ROTKREUZ: Roche baut seine Stellen stark aus

Im kommenden Jahr werden bei Roche in Rotkreuz erneut mindestens hundert neue Arbeitsplätze entstehen. Die Basis für ­weiteres Wachstum ist bereits gelegt.

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Roche gibt dem Standort in Rotkreuz mehr Gewicht. (Bild: Bruno Caflisch, ROCHE)

Roche gibt dem Standort in Rotkreuz mehr Gewicht. (Bild: Bruno Caflisch, ROCHE)

Maurizio Minetti

Roche und Rotkreuz: Diese Kombination stand in den vergangenen Jahren für eine erfolgreiche Wachstumsstrategie. Der Basler Konzern hatte 1969 die Zuger Elektromedizin und Respiratoren AG übernommen und daraus die Firma Tegimenta AG mit rund 60 Angestellten gemacht. Seitdem befindet sich der globale Hauptstandort der Division Diagnostics von Roche in Rotkreuz. Dort entwickelt Roche medizinische Diagnosegeräte für Kliniken, Labors und Arztpraxen. Letztes Jahr setzte Roche Diagnostics weltweit rund 10 Milliarden Franken um.

Bild: Grafik Neue LZ

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2400 Vollzeitstellen gibt es aktuell bei Roche in Rotkreuz. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es erst 1334 Vollzeitstellen (siehe Grafik). Zählt man die Zahl der Angestellten und berücksichtigt man auch externe Partner, tummeln sich heute über 3400 Personen bei Roche im Kanton Zug. Nach Migros und Coop ist Roche der drittgrösste private Arbeitgeber in der Zentralschweiz.

Neue Gerätelinie

Nun steht für 2016 erneut ein Ausbau bevor, wie das Unternehmen auf Anfrage bestätigt. «Das Wachstum für das kommende Jahr wird sich im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich bewegen.» Im Klartext heisst dies, dass in Rotkreuz nächstes Jahr 120 bis 200 Stellen entstehen könnten. «Es werden vor allem Jobs in der Produktion entstehen», sagt Cornelia Erschen, Mediensprecherin bei Roche Diagnostics. Einer der Gründe für die Aufstockung sei die Produktion einer neuen Gerätelinie, die sich «Cobas Liat» nennt. Dabei handelt es sich um ein Gerät für molekulare Tests in Apotheken und Arztpraxen. Es soll zunächst in den USA verkauft werden. Parallel dazu stockt Roche auch beim Support, bei der ­Qualitätskontrolle und der Logistik auf. Allerdings betont Roche, dass es sich bei den Plänen um eine Momentaufnahme handelt, die sich je nach Produktions- und Entwicklungsaufträgen seitens des Konzerns verändern könne.

Ein Mammut-Ausbau

In den letzten zehn Jahren hat Roche in Rotkreuz ein halbes Dutzend Neubauten erstellt und rund 700 Millionen Franken in den Standort investiert. Erst Ende Oktober fand mit der Einweihung eines neuen Gebäudes der jüngste Ausbauschritt statt. Der Zuger Regierungsrat Matthias Michel sagte anlässlich der Einweihung, dass die Healthcare-­Industrie in der Schweiz direkt und indirekt rund 180 000 Personen beschäftigt. Verglichen mit anderen Branchen handelt es sich um hochwertige Jobs: «Die Wertschöpfung pro Arbeitsplatz sei dreimal so hoch wie der Durchschnitt der Schweizer Wirtschaft», sagte Michel. Die Schweizer Healthcare-­Unternehmen steuern rund einen Drittel an den gesamten Schweizer Exporten von insgesamt 70 Milliarden Franken bei.

Den Grundstein für weiteres Wachstum in Zug hat Roche bereits gelegt. Bis im Frühjahr 2017 wird auf dem Areal in Rotkreuz der sogenannte «Bau 12» errichtet. Dort sollen auf einer Fläche von rund 12 000 Quadratmetern je nach Nutzungskonzept weitere 400 bis 480 Büroarbeitsplätze entstehen.

Ein Detail am Rande: Bei den Bauarbeiten für den «Bau 12» stiessen Arbeiter Anfang August auf einen Mammutstosszahn sowie mehrere Knochenteile, die rund 17 000 Jahre alt sein sollen. Es sind die jüngsten Mammutüberreste, die je auf Zentralschweizer Boden gefunden wurden.