Rückstände von Chlorothalonil sind immer noch im Zuger Wasser

Die Pumpwerke im Kanton Zug, bei denen erhöhte Werte von Chlorothalonil nachgewiesen wurde, laufen weiter auf Sparflamme.

Carmen Rogenmoser
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Seit Mitte letzten Jahres gilt für einzelne, seit Ende Januar 2020 für sämtliche Metaboliten (Abbauprodukte) des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil ein gesetzlicher Höchstwert von 0,1Mikrogramm pro Liter im Trinkwasser. Das hatte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) entschieden. Im Januar hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) dann den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil ganz verboten. In Wasserpumpwerken zweier Zuger Gemeinden wurden erhöhte Rückstände des Fungizids gemessen. Betroffen sind die Pumpwerke Hasentalweid 1 in Menzingen und Drälikon in Hünenberg.

Bei beiden ist der Höchstwert weiterhin überschritten, wie eine Nachfrage bestätigt. Chlorothalonil wird im Boden nur sehr langsam abgebaut. Die Halbwertszeit – die Zeitspanne, nach welcher eine abnehmende Grösse die Hälfte des Anfangswertes angenommen hat – liegt zwischen 98 und 1000 Tagen. «Unklar ist, wie lange es dauert, bis sich die Metaboliten im Grundwasser abgebaut haben», erklärt Robert Watts, Leiter Kommunikation der Wasserwerke Zug (WWZ) Energie AG, die das Pumpwerk Drälikon betreiben. Entscheidende Rollen spielen dabei diverse Faktoren, wie Grundwasserströme, Geologie und Klima.

Ganz abgeschaltet wurde das Pumpwerk Drälikon nie ganz. «Nur die von Höchstwertüberschreitungen betroffenen Filterbrunnen beziehungsweise Pumpen wurde auf Minimalbetrieb gesetzt», präzisiert Watts. Dies sei bereits im August 2019 geschehen. «Das Wasser wird von dort ins Reservoir Knodenwald gepumpt, wo es im Verhältnis eins zu zwei mit Wasser aus Zug vermischt wird», führt er aus. «Mit dieser Massnahme ist gewährleistet, dass das Leitungswasser, das vom Reservoir Knodenwald ins Leitungsnetz von Hünenberg und Cham abgegeben wird, konform ist.»

Qualitätsmonitoring wurde aufgebaut

Bestätigt werde das durch Proben, die dem Netz Cham und Hünenberg entnommen wurden. Zur laufende Überwachung der Situation und um feststellen zu können, ob und wie rasch sich die Qualität des Grundwassers in Drälikon verbessert, habe die WWZ in Zusammenarbeit mit den kantonalen Ämtern ein Qualitätsmonitoring aufgesetzt und entnimmt dem Netz jeden Monat zusätzlich gesonderte Wasserproben, die auf Rückstände von Chlorothalonil untersucht werden.

Ebenfalls öfters kontrolliert wird die Wasserqualität des Pumpwerks Hasentalweid 1 in Menzingen. «In Absprache mit dem Amt für Verbraucherschutz ziehen wir alle drei Monate eine Probe», erklärt Othmar Trinkler, Präsident der Dorfgenossenschaft Menzingen. Diese ist für die Wasserversorgung der Gemeinde zuständig. «Wir hatten glücklicherweise immer genug Quellwasser», ergänzt er. So hatte die Abschaltung des Pumpwerks Hasentalweid 1 keinen Einfluss auf die Wasserversorgung in Menzingen. «Unser Wasser beziehen wir aus elf Quellfassungen und zwei Grundwasserfassungen.» Weil nur eine Fassung betroffen sei, sei man in der Lage, die Versorgung über die anderen Anlagen sicherzustellen.