«RUNDUMZUG»: Zug baut virtuellen Stadtrundgang aus

«RundumZug» baut die interaktiven Elemente massiv aus. Doch der virtuelle Stadtrundgang durch Zug hat noch einige Schwächen.

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Ausschnitt vom Kolinplatz. (Bilder Rundumzug.ch)

Ausschnitt vom Kolinplatz. (Bilder Rundumzug.ch)

Ein Besuch im Kunsthaus? Ein Spaziergang entlang des Zugersees? Alles kein Problem. Der virtuelle Spaziergang «RundumZug» machts möglich. Boris Häusermann, der Inhaber der Website, baut jetzt den virtuellen Stadtrundgang massiv aus. Er will weitere Features einfügen. Museen, Bibliotheken und Türme verlinken und mit Daten füttern. «Das sind beispielsweise Karten oder historische Bilder, die laufend eingefügt werden». Damit kann beispielsweise der Kolinplatz von 1905 direkt mit dem von 2010 verglichen werden. Auch Geschäfte und Lokale können nun direkt von der Startseite angewählt werden. Schon heute können bei «RundUmZug weit über 150 interaktive, vernetzte Panoramabilder betrachtet werden. Für die kommenden Monaten verspricht Häusermann, weitere Lücken zu schliessen, wie zum Beispiel das Gebiet «Neustadt» oder weitere Gigapixel-Bilder hinzuzufügen. Ob weitere multimediale Ergänzungen (Ton, Video etc), ein «Auto-Pilot» für bequeme Besucher, virtuelle, kommentierte Stadtführungen sowie eine iPhone-Version hinzukommen, wird ebenfalls geprüft.

Unzulänglichkeiten vorhanden
Die Website weisst aber noch etliche Schwächen auf: Einige Gesichter sind gut erkennbar, Autonummern sind nicht oder unzureichend unkenntlich gemacht. Auf die Mängel angesprochen, reagiert Häusermann gelassen. «Es hat sich noch niemand gemeldet, der mit der Veröffentlichung auf dem Foto im Internet nicht einverstanden gewesen wäre.» In Absprache mit dem Eidgenössischen Amt für Datenschutz müssen die Gesichter nicht explizit verpixelt werden, die Autonummern aber schon. «Da sind wir jetzt dran», so Häusermann. Erkennbare Nummernschilder werden jetzt auf allen Aufnahmen konsequent anonymisiert. Ob jene Bilder, die vor dem Veto des Datenschützers aufgenommen wurden, auch noch überarbeitet werden müssen, ist in Abklärung.

Autonummern im Internet parkiert. Noch sind nicht alle Nummern unkenntlich gemacht.

Häusermann verspricht, dass grundsätzlich keine Personen wider deren Willen abgebildet werden. Sollte damit jemand nicht einverstanden sein, wird mit dem Auslösen der Kamera solange gewartet, bis sich die betroffene Person aus dem Bildbereich entfernen konnte. Generell geht der Fotograf aber davon aus, dass die Personen mit dem Abbilden einverstanden sind. Der Fotograf stellt sich auf den Standpunkt, dass er mit seinem Stativ und der Kamera in der Öffentlichkeit genügend auffällt. Sollte sich im Nachhinein eine erkenntlich abgebildete Person umentschieden haben, besteht jederzeit die Möglichkeit mittels Online-Formular eine Korrektur zu verlangen.

Keine Option für Luzern Tourismus
Luzern vermag mit dem Zuger Auftritt nicht mitzuhalten. Neben Google Street View hat Luzern zwar 14 virtuelle 360 Grad-Panorama-Bilder der wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgeschaltet. Deshalb «sei es nicht geplant, in den nächsten Monaten eine zusätzliche virtuelle Stadtführung anzubieten», wie Sibylle Gerardi, Leiter Kommunikation Luzern Tourismus sagte. Allenfalls sei dies zu einem späteren Zeitpunkt eine Option.

René Meier / Zisch