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SARNEN: Wie eine grosse Umarmung

Franz Hurnis Atelier war einst Drehscheibe der Obwaldner Kunstszene. Die Gruppenausstellung «Rund um Franz» möchte dies dokumentieren.
Romano Cuonz
Doris Hurni als Initiantin und der Kulturbeauftragte Christian Sidler freuen sich über die Ausstellung «Rund um Franz». Im Hintergrund Bilder von Franz Hurni. (Bild Romano Cuonz)

Doris Hurni als Initiantin und der Kulturbeauftragte Christian Sidler freuen sich über die Ausstellung «Rund um Franz». Im Hintergrund Bilder von Franz Hurni. (Bild Romano Cuonz)

«Die Ausstellung ‹Rund um Franz›, die den Bogen von den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts bis ins Heute spannt, ist zu einer ganz speziellen Zeitgeschichte der Obwaldner Kunstszene geworden», schwärmt Ausstellungs-Kurator Stefan Rogger. Er gehört auch zu jenen 13 Kunstschaffenden, die zurzeit an drei Orten in Sarnen (Zeughaus Landenberg, Amrhein Optik und Galerie Hurni-Haus) Werke zeigen und damit ihre Verbundenheit mit Franz Hurni (1924–2005) dokumentieren.

Die eigentliche Seele dieses Kunstereignisses aber ist zweifellos Franz Hurnis Frau Doris. Sie hatte die Idee. Wollte nochmals Bilder aus dem Nachlass ihres Mannes zeigen. Aber eben nicht allein, sondern in einer Gruppenausstellung. «Ich war überrascht und erfreut, als ich sah, wie sich Künstlerinnen und Künstler aus dem Verwandten- und Freundeskreis meines verstorbenen Mannes spontan bereit erklärten, Werke beizusteuern», sagt sie. Die kulturelle Bedeutung der so entstandenen Ausstellung bringt an der Vernissage der Obwaldner Kulturbeauftragte Christian Sidler auf den Punkt: «Entstanden ist hier ein rundes Bild um Hurnis Familie und Freunde – eine grosse Umarmung.»

Eigenwillig und doch inspirativ

Franz Hurni war eine Künstlerpersönlichkeit, welche sich in kein Schema pressen liess. Man erkennt dies einmal mehr, wenn man in der gegenwärtigen Ausstellung seine unglaublich vielfältigen, in verschiedensten Stilarten und Techniken gemalten, oft geradezu fantastischen Bilder betrachtet.

In jungen Jahren malte Hurni Landschaften und Porträts. Ab 1970 wandte sich der naturliebende, braun gebrannte und rastlose Geist dann der Abstraktion zu. Dabei wurde er immer experimenteller. Stefan Rogger sagt es so: «Franz Hurni war in seinem Schaffen eigenständig, originell, nie akademisch, obwohl er akademische Könner bewundert hat.»

Was die Qualität seiner Kunst noch überstieg, war der Einsatz für andere Künstler. «Als Obmann der Urschweizer Künstlerschaft war Hurni zehn Jahre lang Motivator und Zugpferd von Urschweizer Ausstellungen», ruft Christian Sidler in Erinnerung. Auch wie Hurni seine Schwester Irma Stadelmann-Hurni – eine der wichtigsten Innerschweizer Vertreterinnen der «art brut» – und seine Töchter Eva und Denise Hurni bei ihrer Arbeit unterstützt und zu eigenen Werken inspiriert hatte, wird in der Gruppenausstellung mit Beispielen sehr schön sichtbar.

Werke von Schill und Haas-Triverio

Freunde von Franz Hurni waren zeitlebens auch zwei der international bedeutendsten Obwaldner Künstler: Emil Schill und Giuseppe Haas-Triverio. Von beiden sind an der gegenwärtigen Ausstellung – als späte Hommage – einzigartige Werke zu sehen. Hurni hatte ja Schill – zu dessen grosser Freude – einst als «Sänger Obwaldens» tituliert. Zu seinen engsten Freunden zählte Hurni auch Sepp von Rotz und Alois Spichtig. Beide steuern zur gegenwärtigen Ausstellung bislang noch kaum bekannte Arbeiten bei. Wahre Trouvaillen! «Die Zeiger der Uhr gingen weiter, immer mehr und andere Künstler erschienen in Franz Hurnis Umfeld», berichtet Christian Sidler. Da waren Adrian Hossli, Josef Gnos, Stefan Rogger, José de Nève, Andrea Zimmermann und Daria Mürset. Alle präsentieren sie nun in Sarnen oft grossflächige Malereien aus neuster Zeit. «Eine Ausstellung, ganz und gar im Geiste des leidenschaftlich suchenden, eigenständigen, freiheitsliebenden, liebenswürdigen und beseelten Franz Hurni», so Sidler.

Hinweis

«Rund um Franz»: Franz Hurni und 13 Kunstschaffende aus seinem Umfeld zeigen an drei Sarner Standorten ihre Werke: Zeughaus Landenberg, Amrhein Optik und Kellergalerie Hurni. Bis zum 31. März. Geöffnet: Sa und So, 11 bis 17 Uhr.

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