Rotkreuz
Videoüberwachung am Bahnhof soll für mehr Sicherheit sorgen

Die SVP Risch-Rotkreuz beantragt beim Gemeinderat, eine Videoüberwachung an mehreren Orten rund um den Bahnhof zu prüfen. Dazu zählen der Dorfmattplatz sowie das gesamte Bahnhofsareal inklusive sämtlichen Unter- und Überführungen.

Vanessa Varisco
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Der Dorfmattplatz in Rotkreuz könnte künftig überwacht werden.

Der Dorfmattplatz in Rotkreuz könnte künftig überwacht werden.

Bild: PD

Mehr Sicherheit. Dafür soll die Videoüberwachung sorgen. Die Prüfung einer solchen Installation am Bahnhof Rotkreuz und nächster Umgebung hat die SVP Risch-Rotkreuz in einer Motion beantragt. Auf Anfrage erklärt Alexander Haslimann, Präsident der Ortspartei, den Hintergrund:

«Wir haben mehrfach Anfragen erhalten, ob wir das Thema Sicherheit aufbringen könnten. Insbesondere von jungen Damen, die nachts mit dem Zug nach Hause kommen.»

Auch Eltern, welche ihre Kinder dort auf dem Schulweg oder von Trainings in den Turnhallen vorbeilaufen lassen müssen, hätten das Thema Sicherheit angesprochen.

Alexander Haslimann.

Alexander Haslimann.

Bild: PD

In der Vergangenheit sei es am Bahnhof Rotkreuz und auf dem Dorfmattplatz immer wieder zu Vorfällen gekommen, schreibt der Parteipräsident in einem Leserbrief zur Motion. Als Beispiele zählt er verbale sexistische Belästigungen, leichte bis schwerwiegende körperliche Angriffe und regelmässige Sachbeschädigungen auf. «Das Gefühl von Unsicherheit insbesondere in Abend- und Nachtstunden ist stark ausgeprägt.»

Eine Option sieht die Partei in der Überwachung des Areals mit Kameras. Eine permanente Videoüberwachung könne Vorfälle nicht gänzlich verhindern, schreibt Alexander Haslimann. «Das Bewusstsein, dass ein Areal videoüberwacht wird, erhöht aber mit Sicherheit die Hemmschwelle bei mutmasslichen Tätern und Täterinnen», zeigt sich Haslimann überzeugt. Neben dem erhöhten Sicherheitsgefühl aller Nutzerinnen und Nutzer des Areals könnten Videoaufnahmen bei der Aufklärung von Straftaten und der Überführung von Straftätern wichtige und entscheidende Informationen liefern. Prüfen soll der Gemeinderat eine Videoüberwachung am Dorfmattplatz sowie auf dem gesamten Bahnhofsareal (Nord- und Südseite) inklusive sämtlichen Unter- und Überführungen. Eine möglichst zeitnahe Umsetzung sieht die Partei als wünschenswert.

An der Sicherheit soll nicht gespart werden

Die Videoüberwachung wäre eine Option, gäbe es denn noch andere? «Das ist für uns schwierig abzuschätzen. Die Polizei patrouilliert bereits», antwortet Haslimann. Dies allerdings nur alle paar Stunden. Zusätzliches Licht wäre gegebenenfalls «auch noch hilfreich». Er hält aber fest: «Allerdings zeigen Erfahrungen von grösseren Bahnhöfen, dass insbesondere Kameras mitunter die grösste Wirkung haben.»

Auch die Bahnhofüberführung in Rotkreuz soll im Blick der Kameras sein.

Auch die Bahnhofüberführung in Rotkreuz soll im Blick der Kameras sein.

Bild: PD

Wie viel das kosten würde, sei noch nicht klar. Damit habe sich die Partei bislang auch noch nicht auseinandergesetzt. Ziel der Motion sei, grundsätzlich Möglichkeiten und Auflagen zu eruieren. Konkrete bauliche Massnahmen und entsprechende Kosten müssen zu einem späteren Zeitpunkt analysiert werden. Auch hierbei werde die SVP das Augenmerk darauf halten. «Allerdings darf bei der Sicherheit per se nicht gespart werden», findet Haslimann. Wichtiger ist viel mehr die Balance zwischen Sicherheit und unnötiger Überwachung. Die besagten Kameras müssten nicht 24 Stunden in Betrieb sein, so der Parteipräsident. Die «gefährlichen» Zeiten sind ja tendenziell eher nachts.

Bislang werden keine öffentlichen Räume in Rotkreuz videoüberwacht

Weitere involvierte Parteien, allen voran die SBB, müssten miteinbezogen werden. Abklärungen hätten ergeben, dass insbesondere die SBB solchen Massnahmen «grundsätzlich sehr positiv» gegenüberstünden, führt Alexander Haslimann in seinem Schreiben aus. Die SBB selbst konnte bis Redaktionsschluss wegen Ferienabwesenheit der Auskunftsperson keine Rückmeldung geben.

Die Gemeinde selbst kann aktuell noch nichts zur Motion sagen, da jene an der Wintergemeindeversammlung thematisiert wird. Gemeinderat Patrick Wahl erklärt, dass zum heutigen Zeitpunkt in der Gemeinde Risch noch keine öffentlichen Plätze oder Räume videoüberwacht werden. Er ergänzt: «Bei Bedarf wurden und werden stattdessen Sicherheitsassistenten beigezogen, welche je nach Situation mehr oder weniger häufig patrouillieren und eventuell auch noch das Gespräch suchen können.»

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