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ROTKREUZ: Mobility-CEO Patrick Marti: «Jeder hat den Mobility-Moment»

Mit 160 Mitarbeitern ist das Unternehmen Mobility im Dezember von Luzern in die Suurstoffi gezogen. Der CEO Patrick Marti spricht über den neuen Standort, aktuelle Projekte und die Zukunft der Mobilität.
Rahel Hug
CEO Patrick Marti am neuen Hauptsitz in der Suurstoffi. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 20. Februar 2018))

CEO Patrick Marti am neuen Hauptsitz in der Suurstoffi. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 20. Februar 2018))

Interview: Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Carsharing ist hierzulande in: Rund 132'000 Kunden nutzen die Dienstleistungen von Mobility – die Zahl ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Mitte Dezember hat die Firma ihren Hauptsitz von Luzern in die Suurstoffi nach Rotkreuz verlegt. Mobility zählt schweizweit 230 Mitarbeiter, in Rotkreuz sind 160 tätig. Geschäftsführer Patrick Marti gibt einen Einblick und verrät, wie sich Mobility auch an Projekten im Kanton Zug beteiligt.

Patrick Marti, das Teilen hat bei Mobility auch im Arbeitsalltag einen hohen Stellenwert. Stimmt es, dass nicht einmal die Chefs einen eigenen Parkplatz haben?

(Lacht) Das ist richtig. Ich habe keinen eigenen Parkplatz und kein eigenes Büro. Wir haben einzig Schliessfächer, die fix sind. Im Vergleich zu unseren alten Räumlichkeiten in Luzern, die eher eng und verschachtelt waren, ist das eine grosse Veränderung. Die Atmosphäre ist persönlicher, der Austausch funktioniert schneller und besser. Die Neuerungen wurden positiv aufgenommen, es herrscht ein anderer Drive.

Im vergangenen Herbst haben die SBB die Idee des «Mobilitätshub» vorgestellt. Der Bahnhof Rotkreuz soll als Testlabor dienen für das Mobilitätsdrehkreuz der Zukunft. Ist Mobility hier auch beteiligt?

Das Projekt Mobilitätshub ist ein Element unter vielen. Aus meiner Sicht braucht es eine Gesamtlösung. In Rotkreuz ist die Bautätigkeit enorm, das Wachstum bringt Mehrverkehr mit sich. Das System stösst bald an seine Grenzen. In den Diskussionen, wie man dem Mehrverkehr begegnen soll, stehen wir als Problemlöser zur Verfügung.

Können Sie ein Beispiel machen?

Mit unserem Umzug nach Rotkreuz haben wir beispielsweise den Mobility-Standort Suurstoffi ausgebaut. Wir bieten nun mit zehn Autos die ganze Palette an Fahrzeugen an. Wir sind überzeugt, dass Carsharing gerade hier in Zukunft noch eine viel grössere Rolle spielen kann.

Mit «Mobility-One-Way» sind seit einigen Jahren Einwegfahrten zwischen grösseren Standorten möglich, bei «Catch a car» ist das Carsharing komplett stationsungebunden. Haben sich diese Projekte bewährt?

Mit diesen Konzepten haben wir auf neue Bedürfnisse reagiert. Sie haben sich bewährt. «One-Way»-Fahrten sind zurzeit zwischen rund zehn Standorten möglich, «Catch a car» wurde bislang in Basel und Genf umgesetzt. Wir prüfen laufend weitere Standorte.

In der Zentralschweiz gibt es rund 11'500 Mobility-Privatkunden. Wie gut sind die Zentralschweizer in Sachen Carsharing aufgestellt?

Solche Fragen höre ich immer wieder. Das Nutzungsverhalten in der Zentralschweiz unterscheidet sich aber nicht gross von anderen Regionen. Klar: Die grossen Städte sind unsere Hochburgen, in Gemeinden mit unter 4000 Einwohnern sind wir weniger stark. Doch die Leute sind heute generell sehr mobil. Wenn also jemand von Zug nach Zürich pendelt und dort ein Mobility-Auto nutzt, spielt sein Wohnort keine grosse Rolle mehr. Der Entscheid für Carsharing ist ein persönlicher Entscheid. Und ich bin überzeugt: Jede und jeder hat einmal pro Jahr einen «Mobility-Moment», einen Moment also, in dem ein Mobi­lity-Auto die beste Lösung ist.

In Zukunft werden auch vermehrt Elektroautos unterwegs sein. Wie hoch ist der Anteil solcher Fahrzeuge in der Mobility-Flotte?

Er liegt noch im einstelligen Prozentbereich, hier stecken wir also noch in den Kinderschuhen. Doch der Anteil ist proportional höher, als er es bei der Gesamtzahl der Autobesitzer auf dem Schweizer Markt ist. Bezüglich Elektroautos haben wir ein grosses Projekt, das wir 2018 umsetzen werden. Details kann ich aber noch nicht verraten.

Zur Person
Patrick Marti (36) ist seit August 2016 Geschäftsführer von Mobility. Zuvor hat er vier Jahre die Migros-Tochter Melectronics geleitet.

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