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ROTKREUZ: Neue Pläne gegen den drohenden Kollaps

Der Kanton hat sich mit der Frage beschäftigt, wie die Verkehrssituation im Industriegebiet verbessert werden kann. Nun liegt eine Bestvariante auf dem Tisch. Doch auf dem Weg zur Umsetzung warten Hürden.
Rahel Hug

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Wie können die Industriegebiete von Rotkreuz und Hünenberg (Bösch) besser an die A4 und an die Umfahrung Cham–Hünenberg angebunden werden? Mit dieser Frage haben sich die Fachleute der kantonalen Baudirektion in den letzten Jahren intensiv beschäftigt. Zur Erinnerung: Der Kantonsrat hat 2014 im Richtplan festgehalten, dass der Kanton verschiedene Varianten untersuchen und die beste bis 2018 dem Parlament unterbreiten soll.

In der Zwischenzeit ist die Planung weit fortgeschritten. Am Mittwochabend informierten Baudirektor Urs Hürlimann, Kantonsplaner René Hutter und Projektleiter Stefan Bürgler die Bevölkerung in Rotkreuz über den Stand der Dinge. Der Kanton will beim Kreisel Forren einen Bypass für die Blegistrasse realisieren, ergänzt durch einen neuen Halbanschluss an die A4 von der Buonaserstrasse. «Der Kreisel Forren hat seine Leistungsgrenze erreicht», erklärte Stefan Bürgler. In Zahlen ausgedrückt heisst das: Zu Spitzenzeiten verkehren hier bis zu 3000 Autos pro Stunde. Dadurch komme es zu langen Rückstaus, auch der Knoten Chamer-/Industriestrasse sei überlastet. «Hinzu kommt der Ausweichverkehr von der überlasteten A14», führte Bürgler aus.

Das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis

So präsentiert sich also der Ist-Zustand. Und der Verkehr wird künftig weiter zunehmen – werden doch gemäss Prognosen 2040 fast 150 000 Menschen im Kanton Zug wohnen. Die Baudirektion hat deshalb umfassende Untersuchungen vorgenommen und auf dieser Grundlage vier Varianten herausgearbeitet. Neben der Variante «Bypass und Halbanschluss» wurden auch eine «Ostumfahrung Rotkreuz», eine Anbindung der Industriestrasse an die Holzhäusernstrasse sowie der Umbau des Forren-Kreisels zu einer Lichtsignalanlage diskutiert. Bei der erstgenannten sei das Kosten-Nutzen-Verhältnis am besten, erklärte Bürgler. Man rechnet mit Kosten von rund 20 Millionen Franken. Der Bypass verbessere den Verkehrsfluss in Richtung Autobahnanschluss und entlaste den Kreisel. Mit dem Halbanschluss könne der Verkehr von der A4 aus Richtung Norden aufgeteilt werden.

Ausserdem werde der bestehende Anschluss Rotkreuz von und nach Norden, die Chamerstrasse sowie der Kreisel Forren entlastet. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Bestvariante ist die Verkehrslenkung. So will man den Verkehr nördlich der Bahnlinie via den bestehenden Anschluss führen, jener südlich über den neuen Halbanschluss. Ziel ist es nun, diese Variante im Rahmen der Richtplananpassung 2018 festzusetzen. Doch auf das Projekt warten Hürden. Eine grosse Herausforderung dürfte die Anfrage beim Bundesamt für Strassen (Astra) darstellen. «Es muss uns gelingen, den Bund von dieser Variante zu überzeugen. Beim Astra sieht man die Problematik. Ich bin zuversichtlich, dass wir das Okay bekommen», betonte Urs Hürlimann. «Das Astra war ebenfalls in der Begleitgruppe dieses Projekts vertreten», ergänzte René Hutter. «Bis jetzt kam immerhin kein klares ‹Nein› seitens des Astra, wie es bei anderen Projekten der Fall war.»

Bevölkerung zeigt sich skeptisch

Skepsis gibt es auch in der Bevölkerung, wie sich am Mittwoch im Verenasaal im Zentrum Dorfmatt zeigte. Nach einem kurzen Podium, an dem Urs Hürlimann, Ruedi Knüsel (Gemeinderat und Bauchef), Annette Luther (General Manager bei Roche Diagnostics International AG) und Franz Bachmann (Nachbarschaft Holzhäusern) über die Finanzen, die Verantwortung der grossen Arbeitgeber beim Thema Verkehr und die Rolle der Gemeinde diskutierten, standen die Kantonsvertreter für Fragen zur Verfügung. Ein Besucher meinte, mit dem vorgeschlagenen Projekt werde das Problem in andere Quartiere verlagert, mehrere weitere Votanten waren ähnlicher Meinung. Der Rischer CVP-Kantonsrat Kurt Balmer sagte, man müsse das Dorfzentrum von Rotkreuz in der Planung ebenfalls berücksichtigen. Weshalb man denn nicht stärker über den Tellerrand schaue, wollte ein Mann wissen: «In Ebikon wird ein neues Einkaufszentrum gebaut. Das gilt es doch zu berücksichtigen. Ich denke da etwa an eine U-Bahn. Das wäre eine Vision.» Baudirektor Urs Hürlimann nahm den Ball auf: «Es ist richtig, dass wir in grösseren Dimensionen denken müssen. Die Mobilität stellt uns vor Herausforderungen. Wir werden auch unser Verhalten ändern müssen.» Die Inputs aus dem Pub­likum würden aufgenommen.

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