ROTKREUZ: Junge Jäger machen ganz fette Beute

Die Fasnacht kann beginnen: Der Luchs, der im Dorf sein Unwesen getrieben hat, ist gefangen.

Martin Mühlebach
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Die Luchsjagd war erfolgreich: Zur Belohnung können sich die Kinder aus einer grossen Schatztruhe bedienen. (Bild Werner Schelbert)

Die Luchsjagd war erfolgreich: Zur Belohnung können sich die Kinder aus einer grossen Schatztruhe bedienen. (Bild Werner Schelbert)

Seit Jahren versetzt im Februar ein grosser Luchs die Bevölkerung von Rotkreuz in Angst und Schrecken. Kaum jemand wagt an eine gefahrlose, ausgelassene Fasnacht zu glauben, bevor die Raubkatze gefangen ist. Zum Glück gibt es in Rotkreuz viele mutige Kinder, die sich Jahr um Jahr unerschrocken auf die Luchsjagd begeben. Am vergangenen Samstagnachmittag führten sie auf dem Dorfmattplatz ein derart markdurchdringendes Gekreische auf, dass der Luchs sein nahegelegenes Versteck verliess und die Flucht ergriff. Die jungen Jäger hetzten ihm mit einem Huronengebrüll bis zur Jungwachtbaracke beim Sportpark hinterher, wo sie ihn zu fangen vermochten. Wenig später kehrten die freudestrahlenden Kinder – diesmal mit ihrer Beute – wieder auf den Dorfmattplatz zurück.

Wer war der Schnellste?

Sina Fedalto, Natalie Fähndrich und Chantal Pfründer verkündeten allen, die es hören wollten: «Wir haben den Luchs zuerst gefangen.» «Stimmt nicht, wir waren gleich schnell wie ihr», entgegneten Marco Schildknecht, Devin Arnold und James Gügler. Die Mädchen, die keinen Streit wollten, meinten vielsagend: «Wenn ihr meint.» Fuchsteufelswild wurden sie allerdings, als sich Wendel Fähndrich auch noch als erfolgreicher Jäger hervortun wollte. Ihm beschieden sie klipp und klar: «Du hast den Luchs sicher nicht gefangen.»

Süsse Belohnung

Während die Rhythmusgruppe der Magic Dreams aus Meierskappel ein Platzkonzert veranstaltete, wurden unter den jungen Jägern mit einer Zahl versehene, hölzerne Luchstatzen verteilt. Sie berechtigten zum Ballonstechen. Dabei galt es, mit einem bis auf die Schultern reichenden, jede Sicht verdeckenden Hut auf dem Kopf, einen Ballon zu zerstechen. Bewerkstelligen mussten die Kinder dies mit einem langen Stab mit einem Nagel an der Spitze. Doch nur ein Ballon enthielt den Schlüssel für die mit Süssigkeiten prall gefüllte Schatztruhe. Nach fünf erfolglosen Versuchen schaffte es ein neunjähriger Knirps, der die Truhe öffnen und ihr eine grosse Toblerone entnehmen durfte. Seine Freude war derart gross, dass er nicht mehr im Stande war, seinen Familiennamen zu nennen. «Ich heisse Jepardh. Wie ich sonst noch heisse, weiss ich nicht mehr», stammelte er. Die Villettechlöpfer aus Cham und die Oohregrööbler aus Rotkreuz beendeten die Luchsjagd mit einem gelungenen Monsterkonzert, das eine ausgelassene Fasnacht erahnen lässt.