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RÜTIHOF: Der Autobahn-Staufalle auf der Spur

Die Verzweigung bei Rotkreuz sorgt öfter für Staus und Auffahrunfälle. Oder umgekehrt. Alles eine Sache der Unaufmerksamkeit?
Wolfgang Holz
Hier staut es sich öfter: die Verzweigung Rütihof. (Bild Stefan Kaiser)

Hier staut es sich öfter: die Verzweigung Rütihof. (Bild Stefan Kaiser)

Wir erinnern uns: An zwei Tagen letzter Woche krachten Autofahrer zwischen Gisikon und der Verzweigung Rütihof in eine stehende Kolonne. Wegen Unaufmerksamkeit, wie die Zuger Polizei sagt. Wegen Unaufmerksamkeit, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) mantrahaft versichert. Doch warum bilden sich an dieser Stelle immer wieder – vor allem in den Morgenstunden – Schlangen, die solche Unfälle dann überhaupt erst hervorrufen? Auch hier hat das Astra eine Antwort: «Der Rückstau entsteht eben wegen temporärer Verkehrsüberlastung zu den Spitzenzeiten», so Esther Widmer, Beauftragte für Information und Kommunikation beim Astra. Die Infrastruktur der Verzweigung entspreche den Normen.

Sind Ausfahrten lange genug?

Aber wenn die Infrastruktur den Normen entspricht, und es trotzdem zu Staus kommt, entsprechen dann die Normen in manchen Situationen den Verkehrsanforderungen möglicherweise doch nicht mehr? Konkret: die Länge der Ausfahrt in Richtung Schwyz.

Diese sind laut Astra ebenfalls genormt. Widmer: «Die Masse der Ausfahrt betragen gemäss VSS-Norm 640 261 im Ausscherbereich 75 Meter und im Verzögerungsbereich 115 Meter. Die Verzweigung Rütihof entspricht diesen Vorgaben.» Will heissen: Die Länge der Ausfahrt beläuft sich insgesamt auf rund 190 Meter. Nachgemessen auf ZugMap.ch stimmen die Masse tatsächlich. Wobei man sagen muss, dass einem an dieser Stelle, sprich: An der Ausfahrt Richtung Schwyz gerade 127 Meter bleiben, um sich zu entscheiden, abzubiegen oder doch lieber geradeaus weiterzufahren. Bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern sind dies bloss viereinhalb Sekunden Reaktionszeit. Die Ausfahrt bei Cham/Sins ist genauso lang – doch da hat der Autofahrer auf der auf drei Spuren verbreiterten Autobahn mehr Platz. An der Ausfahrt Baar/Nordzufahrt steht den Autofahrern dagegen wesentlich mehr Platz zu Verfügung, um sich einzuordnen – immerhin 343 Meter. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass es sich dort um eine zweispurige Ausfahrt handelt.

«Externe und interne Faktoren»

Sind Rückstaus an der Verzweigung bei Spitzenzeiten oder doch die Unaufmerksamkeit bei Autofahrern fürs «Rütihof-Syndrom» verantwortlich? Verkehrspsychologin Jacqueline Bächli-Biétry weiss, in welchen Situationen Autofahrer mehr oder weniger aufmerksam sind. «Es gibt interne und externe Ablenkungsfaktoren», so Bächli. Zu den internen zähle man Überforderung, Stress, Zeitdruck: «Der Fahrer konzentriert sich dann nicht primär auf die Strasse oder die Fahraufgabe.» Auslöser seien auch Ablenkungen durch Handy, Radio oder Beifahrer. Solche Störfaktoren würden an Knotenpunkten viel wesentlicher ins Gewicht fallen als in einfacheren Verkehrssituationen. Externe Ablenkungsfaktoren seien bedingt durch die Gestaltung des Strassenraums, dem Aufforderungscharakter der Strasse – monoton oder kurvig etwa. Bächli: «Auch können die Spurführung oder auffällige Bauten Autofahrer ablenken.»

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