ROTKREUZ / HALLE: Berufung im Fall der getöteten Rotkreuzerin

Die deutsche Staatsanwaltschaft hat in einem Urteil um den Tod einer Schweizerin Revision eingelegt. Dies bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt am Dienstag auf Anfrage.

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«Es geht darum, dass man dem Opfer gerecht wird», sagte der Sprecher. Das Landgericht Halle hatte am 30. September einen 42 Jahre alten Mann zur Höchststrafe von lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt.

Allerdings sprachen die Richter ihn nicht wie von der Staatsanwaltschaft beantragt wegen Mordes sondern wegen Körperverletzung mit Todesfolge für schuldig. Die «Mitteldeutsche Zeitung» in Halle hatte über den Revisionsantrag berichtet.

Der Mann war bereits 2010 wegen zweifachen Mordes aus Habgier zur Höchststrafe verurteilt worden. Die Beweise reichten im Fall der getöteten 47 Jahre alten Schweizerin nach Ansicht des Gerichts nicht aus, um ihn nun wegen eines dritten Mordes zu verurteilen.

In der Summe blieb es bei der Strafe wegen der Anrechnung des Strafmasses aus dem vorherigen Urteil um den Doppelmord.

«Es ist aber schon ein Unterschied, ob jemand wegen zweifachen oder dreifachen Mordes verurteilt wurde, sofern auch jemals überhaupt eine Haftentlassung geprüft werden sollte, auch wenn das noch so unwahrscheinlich sein dürfte», erklärte der Sprecher.

Urteil regungslos aufgenommen

Die Schweizerin wurde seit 2007 vermisst. 2011 wurden ihre sterblichen Überreste in einem Waldstück im Südharz entdeckt. Der 42-Jährige hatte in der Schweiz gelebt und die Frau gekannt.

Vor Gericht hatte der Mann nach langem Schweigen gestanden. Er habe seine aus Rotkreuz im Kanton Zug stammende Bekannte im Streit geschlagen und zu Boden gestossen. Dabei habe sich die 47-Jährige das Genick gebrochen und sei sofort tot gewesen.

In dem Prozess konnte die Aussage des Angeklagten nicht anhand von Beweisen, Sachverständigen oder Zeugen widerlegt werden, wie der Richter sagte. Der 42-Jährige nahm das Urteil regungslos auf. Er sitzt seit 2010 im Gefängnis.

sda