Leserbrief
Rücksichtsvoller Umgang

Zum Campen auf dem Gnipen

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Seit über 40 Jahren wandere oder fahre ich mit Velo jährlich mehrere Male auf den Wildspitz. Gegen Abend gehe ich zuerst im Wildspitzrestaurant etwas essen, die letzten zwei und der jetzige Wirt kennen mich. Wenn ich mit dem Velo unterwegs bin, lasse ich es dort und wandere weiter.

Gegen 18Uhr stelle ich mein Leichtzelt meist unterhalb des Gnipen und bewusst am Wiesenrand oder in der Nähe des Waldes auf, meditiere und sehe mir die wunderschönen Sonnenuntergänge an und geniesse die schönen Nächte.

Gegen halb fünf morgens räume ich das Zelt und gehe auf den Gnipen-Grad oder rüber zum Wildspitz, um den Sonnenaufgang zu sehen. Noch nie habe ich ein Feuer auf dem Gras gemacht, kontrolliere den Aufenthaltsort auf Gegenstände, bevor ich den Ort möglich schadlos verlasse.

Seit neuestem ärgere ich mich masslos über Jugendliche, die mitten und verteilt auf der ganzen Gnipen-Wiese Zelte aufstellen, Feuer machen und so das Gras und die Wiese mit wüsten Brandflecken schädigen. Auch habe ich letztens Bierflaschenscherben und Plastik im frisch geschnittenen Gras zusammengelesen und die Schlafenden geweckt und ihnen die Leviten gelesen.

Eltern stehen, meine ich, genauso in der Pflicht ihren Schützlingen klarzumachen, was sie damit anrichten, wenn mit der liebevoll gepflegten und nützlichen Natur so umgegangen wird. Dass sich die Landverantwortlichen darüber ärgern und die zusätzlichen Instandstellungsarbeit nicht duldbar ist, kann ich gut verstehen.

Genau dieser Verhaltensweise ist es zu verdanken, wenn nachher Verbote ausgesprochen werden und es wieder die Rücksichtsvollen trifft.

Ich verstehe ja, dass junge Leute die schöne Natur und die Gemeinsamkeit geniessen wollen. Es gibt sie ja auch, junge Erwachsene, die sich der Ursache und Wirkung bewusst sind, Dankbarkeit dem Ort zollen, wo sie sich aufhalten, indem sie mit der Natur möglichst rücksichtsvoll umgehen. Damit die nächsten das Land bewirten können. Danke.

Fabio Gallinelli, Unterägeri