Rund 40 Fragen bis zur Einschätzung

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Computerprogramm Die Software Radicalisation Profiling (Ra-Prof) wurde vom Schweizerischen Institut für Gewalteinschätzung (SIFG) entwickelt und ist seit 2016 im Einsatz. Die Methode erlaube, Radikalisierungstendenzen früh zu erkennen, heisst es beim SIFG. Die Software funktioniert über einen Fragebogen. Stellt ein Lehrer oder eine andere Bezugsperson fest, dass sich ein Jugendlicher verändert, so wendet sich diese Person an die zuständige Stelle, die über die Software verfügt. Im Kanton Zug ist das die Zuger Polizei. Es folgt ein Besprechungstermin. Dort wird eine Einschätzungsliste eröffnet. Es werden rund 40 Fragen mit «ja», «nein» oder «keine Information» beantwortet und teilweise begründet.

Die Fragen stammen aus der Dschihad-Forschung und aus Checklisten, die in den bestehenden Leitfäden zu Erkennungsmerkmalen für Radikalisierungstendenzen aufgeführt sind. Gefragt wird etwa, ob die Person ein dualistisches Weltbild, das auf einem klaren Freund-Feind-Schema beruht, vertrete oder ob es Hinweise gebe, dass die Person Kontakt zu extremistischen/radikalen Personen hat. Sind alle Fragen beantwortet, nimmt Ra-Prof eine Auswertung vor: Rot steht für dringenden Handlungsbedarf, Gelb für weiteres Nachfragen und Grün für keinen dringenden Handlungs­bedarf. Anschliessend wird das weitere Vorgehen definiert. Die erste Jahres­lizenz inklusive obligatorischer Schulung kostet 1530 Franken. Die weitere Benützung kostet dann 300 Franken. (st)