Ruvercap-Anlage schmälert den Gewinn der Pensionskasse der Stadt Zug

Die Pensionskasse hat das gute Börsenjahr genutzt. Der Deckungsgrad der Kasse hat sich trotz des Ruvercap-Verlusts erhöht.

Harry Ziegler
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Die Pensionskasse der Stadt Zug war 2019 trotz einer Anlage bei Ruvercap im Aufwärtstrend.

Die Pensionskasse der Stadt Zug war 2019 trotz einer Anlage bei Ruvercap im Aufwärtstrend.

Bild: Imageteam

Dass die Anlage in die Finanzinstrumente der Ruvercap zu Verlusten führen dürfte, war wohl zum Zeitpunkt der Beteiligung der Pensionskasse der Stadt Zug (PK) nicht bekannt. Mittlerweile gehen Experten davon aus, dass Investoren in die Ruvercap-Fonds sich mit Verlusten von gegen 500 Millionen Franken abfinden müssen.

Die Pensionskasse der Stadt Zug kommt in Anbetracht dieser Summe eher glimpflich davon. Sie war, wie aus dem Jahresbericht 2019 der Kasse hervorgeht mit rund 5 Millionen Franken bei Ruvercap involviert. Das sind, wie Stadtpräsident Karl Kobelt, gleichzeitig Präsident der städtischen Pensionskasse, im Jahresbericht schreibt, «etwas weniger als 1 Prozent der Bilanzsumme.» Die Investition habe Ende 2019 zu einer Abschreibung von 50 Prozent auf diesen Anlagen geführt. «Der Verlust betrug 2,5 Millionen Franken, was weniger als 0,5 Prozent der Vermögensanlagen entspricht», so Kobelt. Insgesamt erwirtschaftete die Pensionskasse der Stadt Zug im Geschäftsjahr 2019 auf die Vermögensanlagen ein Netto-Ergebnis von knapp 49 Millionen Franken. Die Rendite betrug somit netto 9,6 Prozent. Zum Vergleich: Die mittelgrossen Pensionskassen in der Schweiz mit Vermögen zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Franken (dazu zählt auch die Pensionskasse der Stadt Zug) erzielten 2019 eine Rendite von 11,1 Prozent. 2018 lag die Performance der städtischen Pensionskasse bei -2,08 Prozent.

Ruvercap versprach eine gute Rendite

Die Pensionskasse der Stadt Zug hat ihre Anlagestrategie auf nachhaltige Anlagen umgestellt. In diese Anlagekategorie scheinen auch die Ruvercap-Fonds zu gehören. So war laut Bericht des PK-Präsidenten Karl Kobelt hier eine recht gute Rendite zu erwarten. Ruvercap versprach im herrschenden Negativzinsumfeld Renditen von 2 bis 3 Prozent und konnte so zahlreiche Kunden gewinnen. Dies auch, weil derartige durch Schuldbriefe gespeiste Fonds nicht von der Börsenentwicklung abhängig sind. Zwar hinterliess das Engagement der städtischen Pensionskasse bei Ruvercap eine Spur in der Rechnung, sie ist aber bei weitem nicht so heftig, wie aufgrund der kursierenden Zahlen hätte erwartet werden können.

Politik verlangt Antworten

Verschiedene Berichte zu Ruvercap haben die Politik auf den Plan gerufen. So hat die FDP-Fraktion im Stadtparlament nach der Höhe der Verluste, die durch diese Anlagen entstanden sind und nach einer allfälligen Veränderung des Deckungsgrads der Kasse gefragt. Der Verlust ist im Jahresbericht beziffert und der Deckungsgrad der Pensionskasse betrug 2019 mit 112,3 Prozent mehr als noch 2018 (111,9 Prozent). Die PK zählte 2019 1139 aktive Versicherte und 458 Rentnerinnen und Rentner. Die Bilanzsumme betrug 534 Millionen Franken.