SATIRISCH: Was den Chamern so unter den Nägeln brennt

Das «Chomer Fasiblatt» stimmt auf die fünfte Jahreszeit ein. Für jeden Geschmack ist etwas drin.

Andrea Muff
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Andrea Muff

Konfetti, Guggenmusig und auch «Hans» hängt schon: In Cham ist man in Fasnachtsstimmung, obwohl der Umzug im Zweijahresrhythmus stattfindet und dieses Jahr ausfällt. Trotzdem wird die fünfte Jahreszeit jedes Jahr zelebriert. So erscheint auch das «Chomer Fasiblatt» bereits zum dritten Mal, blickt mit satirischen Augen auf das vergangene Jahr zurück und liefert alle Informationen rund um die Chamer Fasnacht. Herausgegeben wird die Fasnachtszeitung von der IG Chomer Fasi und vom Umzugs-OK Wägwiiser. Und die neuste Ausgabe weist bereits auf den kommenden Umzug hin.

Gemeinsamer Umzug mit Rotkreuz

Dass die Sache mit dem Fasnachtsumzug nicht immer ganz so einfach ist, zeigt der Beitrag über Rotkreuz. Dort wurde das bunte Treiben 2015 wegen mangelnder Organisationsbereitschaft abgesagt. Das «Chomer Fasiblatt» kennt jedoch den wahren Grund für die Absage: «Die Umzugsroute ist falsch angelegt.» Denn: «Anstatt den Umzug jährlich in Rotkreuz durchzuführen, wäre es sinnvoll, die Umzugsroute und damit den Umzug alle zwei Jahre, alternierend mit dem grossen Chomer Fasi-Umzug, auch in Cham durchzuführen», schreibt ein gewisser «Don Luzi Fehr». Zu dieser Lösung hätten sich schon einige Personen und Gegenstände bekannt, schreibt das Blatt weiter. Nur, einen traurigen Zeitgenossen hätten sie gefunden: «Einsam an einem Baum kratzend, stand er dort und heulte sich die Augen aus. Der Rischer Luchs!»

Das gelbe Bähnli zurückholen

Ein weiteres Thema, das den Chamern unter den Nägeln brennt, findet ebenfalls Platz in der Zeitung: Vor zweieinhalb Jahren wurde das «Papieribähnli» in ein Museum im Kanton Schaffhausen abtransportiert. Oder wie im «Chomer Fasiblatt» zu lesen ist: «Die Cham Paper Group hat, ohne das Chamer Volk Abschied nehmen zu lassen und somit dem Papieribähnli einen würdigen Abgang zu gewähren, gehandelt und das Bähnli kurzerhand per Sattelschlepper wegspediert.» Und das ziemlich plötzlich. So rege sich nun Widerstand in Form der IG Yellow Train. Diese sammelt Unterschriften und sucht per Crowd­funding im Internet nach finanziellen Mitteln, um die gelbe Lokomotive zurück nach Cham zu holen. Denn die Bahn hat das «Chomer Dorfleben geprägt und ist vielleicht sogar vor dem Chileturm das Chomer Wahrzeichen schlechthin».

Immer alles auf Kamera

Auch Leserbriefe erhalten in der Zeitung einen Platz. In einem gibt der geplante kameraüberwachte Perimeter, der zusammen mit der Umfahrung Cham-Hünenberg auf dem Plan steht, Anlass zur Kritik. «Schagglin Lackschuh» meint: «Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass wir in Cham bald ständig von Videos überwacht werden!» Das Problem liegt ihrer Meinung nach bei der Macht dieser ominösen Videos, denn: «Wären es Kassetten oder CDs, na ja, dann könnte ich mich noch damit anfreunden.»

Zudem druckt die Zeitung auch die «Horrorskope» für die Fasnachtstage und gibt einige Schnitzelbänke zum Besten. Dort werden Themen wie die Hünenberger Asylpolitik, die Calatrava-Brücke und die Aargauer, die immer mal wieder ihren Abfall im Chamer Ökihof deponieren möchten, pointiert unter Beschuss genommen. Und übrigens: Das «Chomer Fasiblatt» weiss auch bestens über die Neueröffnung und Wiederschliessung des Café Splendid Bescheid.