In der Gulmmatt fliesst demnächst viel saubere Energie

Mitte Dezember geht in Baar die leistungsstärkste Fotovoltaikanlage im Kanton ans Netz. Die Risi Immobilien AG als Betreiberin will aber bald noch einen Schritt weitergehen, was saubere Energie betrifft.

Andreas Faessler
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Die 7500 Quadratmeter grosse Fotovoltaikanlage auf den Dächern der Risi Immobilien AG oberhalb von Blickensdorf ist fast fertig.

Die 7500 Quadratmeter grosse Fotovoltaikanlage auf den Dächern der Risi Immobilien AG oberhalb von Blickensdorf ist fast fertig.

Bild: PD

Ein «Ausrufezeichen in Sachen erneuerbarer Energie» soll es sein: Im Gewerbegebiet Gulmmatt oberhalb von Blickensdorf finden letzte Arbeiten an einer der flächenmässig grössten Fotovoltaikanlagen im Kanton Zug statt. Wenn sie wie geplant Mitte Dezember ans Netz geht, wird sie die Leistungsstärkste im Kanton sein, weiss Adrian Risi, Geschäftsführer der Risi Immobilien AG.

Die insgesamt fast 7500Quadratmeter grossen Dächer der Firma sind so gut wie vollständig mit Solarmodulen besetzt. Das Unternehmen will damit einerseits einen Beitrag zu den klimapolitischen Zielen der Schweiz, bis ins Jahr 2030 den Ausstoss von Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 halbieren, leisten. «Andererseits bin ich persönlich überzeugt, dass wir Technik nützen müssen, die es uns ermöglicht, Energie aus erneuerbaren Quellen zu generieren», hält der Baarer Unternehmer und SVP-Kantonsrat fest.

Vorerst 45 Prozent für den Eigengebrauch

Überdies sei ein Immobilienunternehmen darauf angewiesen, dass es sich bei einem solchen Projekt um ein rentables Investment handelt. «Bis vor kurzem war Fotovoltaik noch zu kostspielig. Mittlerweile ist die Technik günstiger geworden, und die Erträge aus dem gewonnenen Strom sind grösser», sagt Risi. Mit der Umsetzung der mit 1,8 Millionen Franken budgetierten Anlage hat Adrian Risi mit der Convoltas AG eine spezialisierte Firma gefunden, die ihren Sitz ebenfalls in Baar hat. Gemäss deren Berechnungen werde die Anlage eine Leistung von 1500kWp (Kilowatt-Peak) erreicht. Das würde ausreichen für die Versorgung von 330 Einfamilienhäusern. «Die von uns produzierte Sonnenenergie wird von den Gewerbebetrieben in der Gulmmatt genutzt», sagt Risi. «Das werden in etwa 45 Prozent der Gesamtleistung sein.» Die restlichen 55 Prozent sollen ins allgemeine Netz eingespeist und verkauft werden. «Als Unternehmer und Politiker spielen Ökologie, Ökonomie, Umwelt und natürlich auch Rentabilität für mich eine zentrale Rolle.» Abgesehen davon habe er sich seit jeher für erneuerbare Energie interessiert und vor allem die Entwicklung von Solarstromgewinnung aufmerksam beobachtet.

Wenn die Fotovoltaikanlage der Risi Immobilien AG im Dezember ans Netz geht, ist sie die zweite ihrer Art in diesem Baarer Gemeindeteil: Auf den Dächern der benachbarten Alfred Müller AG im Allmig produziert eine weitere riesige Anlage Sonnenstrom. Das Gewerbegebiet oberhalb Blickensdorf an der Grenze zum Säuliamt wird zu einem beispielhaften Hotspot der Sonnenergie, könnte man sagen.

Wasserstoff als Treibstoff der Zukunft

Adrian Risis Pläne für saubere Energie gehen aber noch weiter: In absehbarer Zeit soll auf dem Grundstück des Unternehmens eine Wasserstoff-Tankstelle errichtet werden. Diese Art Treibstoff steht zwar noch in den Anfängen – schweizweit sind solche Zapfsäulen derzeit an einer Hand abzuzählen. Doch wird prognostiziert, dass mit Wasserstoffaggregaten betriebene Fahrzeuge als Alternative zu Verbrennungsmotoren in der Schweiz bald auf dem Vormarsch sein werden. Im Juli hat in St.Gallen die weltweit erste AVIA-Wasserstoff-Tankstelle ihren Betrieb aufgenommen. Weitere sollen folgen.

Auch andere Schweizer Konzerne und Firmen rüsten bereits jetzt auf für den sich abzeichnenden Wasserstoff- Boom. So wie die Risi Immobilien AG. «Wir rechnen damit, dass innert absehbarer Frist die ersten Kunden mit wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen kommen», sagt der Unternehmer und betont in diesem Zusammenhang, dass der Betrieb einer Wasserstoff-Tankstelle aus Sicht von Klimaschutz allerdings nur in Kombination mit erneuerbarer Energie Sinn mache. «Denn die Herstellung von Wasserstoff ist mit einem enormen Energieaufwand verbunden», erklärt er. Und da wird dann die Fotovoltaikanlage beste Dienste leisten.