Interview

Ein Zuger PH-Student zwischen Studium und Schauspiel

Salvatore Greco (40) ist in der Serie «Blutige Anfänger» zu sehen. Im Interview erzählt er, was ihn am Schauspielen fasziniert und wie er zum Lehrerberuf gefunden hat.

Vanessa Varisco
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Salvatore Greco studiert nebenberuflich an der pädagogischen Hochschule in Zug.

Salvatore Greco studiert nebenberuflich an der pädagogischen Hochschule in Zug.

Bild: Thomas Biasotto/PD

Wer es unheimlich mag, der dürfte die neue Serie im ZDF mögen. «Blutige Anfänger» dreht sich um Polizeihoch­schüler, die zufällig Zeugen eines Mordes werden und an der Ermittlung des Falls mit­arbeiten dürfen. Bei den Ermittlungen mit von der Partie ist Hauptkommissar Lorenzo Battiato, gespielt von Salvatore Greco.

«Blutige Anfänger» heisst die neuste Serie, in der Sie als Hauptkommissar Lorenzo Battiato auftreten. Blutiger Anfänger im Schauspielgeschäft sind Sie allerdings nicht. Was unterscheidet diese Produktion von anderen, in denen Sie mitgespielt haben?

Salvatore Greco: Ich bin in eine völlig neue Welt eingetaucht. Als Hauptkommissar bewegte ich mich auf einem Feld, das mir vorher unbekannt war, weshalb ich vor Drehbeginn letztes Jahr viel Recherchearbeit betrieben habe. Um mir einen Überblick zu verschaffen, habe ich mit befreundeten Polizisten gesprochen, die mir erklärt haben, wie die Rangordnung gestaltet ist, welche Prüfungen abgelegt werden und wie der Alltag aussieht. Ausserdem habe ich viel darüber gelesen.

Was hat Ihnen dabei am meisten Freude bereitet?

Nebst der Einfindung in die Rolle und das Eintauchen in die fremde Welt ist in der Serie besonders, dass nicht nur ein Kriminalfall pro Episode bearbeitet wird, sondern dass es auch einen übergeordneten Fall über die Staffel zu lösen gibt. Weiter wird das Persönliche der Figuren abgedeckt. Beim Schau­spielen fasziniert es mich, wenn persönliche Verwicklungen einfliessen und ich mich in die Figur einarbeiten kann.

Apropos Figur: Was macht Lorenzo Battiato aus?

Er ist definitiv ein Hauptkommissar mit Herz. Auch hier finde ich es schön, dass das Persönliche durchkommt.

Als langjähriger Schauspieler fiel es Ihnen also nicht schwer, sich in die Figur einzuarbeiten?

Nein. Das ist schliesslich mein Beruf. Mit der Zeit entwickelt man eine gewisse Routine.

Der Start in Ihre Schauspielkarriere war in Schweizer Produktionen. Etwa in Kinofilmen, Serien oder im Theater. In jüngster Zeit – so auch in den Serien «Blutige Anfänger» und «SOKO Köln», welche im ZDF ausgestrahlt werden – sind Sie aber ausschliesslich im deutschen Fernsehen zu sehen. Hat das einen Grund?

Nein, nicht wirklich. Ich bin dort einfach hineingerutscht. Liebend gerne würde ich auch wieder in Schweizer Filmen mitspielen, denn so hat alles begonnen. Für mich ist die Schweiz ein Stück Heimat, ein Teil von mir. Aber es stimmt, ich drehe viel in Deutsch­land und bin gern dort.

Immer sind Sie aber nicht in Deutschland. Ihr Studium an der pädagogischen Hochschule absolvieren Sie in Zug. Wie kam es dazu?

Das Studium war ein ganz bewusster Entscheid. Ich hatte vor einigen Jahren die Möglichkeit, in Deutschland bei unbegleiteten Flüchtlingskindern als Erzieher tätig zu sein. Ge­mein­sam mit anderen, teils ausgebildeten Sozialpädagogen, habe ich acht Jugendliche Tag und Nacht betreut. Das war eine wert­volle Erfahrung, die mich zum PH-Studium bewogen hat.

Sie sind Quereinsteiger.

Richtig. Ich finde das eine geniale Sache, denn im Lehrberuf hilft die Lebenserfahrung mit Sicherheit. Zwei Jahre lang studierte ich im Vollzeitstudium, mittlerweile stehe ich kurz vor Abschluss. Wenn ich etwas mache, dann richtig. In meiner Studienzeit habe ich stets auch gearbeitet.

Schauspielerei, Studium und Familie. Das klingt nach einem Balanceakt.

Das könnte man so sehen. Um alles unter einen Hut zu bringen, benötigt man zweifellos ein gewisses Organisations­talent. Bislang lief es gut.

Ist Ihr Ziel, nach Abschluss als Lehrer zu arbeiten?

Das tue ich bereits. Im Zuge der Ausbildung haben wir Praktika, bei denen wir Schülerinnen und Schüler unterrichten. Dann spüre ich immer wieder, dass es die richtige Entscheidung war. Ich führe derweil auch eine Theatergruppe. Selbst jetzt, wo die Schulen geschlossen haben, bin ich im Fernunterricht engagiert oder helfe Verwandten und Bekannten mit ihren Kindern. Dementsprechend ja, ich möchte als Lehrer arbeiten. Gleichzeitig aber dem Schauspiel treu bleiben.

Zur Person
Salvatore Greco ist Schauspieler und PH-Student in Zug. Der 40-Jährige wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Weggis. Neben der aktuellen Serie «Blutige Anfänger» wirkte er unter anderem in Serien wie «Alles was zählt», «SOKO Köln», «In aller Freundschaft», «Heiter bis tödlich» und «Ein Fall für zwei» mit.