ROTKREUZ: Hundeschule ringt um Platz

Die Betreiberin der Dog-School-Zugerland will eine Ausnahmebewilligung. Das Gesuch dürfte es nicht leicht haben – wegen eines Gerichtsurteils.

Rahel Hug
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Ein Golden Retriever beim Hundetraining im Bösch in Hünenberg. (Bild: PD)

Ein Golden Retriever beim Hundetraining im Bösch in Hünenberg. (Bild: PD)

Wer einen Hund anschafft, muss mit ihm einen Erziehungskurs besuchen. So will es das Gesetz. Im Kanton Zug ist das bei einer Vielzahl von Anbietern möglich – unter anderem bei Rita Eicher. Ihre Dog-School-Zugerland war während vieler Jahre im Gebiet Langrüti in Hünenberg See beheimatet. Weil sie vom Grundeigentümer per Mai 2014 die Kündigung erhalten hatte – er musste Auflagen des Landschaftsschutzes erfüllen –, suchte die Inhaberin der Hundeschule nach einem neuen Standort.

«Man hat mich auf den neuen kantonalen Hundeausbildungsplatz im Bösch in Hünenberg verwiesen», sagt die Hundetrainerin. Dort, auf dem Land von Michael Werder, wurden kürzlich drei neue Felder für die Hundeausbildung erstellt – mit dem Ziel, die Ausbildung der Vierbeiner zentral zu organisieren. Platz fand Rita Eicher jedoch, wie sie selber angibt, keinen. Der Grund: Drei andere Vereine hatten die Plätze bereits gemietet – unter ihnen die Hundeschule wolfsrudel.ch mit Hauptsitz in Küssnacht am Rigi. «Ich kann nicht verstehen, dass eine auswärtige Hundeschule in dieses Projekt einsteigen konnte und es für unsere Schule keinen Platz mehr gab», sagt die Dog-School-Betreiberin. Und fügt an: «Meine Existenz stand auf dem Spiel. Denn ich brauche eine Fläche zum Arbeiten.» Unter diesen Umständen sei sie selbst aktiv geworden.

Vorprüfung durch den Kanton

Fündig wurde Rita Eicher schliesslich in Rotkreuz. Dort betreibt sie seit Juli ihre Hundeschule auf einem Landstück neben dem Schützenhaus an der ­Buonaserstrasse. Jetzt liegt bei der Gemeinde Risch das entsprechende Gesuch für eine Ausnahmebewilligung für den Betrieb der Hundeschule sowie die Platzierung eines Materialwagens auf.

Obwohl die Gemeinde Risch in diesem Fall Bewilligungsbehörde ist, wird das Baugesuch von Rita Eicher derzeit von der Baudirektion des Kantons Zug vorgeprüft. Er könne deshalb nichts zum laufenden Verfahren sagen, erklärt Baudirektor Heinz Tännler. Doch eines liegt auf der Hand: Die Hundetrainerin wird es mit ihrem Gesuch nicht einfach haben. Ein Urteil des Bundesgerichts aus dem Jahr 2009 besagt nämlich, dass Hundeausbildungsplätze in der Landwirtschaftszone illegal sind. In der Folge mussten Plätze, die nach 1972 errichtet wurden, schliessen. Das wiederum rief den Kanton auf den Plan, der daraufhin die zentrale Lösung im Bösch ausarbeitete. Das Problem: Die Fläche, auf der Rita Eicher derzeit ihr Training anbietet, befindet sich ausgerechnet in der Landwirtschaftszone. Ihr könnte also ebenfalls eine Schliessung drohen.

Hat man bei der Planung der zentralen Hundeausbildungsplätze den Bedarf unterschätzt? Heinz Tännler verneint. «Im Bösch gibt es noch Erweiterungspotenzial», betont der Baudirektor. Dass die Nachfrage nach den Plätzen in Hünenberg gross sei, habe man erwartet, «denn der Standort ist sehr attraktiv». Zudem hätten nach wie vor Hundeschulen ihre eigenen Plätze – sofern sie sich nicht in der Landwirtschaftszone befänden.

Ein viertes Feld in zwei Jahren

Michael Werder, der die Plätze im Bösch vermietet, betont, dass er in zwei Jahren ein viertes Feld zur Verfügung stellen könne. Der Grundstein dafür wurde bereits an der Gemeindeversammlung von Juni 2013 gelegt: Damals wurde ein zusätzliches Areal auf seinem Land eingezont. Werder glaubt nicht, dass es aktuell Hundeschulen gibt, die keine Plätze finden: «Ich jedenfalls hatte keine weiteren Anfragen.»

Den Vorwurf, er habe auswärtigen Hundeschulen den Vorrang gegeben, lässt Michael Werder nicht gelten: «Ich habe Rita Eicher ein provisorisches Angebot gemacht. Auch eine Untermiete auf dem Feld des Kynologischen Vereins wäre eine Möglichkeit gewesen.» Rita Eicher habe sich aber nicht mehr gemeldet und selber nach einem neuen Platz gesucht. Der Besitzer des Böschhofs betont: «Unser Angebot besteht nach wie vor. Es gibt schon Lösungen.»