Ruvercap Investment steht wohl das Wasser bis zum Hals – ein Fall für die Zuger Justiz?

Der Absturz dreier Fonds könnte die Zuger Justiz beschäftigen.

Harry Ziegler
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Die Investmentfirma Ruvercap könnte rechtlich in Bedrängnis geraten. Dies nach dem Ende dreier Fonds. Es sei deswegen eine Strafanzeige eingegangen, bestätigte Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden. Die Staatsanwaltschaft werde nun entscheiden, ob ein Strafverfahren eröffnet werde. Laut «finews.ch» geht es um die Aktivitäten der Ruvercap auf dem Balkan. Nicht bekannt ist, gegen wen sich die Anzeige richtet. Auf jeden Fall gilt die Unschuldsvermutung.

In Zürich laufe, wie das Onlineportal «Inside Paradeplatz» berichtet, seit längerem ein Strafverfahren gegen einen der zwei Ruvercap-Gründer. Es gehe dabei, wie das Portal berichtet, um Vorwürfe des Ex-Schwiegervaters rund um eine Privatfirma des Ruvercap-Mitgründers. Gegen Ruvercap selber oder Partnerfirmen laufe kein Strafverfahren im Kanton Zürich, wird ein Sprecher der Zürcher Justiz zitiert.

Investor wollte Geld zurück

Laut «finews.ch» ist eine Partnerfirma, die für Ruvercap im Privatmarkt Kredite und Überbrückungsfinanzierungen vergab und strukturierte, im Kanton Zug domiziliert, was den Schluss nahelege, dass gegen diese Firma eine Strafanzeige deponiert wurde. Investiert wurden über Fonds in Irland gut 800 Millionen Franken.

Die Fonds wurden allerdings im letzten Sommer dicht gemacht, nachdem Verluste eingefahren wurden und ein grosser Investor sein investiertes Geld zurückverlangte. Unter den Investoren sind oder waren verschiedene Pensionskassen – darunter diejenige der Stadt Zug (siehe Box) – verschiedene Banken und Vermögensverwalter. Ruvercap versprach über diese sogenannten Private-Debt-Vehikel eine Rendite von 2 bis 3 Prozent. Im herrschenden Negativzinsumfeld eine durchaus attraktive Ansage.

Risikoreiche Anlagen im Balkan getätigt

Die in Zug domizilierte Partnerfirma von Ruvercap soll in riskante Unternehmen investiert haben. So soll in Serbien eine laut «finews.ch» «praktisch bankrotte Batteriefabrik» gekauft worden sein. Im Zusammenhang mit diesem Kauf steht der Vorwurf im Raum, ob die gesamte Summe von knapp 64 Millionen Euro zur Gänze für den Kauf der Fabrik verwendet wurde. Investiert wurde in Bosnien weiter in eine Bank, deren Besitzer und einige Mitarbeiter 2016 wegen Geldwäscherei verhaftet worden waren. In Serbien wurde ins Aluminium- und Hotelgeschäft investiert.

Laut Medienberichten sind verschiedene Investoren beunruhigt. Sie befürchten, es könnte sich vorliegend um einen grösseren Anlagebetrug und einen Fall von Geldwäscherei handeln. Das Firmenkonstrukt sei intransparent und komplex, heisst es von Investoren. Genannt wird als mutmasslicher Verlust die Summe von gut 500 Millionen Franken.