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ROTKREUZ: «Jeder hat den ‹Mobility-Moment›»

Mit 160 Mitarbeitern ist das Unternehmen Mobility im Dezember von Luzern in die Suurstoffi gezogen. Der CEO Patrick Marti spricht über den neuen Standort, aktuelle Projekte und die Zukunft der Mobilität.
Rahel Hug
CEO Patrick Marti am neuen Hauptsitz in der Suurstoffi. (Bild: Stefan Kaiser)

CEO Patrick Marti am neuen Hauptsitz in der Suurstoffi. (Bild: Stefan Kaiser)

Interview: Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Carsharing ist hierzulande in: Rund 132 000 Kunden nutzen die Dienstleistungen von Mobility – die Zahl ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Mitte Dezember hat die Firma ihren Hauptsitz von Luzern in die Suurstoffi nach Rotkreuz verlegt. Mobility zählt schweizweit 230 Mitarbeiter, in Rotkreuz sind 160 tätig. Geschäftsführer Patrick Marti gibt einen Einblick und verrät, wie sich Mobility auch an Projekten im Kanton Zug beteiligt.

Patrick Marti, das Teilen hat bei Mobility auch im Arbeitsalltag einen hohen Stellenwert. Stimmt es, dass nicht einmal die Chefs einen eigenen Parkplatz haben?

(Lacht) Das ist richtig. Ich habe sowohl keinen eigenen Parkplatz als auch kein eigenes Büro. Wir haben einzig Schliessfächer, die fix sind. Im Vergleich zu unseren alten Räumlichkeiten in Luzern, die eher eng und verschachtelt waren, ist das eine grosse Veränderung. Die Atmosphäre ist persönlicher, der Austausch funktioniert schneller und besser. Die Neuerungen wurden positiv aufgenommen, es herrscht ein anderer Drive.

Das klingt, als hätten Sie sich gut eingelebt in Rotkreuz?

Ja. Der Umzug hat problemlos geklappt. Viele Mitarbeiter, ich inklusive, konnten es am Schluss kaum erwarten, am neuen Standort zu starten. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Die Nachbarschaft in der Suurstoffi ist angenehm, die Büros sind mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar. Noch besser wird es, wenn die Bauprojekte wie etwa das Gartenhochhaus oder der Hochschulcampus dereinst abgeschlossen sein werden und die Baustellen wegfallen.

Stehen Sie mit den anderen Mietern in der Suurstoffi im Austausch?

Mit dem Marktforschungsinstitut GfK gab es bereits einen Erfahrungsaustausch während der Bauphase. Und auch mit dem Departement Informatik der Hochschule Luzern arbeiten wir zusammen, beispielsweise im IT-Bereich.

Im vergangenen Herbst haben die SBB die Idee des «Mobilitätshub» vorgestellt. Der Bahnhof Rotkreuz soll als Testlabor dienen für das Mobilitätsdrehkreuz der Zukunft. Ist Mobility hier auch beteiligt?

Das Projekt Mobilitätshub ist ein Element unter vielen. Aus meiner Sicht braucht es eine Gesamt­lösung. In Rotkreuz ist die Bautätigkeit enorm, das Wachstum bringt Mehrverkehr mit sich. Das System stösst bald an seine Grenzen. In den Diskussionen, wie man dem Mehrverkehr begegnen soll, stehen wir als Problemlöser zur Verfügung. Mit unserem Umzug nach Rotkreuz haben wir beispielsweise den Mobility-Standort Suurstoffi ausgebaut. Wir bieten nun mit zehn Autos die ganze Palette an Fahrzeugen an. Wir sind überzeugt, dass Car­sharing gerade hier in Zukunft noch eine viel grössere Rolle spielen kann.

Ihr Unternehmen ist auch involviert beim Projekt des selbstfahrenden Kleinbusses, der dieses Jahr auf den Zuger Strassen getestet wird. Wann ist es so weit?

Die ganzen technischen Genehmigungen brauchen viel Zeit, die Arbeiten gestalten sich komplex und anspruchsvoll. Doch die Vorbereitungen sind weit fortgeschritten. Bei uns finden aktuell Ausbildungen einzelner Mitarbeiter zu diesem Thema statt. Wir stehen kurz vor dem Start, der Bus wird voraussichtlich in einigen Wochen zum ersten Mal unterwegs sein.

Mit «Mobility-One-Way» sind seit einigen Jahren Einwegfahrten zwischen grösseren Standorten möglich, bei «Catch a car» ist das Carsharing komplett stationsungebunden. Haben sich diese Projekte bewährt?

Mit diesen Konzepten haben wir auf neue Bedürfnisse reagiert. Sie haben sich bewährt. «One-Way»-Fahrten sind zurzeit zwischen rund zehn Standorten möglich, «Catch a car» wurde bislang in Basel und Genf umgesetzt. Wir prüfen laufend weitere Standorte.

In der Zentralschweiz gibt es rund 11500 Mobility-Privatkunden. Wie gut sind die Zentralschweizer in Sachen Carsharing aufgestellt?

Solche Fragen höre ich immer wieder. Das Nutzungsverhalten in der Zentralschweiz unterscheidet sich aber nicht gross von anderen Regionen. Klar: Die grossen Städte sind unsere Hochburgen, in Gemeinden mit unter 4000 Einwohnern sind wir weniger stark. Doch die Leute sind heute generell sehr mobil. Wenn also jemand von Zug nach Zürich pendelt und dort ein Mobility-Auto nutzt, spielt sein Wohnort keine grosse Rolle mehr. Der Entscheid für Carsharing ist ein persönlicher Entscheid. Und ich bin überzeugt: Jede und jeder hat einmal pro Jahr einen «Mobility-Moment», einen Moment also, in dem ein Mobi­lity-Auto die beste Lösung ist.

Mobility ist seit der Gründung 1997 stark gewachsen. Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in zehn Jahren?

Das Wachstum wird weitergehen, aber es wird sich verändern. Carsharing allein wird nicht mehr im Fokus stehen, sondern breitere Mobilitätsangebote werden gefragt sein. Das heisst, dass der öffentliche Verkehr individueller und der Individualverkehr öffentlicher wird. Ausserdem wird die Digitalisierung Auswirkungen haben: Das Smartphone ist künftig unser persönlicher Mobilitätsberater. Es zeigt uns also innert Kürze an, wie wir am schnellsten von A nach B kommen, sei es mit einem Privatauto, einem anderen Auto, dem öffentlichen Verkehr oder kombiniert.

In Zukunft werden auch vermehrt Elektroautos unterwegs sein. Wie hoch ist der Anteil solcher Fahrzeuge in der Mobility-Flotte?

Er liegt noch im einstelligen Prozentbereich, hier stecken wir also noch in den Kinderschuhen. Doch der Anteil ist proportional höher, als er es bei der Gesamtzahl der Autobesitzer auf dem Schweizer Markt ist. Bezüglich Elektroautos haben wir ein grosses Projekt, das wir 2018 umsetzen werden. Details kann ich aber noch nicht verraten.

Zur Person

Patrick Marti (36) ist seit August 2016 als Geschäftsführer von Mobility tätig. Zuvor hat er vier Jahre die Migros-Tochter M-Electronics geleitet. Marti ist zweifacher Vater und lebt im Kanton Aargau.

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