ROTKREUZ: Hier wird bald in die Höhe gebaut

Direkt beim Bahnhof entsteht in den kommenden Jahren der neue Hochschulcampus. Nun hat die Grundeigentümerin Zug Estates das Baugesuch eingereicht. Nicht nur Studenten werden in den Neubauten ein und aus gehen.

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Die Profilierung für die drei Gebäude, darunter ein 60 Meter hohes Hochhaus, gestaltet sich aufwendig. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 31. Januar 2017))

Die Profilierung für die drei Gebäude, darunter ein 60 Meter hohes Hochhaus, gestaltet sich aufwendig. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 31. Januar 2017))

Bis zu 60 Meter in die Höhe ragen sie, die Profile, die in diesen Tagen direkt neben dem Bahnhof Rotkreuz aufgebaut werden. Die Gerüste lassen Pendler und die Rotkreuzer Einwohner erahnen, was hier in den nächsten Jahren entstehen wird. Geplant sind drei Gebäude, in die ab 2019 unter anderem das Departement Informatik der Hochschule Luzern einziehen wird. Dieses ist bekanntlich bis dahin in den Übergangsstandorten Suurstoffi 12 und 41 untergebracht. Gabriela Theus, CFO der Grundeigentümerin Zug Es­tates, bestätigt, dass derzeit die Profile für den neuen Campus erstellt werden. «Wir haben Ende letzter Woche das Baugesuch eingereicht.» Im Amtsblatt wurde die Baueingabe bislang nicht publiziert. Bei der Gemeinde Risch ist zu erfahren, dass die Auflagefrist am kommenden Freitag beginnt und anschliessend während 20 Tagen läuft.

Um das Baugesuch ausarbeiten zu können, musste die Bauherrin, die mit der Hochschule einen 30-jährigen Mietvertrag eingehen wird, zunächst die Gemeindeversammlung vom vergangenen Herbst abwarten. Damals stimmte die Bevölkerung dem Bebauungsplan Suurstoffi West zu und schaffte damit die Grundlage für den neuen Campus. Nun hat Zug Estates die Planung vorangetrieben. «Wir sind im Zeitplan und sind zuversichtlich, dass wir der Hochschule die Räumlichkeiten termingerecht zur Verfügung stellen können», sagt Gabriela Theus. Voraussichtlich werden die Arbeiten im Frühling beginnen. Dazu gehört auch der Abbruch der beiden Gebäude an der Birkenstrasse 4 und 6, die den Neubauten weichen müssen.

Insgesamt 100 Wohnplätze für Studenten

An ihrer Stelle entstehen auf Basis des Bebauungsplans ein knapp 30 Meter hoher Gewerbe- und Dienstleistungsbau und ein 60 Meter hohes Hochhaus. Nordseitig zur Birkenstrasse hin wird ein ebenfalls parallel zu den Bahngleisen stehendes Gebäude an das Hochhaus angedockt. Dort werden auf fünf Geschossen die Unterrichtsräume und die Hör­säle untergebracht. Neben der Hochschule als Ankermieterin sind Läden, Gewerbe-, Dienstleistungsbetriebe und Büros als Nutzungen vorgesehen. Noch ist nicht bekannt, wer neben den Studenten in den Neubauten ein und aus gehen wird. «Die Vermarktung der Drittflächen wird im Sommer lanciert», informiert Theus. Es werde Raum für etwa 400 Arbeitsplätze entstehen. Daneben plant die Zuger Im- mobilienunternehmung auf dem Suurstoffi-Areal insgesamt 100 Wohnplätze für Studenten. Bis im Herbst 2017 entstehen im Rahmen der dritten Bauetappe östlich des Novartis-Gebäudes 52 Plätze. Das Gebäude auf dem Nachbargrundstück befindet sich derzeit im Bau. Wo die restlichen Einheiten unterkommen, ist noch nicht klar. «Wir sind mit dem Betreiber im Gespräch, können hierzu aber noch keine weiteren Aussagen machen», so Theus. Für den Betrieb der Wohnplätze haben Zug Estates, das Jugendwohnnetz Zürich und die Hochschule Luzern eine Vereinbarung geschlossen.

Zug Estates investiert für das Bauprojekt des neuen Campus insgesamt rund 175 Millionen Franken. Im April 2016 wurde das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb präsentiert. Das Rennen machte die Arbeitsgemeinschaft Büro Konstrukt & Manetsch Meyer Dipl. Architekten ETH aus Luzern. «Peripteros» heisst ihr Vorschlag, der aus den Eingaben von 13 Generalplanerteams als Sieger hervorging. Man habe das Siegerprojekt gemeinsam mit den Architekten weiterentwickelt, erklärt die Unternehmenssprecherin. «Grundlegend verändert hat es sich dadurch aber nicht.» Zeitgleich mit dem Neubau wird eine neue Bahnüberführung für die Pendlerströme entstehen. Der Gemeinderat will dieses Jahr ein Vorprojekt vorlegen (Ausgabe vom 7. Januar).

«Ein weiterer wichtiger Meilenstein»

René Hüsler, der Direktor des Departements Informatik, freut sich, dass es mit der Planung vor­angeht: «Die Eingabe des Baugesuchs stellt einen weiteren wichtigen Meilenstein dar, der uns dem Bezug des Neubaus im Jahr 2019 einen Schritt näher bringt. Im Neubau werden unsere Bedürfnisse noch besser erfüllt, als dies in der Übergangslösung der Fall ist, und der Standort direkt beim Bahnhof leistet einen zusätzlichen Beitrag für unsere Visibilität und Attraktivität.»

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch