ROTKREUZ: Kanton warnt vor dem «Maiswurzelbohrer»

Der Schädling «Maiswurzel­bohrer» breitet sich in Europa weiter aus. Im August wurde ein Käfer im Gebiet Rüti in Rotkreuz gefangen.

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Der «Maiswurzelbohrer» kann Maiskolben beschädigen. (Symbolbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der «Maiswurzelbohrer» kann Maiskolben beschädigen. (Symbolbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Mitte August 2009 wurde in einem Maisfeld nahe der Autobahn im Gebiet Rüti, Rotkreuz, ein Käfer der Gattung «Maiswurzelbohrer» gefangen. Es handelte sich dabei um einen Schädling, der bisher in unserer Region nicht aufgetreten war, erklärt der Kanton Zug heute in einer Medienmitteilung. Die betroffenen Zuger Maispflanzer werden mittels einer Verfügung des Landwirtschaftsamtes über die nötigen Massnahmen informiert. Erfahrungen aus dem Kanton Tessin hätten gezeigt, dass mit den geplanten Massnahmen der Schaden im Griff gehalten werden könne, so das Landwirtschaftsamt des Kanton Zugs. Daher sei den Maisbauern aus Eigeninteresse empfohlen, die Auflagen konsequent einzuhalten.

Erfolgreiche Massnahmen
Wegen seiner Gefährlichkeit für Maispflanzen ist der «Maiswurzelbohrer» in der Pflanzenschutzverordnung als so genannter Quarantäneschädling aufgeführt. Er wird von den kantonalen Pflanzenschutzdiensten seit rund 10 Jahren mit Pheromonfallen überwacht. Einschränkend sei vor allem die Auflage, dass in einem Radius von zehn Kilometern auf den diesjährigen Maisfeldern im nächsten Jahr kein Mais angebaut werden dürfe, hält der Kanton Zug in seiner Erklärung fest.

Ausbreitung in Ost- und Westeuropa
Der 1992 zum ersten Mal auf europäischem Boden entdeckte «Maiswurzelbohrer», ein gefährlicher Maisschädling, erreichte im Jahr 2000 zum ersten Mal die Schweiz: Über Oberitalien gelangte er ins Tessin und die Südbündner Täler. Erste Fänge nördlich der Alpen seien alle entlang von Hauptverkehrsachsen erfolgt. Dies bestätige, dass Fahrzeuge für seine Verschleppung massgebend seien, meint das Zuger Landwirtschaftsamt.

Biologie und Schaden
Die gelb-schwarz gestreiften, fünf bis sieben Millimeter grossen Käfer fliegen ab Mitte Juli bis Ende September. Sie ernähren sich von Blättern, Pollen und Narbenfäden. Stärkerer Befall kann beim Mais zu Befruchtungsstörungen führen. Die Weibchen legen 500 bis 600 Eier in den Boden der Maisfelder. Der Kanton Zug teilt mit, dass der Hauptschaden durch die Larven, die im folgenden Mai schlüpfen und an den Wurzeln des jungen Maises fressen, entstehe. Die Standfestigkeit der jungen Maispflanzen würde dadurch erheblich geschwächt oder Totalschaden erleiden.

ga