ROTKREUZ: Sie nehmen kein Blatt vor den Mund

Die Schnitzelbankgruppen Los Papagayos, de Bärner, Massstab und LirumLarum decken schonungslos auf. Das gefällt dem Publikum.

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Die Ouvertüre im Alterszentrum Dreilinden bildete den Auftakt zu einem gelungenen Schnitzelbankabend. (Bild: Werner Schelbert (25. Februar 2017))

Die Ouvertüre im Alterszentrum Dreilinden bildete den Auftakt zu einem gelungenen Schnitzelbankabend. (Bild: Werner Schelbert (25. Februar 2017))

Die Los Papagayos (Heinz Oehen und Annemarie Wiederkehr), die am Samstag den Rotkreuzer Schnitzelbankabend eröffneten, zogen das Publikum auf Anhieb in ihren Bann. Die witzigen Helgen und die gesanglich vorgetragenen Verfehlungen von Hinz und Kunz lösten Lachsalven aus. Nicht überraschend bekam auch der neue US-Präsident sein Fett ab: «3+ zeigt üs de Sexy-Bachelor, dä sportlich Füdlitätscher; wenn dänksch, das Niveau sinkt nüme meh, de setsch emol de US-Wahlkampf gseh.» Und in Verbindung zum VW-Abgasskandal meinten die Los Papagayos: «Mir findet, dass sich de Donald Trump wirklich guet verchauft. Dä hed es Muul wo lauft und lauft und lauft ... Wobie, de Verglich mit VW gar ned so fescht hinkt, will das wo dem usechont stinkt und stinkt...»

Die Gruppe De Bärner (Maurice und Anja Nussbaum) nahm in Anlehnung an das Entlassungs-, ääh Entlastungsprogramm das Zuger Rechtschreibungsproblem aufs Korn und befand: «Bi so viel Legaschteniker unter de Zuger Politiker chönntis de guet verstah, wenn uf de nöchschte Wahlzettle statt Kantonsrots- und Regierigsrotswahle – Kantonsrots- und Regierigsquale würdi stah.» Zu Trump sang De Bärner: «D’Amis hei e nöie Präsi übercho, bim Knie hät me dä nid mou as Hilfsclown inegno; chli gspiuti Dummheit isch nid schlächt, doch bim Trump isch leider alles ächt.»

«Sind die Spieler zu stark, sind die Dresses zu schwach»

Andreas Dönni, Sascha Schneiter und Marcel Schmid überzeugten als Comic-Superhelden mit sackstarkem Gesang und kurzen, prägnanten Sprüchen. In Anspielung auf die an der EM zerrissenen Dresses der Schweizer Fussballnati meinten sie sinngemäss: «Sind die Spieler zu stark, sind die Dresses zu schwach.» Trump liessen sie wissen, dass die Welt ihn nicht versteht. Mexiko aber habe es gut, denn es bekomme ja eine Mauer gegen ihn. Zum Thema «Geiz ist geil» bekam Werner Mendler zu hören: «Ein ganzes Jahr lang ohne Autobahnvignette herumzufahren, hilft ganz gut zu sparen.» Den Abschluss des Rotkreuzer Schnitzelbankabends machten LirumLarum – Mike Märki und David Meyer. Für den Chamer Gemeindepräsidenten Georges Helfenstein forderten sie «Inländertoleranz» wegen seiner ungenügenden Englischkenntnisse. Und zum Türkeibesuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel bemerkten sie: «Wil d’Merkel brun werde will, flügt sie i d’Türkei und chonnt tatsächlich öppis abrönnt wieder hei.»

Das zahlreich aufmarschierte Publikum geizte nicht mit Applaus. Zu Recht, denn sämtliche Schnitzelbankgruppen überzeugten mit überdurchschnittlich guten Auftritten, zumal sie kein Blatt vor den Mund nahmen.

 

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch