den Zürcher erhalten hat, im Oberen Freiamt hingegen bleibt es beim Halbstundentakt.

Die von Rotkreuz in Richtung Arth-Goldau verlaufende Strecke, haben bis an Pfingsten Schnellzüge ohne Halt in Rotkreuz genutzt (siehe Box). Auf Schienen hatte der Rotkreuzer bisher den längeren Weg über Zug nehmen müssen oder aber denjenigen über Luzern zu wählen, um dort auf einen Regionalzug nach Brunnen umzusteigen. Ob die Lust am Süden, die direkte Verbindung wieder zurückbringt?

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