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ROTKREUZ: Widerstand gegen Fahrplananpassung

Geht es nach dem Kanton, verlieren Pendler aus dem Ortsteil Küntwil künftig zum Teil die schlanken Anschlüsse am Bahnhof Rotkreuz. Das wollen sie nicht auf sich sitzen lassen. Das Amt für öffentlichen Verkehr prüft nun Alternativen.
Rahel Hug
Die Pendler aus dem Ortsteil Küntwil würden mit der Fahrplananpassung ihre Anschlüsse in Rotkreuz verpassen. (Symbolbild LZ)

Die Pendler aus dem Ortsteil Küntwil würden mit der Fahrplananpassung ihre Anschlüsse in Rotkreuz verpassen. (Symbolbild LZ)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Wer als Pendler mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist, hofft auf möglichst nahtlose Verbindungen. Längere Wartezeiten, im schlechten Fall noch bei Wind und Regen, sind für viele ein Argument, auf das Auto umzusteigen. Einwohner aus dem Rotkreuzer Ortsteil Küntwil sind derzeit in einer relativ komfortablen Situation, was die Anbindung an den ÖV betrifft. So dauert die schnellste Verbindung nach Zürich aktuell lediglich 46 Minuten, nach Luzern 25 Minuten. Doch künftig soll sich das ändern: Der Kanton Zug plant nämlich im Rahmen des Fahrplanwechsels, der am 10. Dezember in Kraft treten wird, die Buslinie 52 (Rotkreuz–Küntwil) mit der Linie 51 (Rotkreuz–Hünenberg) zu verbinden. Dadurch ändern sich die Abfahrts- und damit die Wartezeiten für Anschlüsse am Bahnhof Rotkreuz. Bis zu einer Viertelstunde müssen Pendler künftig zum Teil auf ihren Anschluss warten.

In Küntwil stösst dieser Vorschlag auf Widerstand. Mehrere Einwohner haben deshalb im Rahmen der Vernehmlassung zum Fahrplanentwurf eine Ein­gabe gemacht. Unter ihnen ist auch Kantonsratspräsident Daniel Burch (FDP). «Die Gemeinde macht sich stark für einen zusätzlichen Interregio-Halt in Rotkreuz. Gleichzeitig wird aber ein Quartier von dieser Anbindung abgeschnitten. Das passt für mich nicht zusammen», sagt er. Burch befürchtet, dass durch die Anpassung viele Betroffene künftig zu Fuss oder mit dem Velo zum Bahnhof gelangen würden. «Das hätte eine schlechtere Auslastung des Busses zur Folge, was ihn letztlich gefährden würde.» Der Kantonsratspräsident hofft nun, dass im Prozess der Vernehmlassung eine andere Lösung gefunden wird. «Ansonsten werde ich allenfalls einen politischen Vorstoss ins Auge fassen.» Eine Stellungnahme abgegeben hat auch Eduard Lienert. Der Senior wohnt seit 1964 in Küntwil und hat sein Auto im letzten Herbst verkauft. «Die Anschlüsse an die morgendlichen und abendlichen Entlastungszüge fallen total aus dem Rahmen», sagt er. Die längeren Wartezeiten würden sowohl Ar­beitende, aber auch Eltern mit Kinderwagen und ältere oder behinderte Menschen treffen.

Hans-Kaspar Weber, der Leiter des Kantonalen Amtes für öffentlichen Verkehr, kennt die Sorgen der ÖV-Nutzer aus Küntwil. Zur Linie 52 sind im Rahmen der Vernehmlassung 18 Rückmeldungen eingegangen. «Ich kann die Bedenken für sich betrachtet durchaus nachvollziehen», sagt er. Es sei ihm bewusst, dass solche Veränderungen negative Auswirkungen für die Kundinnen und Kunden haben. «Die Linie 52 ist auch für uns ein grosses Sorgenkind», ergänzt Weber, «jedoch aus ganz anderem Grund.» Es sei nicht möglich, eine isolierte Buslinie von gerade mal 1,5 Kilometern länge wirtschaftlich vernünftig zu betreiben. «Das Verhältnis von Fahrzeit und Wartezeit des Busses führt zu einer enorm unproduktiven Leistung.» Durch das vorgeschlagene Fahrplankonzept der Linien 51 und 52 könne der Betrieb kostengünstiger gestaltet werden. «Als angenehmer Nebeneffekt kann sogar ein lange geäusserter Wunsch der Gemeinde Risch erfüllt werden: Das Dorf wird wieder mit dem Industriegebiet alle 30 Minuten direkt verbunden, was der Linie den einen oder anderen zusätzlichen Reisenden bringen kann.»

Fahrgastzahlen werden nochmals überprüft

Wie geht es nun weiter? Laut Hans-Kaspar Weber steht man mit der Gemeinde Risch und der Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB) in Kontakt und prüft, ob es noch alternative Möglichkeiten mit ähnlichem Einspareffekt gibt. «Zudem werden die Fahrgastzahlen von der Linie 52 zum Schnellzug nach Zürich noch einmal überprüft.» Über die wei­teren Rückmeldungen der Vernehmlassung – die Eingabefrist endete am 18. Juni – wird das Amt für öffentlichen Verkehr voraussichtlich heute in einer Medienmitteilung informieren.

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