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ROTKREUZ: Um «Aglaya» herrscht grosse Verwirrung

Das Baugesuch für das 70 Meter himmelwärts ragende Hochhhaus in der Suurstoffi ist von Pannen begleitet. Das hat auch mit Ballons zu tun.
Raphael Biermayr
Das prestigeträchtige Hochhaus auf dem Suurstoffi-Areal soll ab November 2018 bezugsbereit sein. (Bild Werner Schelbert)

Das prestigeträchtige Hochhaus auf dem Suurstoffi-Areal soll ab November 2018 bezugsbereit sein. (Bild Werner Schelbert)

Raphael Biermayr

Das geplante Prestige-Hochhaus auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz hat nicht nur einen besonderen Namen: «Aglaya» bereitet auch besondere Herausforderungen. Weil auf der Grossbaustellte zahlreiche Kräne kreisen, konnten keine klassischen Profile errichtet werden. Anstelle von Metallstangen ragen Fesselballons bis 70 Meter in die Höhe. Nun wird die Einsprachefrist für das aufgelegte Baugesuch allerdings um neun Tage verlängert und gilt neu bis und mit 12. August, wie dem Amtsblatt zu entnehmen ist. Als Begründung wird eine «lückenhafte Profilierung» angegeben. Handelt es sich um Lücken im «Ballonwald»? Mitnichten. Es habe mehrere Lücken im Kalender gegeben, wann überhaupt Ballons zu sehen waren über der Brache, erklärt Patrik Birri, der Abteilungsleiter Planung/Bau/Sicherheit der Gemeinde Risch. Für den Fachmann mit jahrzehntelanger Erfahrung sei dies der erste so geartete Fall.

Gemeinde wird von sich aus aktiv

Dass es bei den Ballons zu gelegentlichen Absenzen kommen kann, liegt an ihrer Fragilität: So muss manchmal Helium nachgefüllt werden, um die tatsächliche Höhe des Hochhauses zu verdeutlichen. Und wenn ein Unwetter herrscht, müssen die Ballons eingeholt werden, damit sie nicht fortgerissen werden. Man muss diese Art der Profile also aktiv bewirtschaften. Dass häufig auch bei schönem Wetter keine Ballons in luftiger Höhe zu sehen gewesen sind, ist für die Gemeinde allerdings nicht hinnehmbar.

Deshalb wurde sie selbst aktiv, wies die Bauherrin Zug Estates AG auf die Missstände hin und verlängerte wie erwähnt die Einsprachefrist. «Wie es der Zufall will, ist einen Tag nach unserer Entscheidung diesbezüglich eine Beschwerde aus der Bevölkerung eingegangen», führt der Amtsleiter Birri aus. Es handelte sich dabei um die einzige Einsprache während der ursprünglichen Zeitspanne.

Die Dauer der Fristverlängerung liegt im Ermessensspielraum der Behörde, da sie nicht gesetzlich geregelt sei. Vorgeschrieben ist hingegen, dass Bauprofile bis zur endgültigen Bewilligung eines Projekts stehen müssten. Der Gemeinderat hat die Möglichkeit, nach der nun verlängerten Einsprachefrist weitere Massnahmen zu treffen – bis hin zur Neuauflage des Projekts. Der Bauvorstand Ruedi Knüsel sagt darauf angesprochen: «Den Entscheid darüber fällen wir nach Ablauf der Frist. Gäbe es wegen der lückenhaften Profilierung Einsprachen, wären wir verpflichtet, diesen nachzukommen.» Die Zug Estates AG als Bauherrin von «Aglaya» – das ist der Name einer Göttin aus der griechischen Mythologie und bedeutet «die Prächtige» – äussert sich ausweichend auf folgende Fragen: Wer ist für die Bewirtschaftung der Ballons zuständig? Warum konnte die durchgehende Profilierung nicht gewährleistet werden, gerade bei schönem Wetter? Sind mit der Verlängerung der Einsprachefrist Terminverschiebungen verbunden, beispielsweise, was die Vermietung von Räumlichkeiten im Hochhaus anbelangt? Befürchtet die Zug Estates AG weitere Massnahmen seitens der Gemeinde, wie eine Neuauflage des Projekts? Die Kommunikationsabteilung teilt im Namen von Kim Riese, der Leiter Projektenwicklung und Bau der Zug Estates AG, mit: «Für Profilierungen von Bauten dieser Höhe ist auch eine Betriebsbewilligung des BAZL (Bundesamt für Zivilluftfahrt) notwendig.»

Ballons als Luftfahrthindernisse

Die Nachfrage beim BAZL ergibt, dass Installationen jedweder Art, die 60 Meter in der Höhe überschreiten, als Luftfahrthindernisse gelten und bewilligt werden müssen. Da die Bewilligung «mit einer Woche Verzögerung» eingetroffen sei und der Bau «nicht wie im ursprünglichen Zeitplan vorgesehen profiliert werden konnte», sei die Einsprachefrist von der Gemeinde «entsprechend verlängert» worden, teilt Kim Riese mit. Mit dem Verkauf der 85 Eigentumswohnungen und der Vermietung der Büroflächen im Hochhaus soll wie geplant diesen Herbst begonnen werden.

Die Nachfrage beim BAZL offenbart auch, dass die noch nicht realisierte «Aglaya» grosse Verwirrung mit sich bringt: Die Anfrage für die Bewilligung seitens der Profilbaufirma sei am 27. Juni eingegangen und gleichentags bewilligt worden, «mit gewünschtem Beginn der Gültigkeit am 13. Juli». Das Baugesuch war allerdings schon am 8. Juli erstmals im Zuger Amtsblatt ausgeschrieben, damals mit der Einsprachefrist bis am 27. Juli. In den Ausgaben vom 15. und 22. Juli erschien «Aglaya» erneut – mit einer Einsprachefrist bis am 3. August.

Auf diese Verlängerung könnte die obgenannte Auskunft der Firma Bezug nehmen. Nun ist die Frist also erneut verlängert worden bis am nächsten Freitag. Man darf gespannt sein, was dann im Amtsblatt steht.

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