Rotkreuz
Grösserer Kessel und mehr Platz: Vater und Sohn Stocker eröffnen einen zweiten Röstereistandort

Zu Beginn der Pandemie haben die beiden eine Rösterei eröffnen. Die läuft so gut, dass sie expandieren können.

Vanessa Varisco
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Buddy Stocker und sein Vater Hannes an ihrem neuen Rösterei-Standort in Rotkreuz.

Buddy Stocker und sein Vater Hannes an ihrem neuen Rösterei-Standort in Rotkreuz.

Bild: Matthias Jurt (November 2021)

«Mit gutem, nachhaltigem Kaffee scheinen wir einen Nerv getroffen zu haben. Wir brauchen deshalb mehr Platz, um die Nachfrage abzudecken», antwortet Buddy Stocker auf die Frage, weshalb Stockers Kaffee morgen einen zweiten Röststandort eröffnet. Mitten in Rotkreuz, gleich neben dem Bahnhof, ist er gelegen. Stocker und sein Vater Hannes Stocker haben just zu Beginn der Pandemie eine erste Rösterei bei sich zu Hause in Cham eröffnet.

«Persönlich und nahbar» wollten sie ihre Rösterei gestalten und liefern deshalb Bestellungen noch heute selbst bei ihren Kundinnen und Kunden aus. Auch das Rösten übernehmen sie selbst. «Wir haben unglaublich Freude an unserem Kaffee, dem Geschäft und dem Austausch mit unserer Kundschaft. Es ist eine richtige Passion. Deshalb investieren wir gerne viel von unserer Zeit», führt Buddy Stocker mit einem Lächeln aus. Trotz des Starts in der Krise gerieten sie geschäftlich nicht ins Rudern. Im Gegenteil:

«Der Gedanke zu expandieren kam bald. Nur hatten wir für eine grössere Röstmaschine keinen Platz.»

Raum genug haben sie nun mit ihrem zweiten Standort. Wieso haben sie Rotkreuz gewählt? «Wir suchten eine ganze Weile in Cham. Manchmal hätte sich fast was ergeben und wurde dann doch nichts», erklärt der Inhaber und betont: «Den Bezug zu Cham möchten wir unbedingt halten. Auch weil wir uns dort eine schöne Stammkundschaft aufbauen konnten.» Sie stiessen auf die Überbauung Chäsimatt in Rotkreuz, welche derzeit entsteht und in zwei Jahren fertiggestellt sein soll. «Dank der Initiative unseres Vermieters «Rotkreuzhof Immobilien» können wir die Zwischenzeit mit dem jetzigen Standort, welcher sich wenige Meter daneben befindet, überbrücken.» Geöffnet ist jener Standort jeweils donnerstags und samstags.

Degustationen und Einblicke in die Rösterei

Gehetzte Pendlerinnen und Pendler, die sich beim Umsteigen noch schnell einen Kaffee schnappen wollen, werden aber in der Rösterei kaum ihr Glück finden. Hier zählt der «entschleunigte Kaffeegenuss». «Ein richtiges Café sind wir noch nicht», schiebt Stocker schnell nach. Das wäre dann in der Chäsimatt denkbar. Wer mag, kann Hannes Stocker aber beim Rösten zuschauen – und den neuen, grösseren Röstkessel bestaunen, zu welchem Buddy Stocker eine Anekdote preisgibt: «Den habe ich erst kürzlich mit einem kleinen Lastwägelchen aus Holland abgeholt. Als ich ankam, war er noch nicht ganz fertig, sodass ich zusehen konnte, wie die letzten Schrauben angezogen wurden.»

die beiden sind ein eingespieltes Team.

die beiden sind ein eingespieltes Team.

Bild: Matthias Jurt (November 2021)

Degustationen bietet die Rösterei ebenfalls an. «In Cham zeigte sich die Begeisterung dafür bald. Teils blieben Kundinnen und Kunden zwei, drei Stunden bei uns und haben sich mit anderen unterhalten», schwärmt Stocker. Selbiges wünscht er sich auch für Rotkreuz. Die Gesellschaft und Sensibilisierung rund um den Kaffee ist für das Familienunternehmen eine Herzensangelegenheit. Was mitunter ein Grund war, weshalb sie gemeinsam mit Matilda vom Kahawa Cafe & Roastery in Zug im Oktober eine Coffeesession in der Galvanik lancierten. «Das ist das Schöne. Seit unserem Start können wir auch mit unserer vermeintlichen Konkurrenz Freundschaften pflegen», freut sich Stocker. Der Kaffee und die Freude daran stehen immer mehr im Vordergrund als das Wachstum des Geschäfts.

Trotz hohen Pensums keine Neuanstellungen

Doch das Wachstum bringt selbstredend mehr Arbeit mit sich. Hannes Stocker ist eigentlich pensioniert. Das Rösten, Verkaufen und Ausliefern spannt ihn aber doch ganz schön ein. Buddy Stocker arbeitet nebenher noch immer als Musiklehrer. «Offen gestanden spüre ich das höhere Pensum natürlich. Aber ich bin mit so viel Herzblut dabei, dass es nicht überwältigend wirkt», gesteht Buddy Stocker. Den neuen Standort wollen sie vorerst ohne zusätzliches Personal stemmen, auch um zu möglichst allem einen persönlichen Bezug zu haben.

«Das wird mit Zunahme an Kundschaft natürlich schwieriger, weil wir bereits jetzt nicht mehr jeden Kunden persönlich kennen lernen können. Was zu Beginn noch der Fall war.»

Persönlich ist natürlich auch die Zusammenarbeit von Vater und Sohn. «Das ist eine echte Bereicherung. Selbst wenn es manchmal eine Herausforderung ist, weil wir viel Zeit zusammen verbringen und uns nicht immer einig sind», beschreibt es der Kaffeeliebhaber. «Aber wir lernen. Konstruktive Diskussionen können unser Geschäft weiterbringen. Schliesslich geht es uns beiden um die Leidenschaft zum Kaffee.»

Mehr Infos auf www.stockers-kaffee.ch.

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